Vatikan

Papst Leo XIV. mahnt zu Dialog und fordert individuelle Betrachtung der Migration

Bei seiner Begegnung mit Journalisten in Castel Gandolfo äußert sich Papst Leo XIV. zu Migration, Politik und seiner Spanienreise. Dabei erteilt er pauschalen Abschiebeforderungen eine klare Absage und ruft zu mehr Dialog und Differenzierung auf.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. mahnt zu Dialog und fordert individuelle Betrachtung der Migration
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Es ist mittlerweile fast schon eine Tradition: Vor seiner Rückkehr in den Vatikan stellt sich Papst Leo XIV. in Castel Gandolfo den Fragen der mitreisenden Journalisten. Auch am Dienstagabend nutzte das Kirchenoberhaupt die Begegnung mit den Medien, um zu aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Themen Stellung zu beziehen. Dabei erteilte er Forderungen nach einer sogenannten „Remigration“ eine klare Absage und verwies stattdessen auf die unantastbare Würde jedes Menschen. Zugleich zog Leo XIV. eine positive Bilanz seiner jüngsten Spanienreise, warb für eine Kultur des politischen Dialogs und stellte eine mögliche Reise nach Mexiko in Aussicht.

Spanienreise mit positiver Resonanz

Mit großer Zufriedenheit blickte Papst Leo XIV. auf seine jüngste apostolische Reise nach Spanien zurück. Besonders bewegt zeigte er sich von der herzlichen Aufnahme durch die Bevölkerung. Die „enthusiastische Reaktion so vieler Menschen an allen Orten“ sei „etwas sehr Schönes“ gewesen, sagte der Pontifex. Sein Dank galt dabei auch den Bischöfen, den zahlreichen Laien sowie den freiwilligen Helfern, die den Besuch vorbereitet hatten. Es sei eine Freude gewesen, die Menschen glücklich zu sehen.

Mit Blick auf seine vielbeachtete Rede vor dem spanischen Parlament wies Leo XIV. zugleich den Eindruck zurück, er habe sich in innenpolitische Debatten einmischen wollen. Seine Worte seien vielmehr als „Einladung zum Dialog“ zu verstehen. Kritisch äußerte sich der Papst über eine politische Kultur, in der Gegner häufig nur beschimpft würden, anstatt gemeinsam nach Lösungen für das Gemeinwohl zu suchen. Im Mittelpunkt müsse stets die Würde des Menschen stehen, betonte er.

Am Rande des Gesprächs sprach der Pontifex zudem über mögliche künftige Reisen. Eine Visite in Mexiko hoffe er „bald“ verwirklichen zu können. Mit Blick auf seinen bevorstehenden Urlaub kündigte er zwar etwas Ruhe an, zugleich aber auch „viel Lektüre, Reflexion und Vorbereitung“ auf die kommenden Aufgaben. Denn, so ließ Leo XIV. durchblicken, die Arbeit eines Papstes kenne keine wirkliche Auszeit.

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„Remigration“: Keine christliche Antwort auf pauschale Abschiebeforderungen

Ebenfalls Thema waren die Forderungen nach einer sogenannten „Remigration“, die Papst Leo XIV. deutlich zurückwies. Die Praxis, Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft oder Staatsangehörigkeit auszuweisen, sei keine mit christlichen Prinzipien vereinbare Lösung, erklärte der Pontifex im Gespräch mit Journalisten.

„Einfach zu sagen: Wir weisen aus, um uns so von dem Problem reinzuwaschen, scheint mir nicht die christlichste Antwort zu sein“, sagte Leo XIV. und stellte damit die moralische Dimension der Debatte in den Vordergrund.

Der Papst verwies zugleich auf frühere Äußerungen während seiner Reise auf die Kanarischen Inseln. Die Migrationsfrage müsse immer ausgehend von der Menschenwürde und den konkreten Fluchtursachen betrachtet werden. „Oftmals erkennen wir die Gründe nicht an, aus denen diese Menschen ihre Länder verlassen mussten“, so Leo XIV. Hinter Migration stünden häufig Krieg, Gewalt und andere Formen von Instabilität und Leid.

Generelle Lösungen lehnte das Kirchenoberhaupt ab. Stattdessen plädierte er für eine differenzierte Betrachtung: „Man muss die Einzelfälle betrachten“, betonte er und warnte vor Verallgemeinerungen, die Menschen entmenschlichen könnten. Abschließend unterstrich er: „Man muss Menschen als Menschen mit Respekt behandeln“ – ein Grundsatz, der nach seinen Worten sowohl Politik als auch Gesellschaft in die Pflicht nehme.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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