Papst Leo XIV. mit deutlicher Botschaft: „Gott wirft unser Leben niemals weg“
Zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi ruft Papst Leo XIV. beim Angelus zu echter Umkehr auf und spricht über Krieg, Frieden und Familie.

Papst Leo XIV. hat den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi zum Anlass für einen eindringlichen Appell genommen. Beim Angelus auf dem Petersplatz stellte er Franziskus als Vorbild für eine Erneuerung dar, die nicht zuerst bei den Strukturen, sondern beim eigenen Leben beginnt. Zugleich rief der Papst angesichts weltweiter Kriege zum Rosenkranzgebet für den Frieden auf und kündigte ein internationales Treffen zur Zukunft von Ehe und Familie an.
Franz von Assisi als Vorbild für Umkehr
Papst Leo XIV. hat den heiligen Franz von Assisi als bleibendes Vorbild für eine Erneuerung der Kirche gewürdigt. Dessen geistliches Erbe sei auch nach acht Jahrhunderten lebendig und bringe weiterhin „Früchte hervor“, sagte der Papst beim Angelus auf dem Petersplatz.
Franziskus habe auf den Ruf Jesu reagiert, seine Kirche wiederaufzubauen. Dabei habe die Erneuerung zunächst bei ihm selbst begonnen: Er habe sein Leben konsequent auf Christus ausgerichtet und sich von dessen Armut, Freude und Leiden prägen lassen.
Leo XIV. verwies dabei auch auf die Stigmata des Heiligen, die für dessen enge Verbindung mit dem gekreuzigten Christus stehen. Sein Leben sei zugleich von intensivem Gebet und tätiger Nächstenliebe geprägt gewesen.
Franziskus sei damit zu einem „Arbeiter im Weinberg des Herrn“ geworden, der reiche Frucht getragen habe. Sein Beispiel zeige, dass kirchliche Erneuerung nicht allein eine Frage von Strukturen sei, sondern aus einem glaubwürdigen christlichen Leben erwachse.
Auch die ersten Gefährten des Franziskus hätten diese Verbindung von persönlicher Umkehr und Erneuerung der Kirche erkannt. Seine asketische Lebensweise hätten sie als Voraussetzung dafür verstanden, den eigenen Glauben glaubwürdig zu bezeugen.
Erneuerung beginnt bei sich selbst
Für Leo XIV. zeigt das Beispiel des heiligen Franz von Assisi, dass eine Erneuerung der Kirche beim eigenen Leben ansetzen muss. Franziskus habe die Kirche „durch den Glauben an Jesus, den Herrn, wiederaufgebaut“ und zugleich „die Risse der Zwietracht durch das Zeugnis geschwisterlicher Liebe geheilt“.
Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.
GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.
Auch seine ersten Gefährten hätten erkannt, dass eine glaubwürdige Reform persönliche Konsequenz voraussetzt. Die asketische Lebensweise des Franziskus sei für sie ein wesentlicher Bestandteil seines kirchlichen Zeugnisses gewesen.
Den Gedanken verknüpfte der Papst mit dem Sonntagsevangelium vom Gleichnis der bösen Winzer. Der darin beschriebene Weinberg stehe für die Kirche, die Menschen durch ihre Entscheidungen „entweder aufbauen oder beschädigen“ könnten.
Zugleich verwies Leo XIV. auf die Hoffnung, die aus dem Evangelium spricht: Ablehnung, Scheitern und menschliche Fehler seien nicht das letzte Wort. Der verworfene Stein werde zum Eckstein. „Gott wirft unser Leben niemals weg“, betonte der Papst.
Rosenkranz für den Frieden
Papst Leo XIV. hat für den Oktober erneut zum Rosenkranzgebet für den Frieden aufgerufen. Besonders die Menschen im Heiligen Land und die unschuldigen Opfer von Gewalt nahm er dabei in den Blick. „Lasst uns die Fürsprache der Jungfrau Maria erbitten“, sagte der Papst nach dem Mittagsgebet, damit die Völker von der „Geißel des Krieges“ befreit würden.
Bereits eine Woche zuvor hatte Leo XIV. während seiner Frankreichreise im Marienwallfahrtsort Lourdes zu diesem Gebet eingeladen. Der Rosenkranz solle in diesem Monat besonders mit dem Anliegen gebetet werden, „dass die Kriege enden und Frieden geschaffen wird“. Zugleich verband der Papst das Gebet mit einem konkreten Auftrag: „Lasst uns beharrlich um die Gabe des Friedens bitten und uns aufrichtig dafür einsetzen, Eintracht unter den Völkern herzustellen.“
„Amoris laetitia“
Außerdem verwies Leo XIV. auf ein bevorstehendes Treffen im Vatikan zum zehnten Jahrestag des Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“. Ab Mittwoch werden dazu die Oberhäupter der katholischen Ostkirchen sowie die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt erwartet.
Im Mittelpunkt soll die Frage stehen, wie die Kirche das Evangelium heute gemeinsam mit Familien und jungen Menschen verkünden kann. Das Treffen werde ein „Moment synodaler Entscheidungsfindung“ sein, kündigte der Papst an.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.
Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.
Kommentare (0)
Kommentare werden geladen...