Papst Leo XIV. ruft an Peter und Paul zu Einheit und Versöhnung auf
Papst Leo XIV. erinnert am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus daran, dass die Einheit der Kirche nicht durch Macht oder das Beharren auf eigenen Positionen wächst, sondern durch Demut, Versöhnung und die gemeinsame Suche nach der Wahrheit.

Zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus hat Papst Leo XIV. die Gläubigen dazu aufgerufen, sich mit Demut, Mut und Offenheit für die Einheit der Kirche einzusetzen. In seiner Predigt im Petersdom würdigte er die beiden Apostelfürsten als Vorbilder des Glaubens und betonte, dass wahre Gemeinschaft durch Zuhören, Versöhnung und die gemeinsame Suche nach der Wahrheit entstehe. Dabei stellte er insbesondere Petrus und Paulus als „Baumeister der Einheit“ und missionarische Zeugen des Evangeliums heraus.
Festtag der Apostelfürsten in Rom
Für Rom hat das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus eine besondere Bedeutung. Die beiden Apostel gelten als Stadtpatrone der Ewigen Stadt und fanden dort auch ihre letzte Ruhestätte. Der Überlieferung nach starben sie um das Jahr 64 n. Chr. als Märtyrer während der Christenverfolgung unter Kaiser Nero. Der Festtag ist in der Diözese Rom und im Vatikan ein gesetzlicher Feiertag. Liturgisch erinnert er allerdings nicht an ihren Tod, sondern an die Übertragung ihrer Reliquien nach Rom.
Ein sichtbares Zeichen der Verehrung ist die berühmte Bronzestatue des Apostels Petrus im Petersdom. Ihr von Millionen Pilgern berührter Fuß ist nahezu blank poliert. Am Festtag wird die Statue mit einem kostbaren rot-goldenen Gewand geschmückt. Die liturgische Farbe Rot erinnert an das Martyrium der beiden Apostelfürsten.
Im Petersdom richtete sich der Blick der Gläubigen auch auf die Confessio unter dem Papstaltar, die sich über dem Petrusgrab befindet. Die vier mächtigen Pfeiler, welche die Kuppel tragen, beherbergen zudem die Statuen der heiligen Helena, der heiligen Veronika, des heiligen Longinus und des Apostels Andreas.
In seiner Predigt würdigte Papst Leo XIV. Petrus und Paulus als „zwei Säulen der Kirche“. „Der eine wurde von Jesus zum Hirten seiner Herde erwählt, der andere zum Apostel der Völker berufen“, sagte der Pontifex. Beide stünden bis heute für Versöhnung, Demut und den mutigen Einsatz für das Evangelium.
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Petrus als Vorbild der Einheit
Den Apostel Petrus stellte Leo XIV. als Hüter der kirchlichen Einheit und Vorbild für alle Christen in den Mittelpunkt seiner Predigt. Im Neuen Testament habe sich Petrus „immer wieder als jemand gezeigt, der sich dafür einsetzt, die Gemeinschaft unter den Brüdern und Schwestern zu bewahren“. Zugleich erinnerte der Papst an dessen menschliche Schwächen: Petrus habe Jesus verleugnet, seine Schuld jedoch erkannt und sei seiner Sendung bis zum Martyrium in Rom treu geblieben. Entscheidend seien nicht Vollkommenheit, sondern Umkehr und Treue.
Auch den Dienst des Petrus und seiner Nachfolger deutete Leo XIV. neu. Die Schlüssel Petri seien „kein Werkzeug der Macht oder des Zwangs“, sondern ein Zeichen dafür, Türen zu öffnen und Menschen miteinander zu verbinden. Der Petrusdienst bestehe darin, „durch Zuhören, Unterscheidung, Ermutigung und Korrektur die Einheit des Gottesvolkes zu fördern“.
Wahre Gemeinschaft entstehe nicht durch das Beharren auf den eigenen Positionen, sondern durch die gemeinsame Suche nach der Wahrheit, betonte der Pontifex. Das Leben des Apostels sei deshalb „eine Einladung, zum Baumeister der Einheit zu werden“, indem Christen Gott in den Mittelpunkt stellen und den Menschen mit Aufmerksamkeit und Nähe begegnen.
Paulus als Zeuge der Hoffnung
Auch den Apostel Paulus würdigte Papst Leo XIV. als Vorbild für die Kirche. Der „unermüdliche Verkünder der Frohen Botschaft“ stehe mit seinem Schwert nicht für Gewalt, sondern für die verwandelnde Kraft des Wortes Gottes. Paulus habe sich „von der Kraft des Wortes Gottes verwandeln lassen“, die ihn der Gewalt entrissen und auf den Weg der Liebe geführt habe, sagte der Pontifex.
Zum Abschluss seiner Predigt rief Leo XIV. die Gläubigen dazu auf, den Weg der christlichen Einheit entschlossen fortzusetzen. Gemeinsam mit den Aposteln Petrus und Paulus sollten die Christen den „Weg der Gemeinschaft in den Fußspuren des Erlösers“ gehen – jenen Weg, für den Christus selbst beim Letzten Abendmahl gebetet habe und der die Kirche zuversichtlich in die Zukunft führe.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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