Vatikan

Papst Leo XIV. ruft beim Angelusgebet zu offenem Umgang und gegenseitiger Liebe auf

Wie lässt sich christliche Gemeinschaft trotz Spannungen bewahren? Beim Angelusgebet stellte Leo XIV. Vergebung, gegenseitiges Zuhören und gemeinsames Beten als Wege zu mehr Einheit heraus. Auch Maria nannte er als Vorbild geschwisterlicher Liebe.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Papst Leo XIV. ruft beim Angelusgebet zu offenem Umgang und gegenseitiger Liebe auf
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Papst Leo XIV. hat beim sonntäglichen Mittagsgebet zu einem offenen und geschwisterlichen Umgang in christlichen Gemeinschaften aufgerufen. Konflikte sollten nicht durch Klagen und Lästereien verschärft, sondern offen angesprochen und gemeinsam im Gebet überwunden werden, sagte er auf dem Petersplatz. Ausgangspunkt seiner Katechese war die Mahnung des Apostels Paulus: „Niemandem bleibt etwas schuldig, außer der gegenseitigen Liebe!“

Niemandem etwas schuldig – außer der Liebe“

Vor rund 15.000 Menschen auf dem Petersplatz betonte Papst Leo XIV., das Evangelium des Sonntags enthalte „grundlegende Leitlinien für unser Denken und Handeln“.

Das Gebot, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, bedeute auch, mit dem umzugehen, was man anderen verdanke. Jesus habe die Menschen gelehrt, um Vergebung zu bitten und selbst zu vergeben. Zugleich gebe es eine Schuld, die niemals beglichen sei: die gegenseitige Liebe. Aufmerksamkeit, Fürsorge und empfangenes Gutes machten den Menschen vielmehr „freier und fähiger, Verantwortung zu übernehmen“.

Für das Zusammenleben in Gemeinschaften verwies der Papst besonders auf den Umgang mit Konflikten. Probleme sollten nicht durch Beschwerden oder Gerede über andere verschärft werden. Stattdessen gelte es, das Gespräch zu suchen – zunächst persönlich, anschließend gegebenenfalls im kleinen Kreis und erst zuletzt mit der gesamten Gemeinschaft. Ein solches Vorgehen bedeute, „sich der Wirklichkeit zu stellen“ und Konflikte in Möglichkeiten zum gemeinsamen Wachstum zu verwandeln. Lästereien und Klagen seien zwar der einfachere Weg, „erzielen aber nichts und lähmen viele Situationen“, sagte Leo XIV.

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Gemeinsam beten und einander zuhören

Als weiteren Ausdruck geschwisterlicher Liebe hob Leo XIV. die Einheit und das gemeinsame Gebet hervor. Dieses solle nicht erst in schwierigen Situationen gepflegt werden, sondern auch dazu dienen, Gott gemeinsam um etwas zu bitten. Jesus verspreche seinen Jüngern: „Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“

Entscheidend sei, gemeinsame Wünsche, Sorgen und Hoffnungen zu entwickeln und „durch das Gebet in der Einheit“ zu wachsen. Der Glaube könne helfen, Misstrauen und Abgrenzung zu überwinden. Ohne ihn bestehe die Gefahr, den anderen als „Fremde und Feinde“ zu betrachten. Die Gnade dagegen ermögliche es, „einander zu begegnen, zu vergeben und im Herrn einander zuzuhören“.

Zum Abschluss verwies der Papst auf Maria. Nach der Verkündigung habe sie sich auf den Weg zu ihrer Cousine Elisabeth gemacht, „um die Freude und die Mühen der Schwangerschaft mit ihr zu teilen“. Darin sah Leo XIV. ein Beispiel für jene „freudige Pflicht der geschwisterlichen Liebe“, zu der Christen aufgerufen seien.


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