Vatikan

Papst Leo XIV. ruft Jugendliche in Assisi zu Mut, Dialog und gesellschaftlicher Verantwortung auf

Papst Leo XIV. hat beim internationalen Jugendtreffen in Assisi junge Menschen zu einem mutigen Glauben und gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. In seiner Predigt ermunterte er die Teilnehmenden, sich für Gerechtigkeit, Dialog und Frieden einzusetzen und dem Vorbild des heiligen Franziskus und der heiligen Klara zu folgen.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. ruft Jugendliche in Assisi zu Mut, Dialog und gesellschaftlicher Verantwortung auf
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Papst Leo XIV. hat junge Menschen beim „Go! Franciscan Youth Meeting 2026“ in Assisi dazu aufgerufen, den Glauben aktiv zu leben und Verantwortung für Gesellschaft und Mitmenschen zu übernehmen. In seiner Predigt zum Fest der Verklärung des Herrn betonte er die Bedeutung des Evangeliums als Orientierung für das persönliche Leben und den Einsatz gegen Ungerechtigkeit. Zugleich ermutigte er die Jugendlichen, sich von der franziskanischen Tradition inspirieren zu lassen, Brücken statt Mauern zu bauen und als Friedensstifter in ihren Alltag zurückzukehren.

Verklärung als Auftrag

Zum Abschluss des dreitägigen Jugendtreffens feierte Papst Leo XIV. am Fest der Verklärung des Herrn die Eucharistie mit den Teilnehmenden des „Go! Franciscan Youth Meeting 2026“. In seiner Predigt deutete er die biblische Verklärung Jesu als Ermutigung, Resignation und Zweifel zu überwinden und sich neu auf Christus auszurichten. Mit Blick auf die Apostel sagte er: „Wir sind hier, um Resignation und Angst zu überwinden“, und erinnerte daran, dass die Gegenwart Jesu Orientierung schenke. „Darauf kommt es an: auf seine Gegenwart“, betonte der Papst.

Zudem stellte Leo XIV. eine Verbindung zur Lebensentscheidung des heiligen Franziskus und der heiligen Klara her. Ein Leben nach dem Evangelium erfordere die Bereitschaft, zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und den Glauben konkret in der Gemeinschaft zu leben. Das Evangelium helfe dabei, „einen Sinn zu finden und einen Weg zu erkennen“, erklärte er vor rund 2.000 Gläubigen in der Basilika.

Mit Blick auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zitierte der Papst aus seiner Enzyklika Magnifica humanitas: „Jede Generation erbt die Aufgabe, die eigene Zeit zu gestalten.“ Damit unterstrich er, dass Würde, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit das Fundament einer zukunftsfähigen Gesellschaft bilden müssten.

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Appell, Verantwortung zu übernehmen

Papst Leo XIV. rief die Jugendlichen dazu auf, sich besonders den Menschen an den Rändern der Gesellschaft zuzuwenden und Verantwortung dort zu übernehmen, wo Ungerechtigkeit herrsche. In Anknüpfung an Worte seines Vorgängers Papst Franziskus warnte er davor, sich vom Leid anderer abzuschotten, und appellierte, trennende Mauern zwischen Menschen zu überwinden.

Ein Leben im Vertrauen auf Gott bedeute, die Welt neu als Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern zu entdecken. Diese gelte es „wertzuschätzen und denen zu dienen; nicht aber auszubeuten und zu beherrschen“, sagte der Papst. Auch wenn dieser Weg mit Unverständnis verbunden sein könne – „vielleicht werden wir nicht verstanden, nicht einmal von unserer Familie“ –, dürfe dies nicht entmutigen. Wer sich von einer „Kultur der Macht“ löse und Brücken statt Mauern baue, verrate weder die eigene Herkunft noch die eigenen Traditionen, sondern befreie sie von Angst, Ausgrenzung und Feindbildern.

Mit Verweis auf das Vorbild der heiligen Franziskus und Klara warb Leo XIV. für einen Perspektivwechsel: „Es ist keine Welt, die zu verteidigen, sondern eine, die zu umarmen ist.“ Zum Abschluss seiner Predigt ermutigte er die Teilnehmenden, die Erfahrungen des Jugendtreffens mit in ihre Heimat zu nehmen und sich in ihrem Alltag in Europa als Friedensstifter einzubringen.

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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