Vatikan

Papst Leo XIV. ruft zu mutigem Glaubenszeugnis auf

Auf Hass mit Liebe, auf Überheblichkeit mit Sanftmut und auf Entmutigung mit Beharrlichkeit antworten: Papst Leo XIV. hat Christen dazu aufgerufen, ihren Glauben auch unter schwierigen Bedingungen glaubwürdig zu bezeugen.

A
Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. ruft zu mutigem Glaubenszeugnis auf
(c) Bildnachweis: Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Papst Leo XIV. hat beim Angelusgebet am 12. Sonntag im Jahreskreis zu einem mutigen und glaubwürdigen Zeugnis des christlichen Glaubens aufgerufen. Vor den Gläubigen auf dem Petersplatz betonte er, dass die Weitergabe der Botschaft Jesu eine tiefe persönliche Beziehung zu Christus voraussetze. Angesichts von Gleichgültigkeit, Ablehnung und Verfolgung seien Christen heute mehr denn je gefordert, Hoffnung, Liebe und Frieden in die Welt zu tragen.

Glaube wächst aus der Begegnung mit Christus

Ausgehend vom Tagesevangelium (Mt 10,26–33) rief Papst Leo XIV. die Gläubigen dazu auf, ihren Glauben aus einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus heraus zu leben und zu bezeugen. Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand die Aussendung der Jünger durch Jesus und dessen Auftrag: „Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern.“

Diese Worte machten deutlich, dass die Verkündigung des Evangeliums untrennbar mit dem Hören auf Gottes Stimme verbunden sei, erklärte der Papst. Wer die Botschaft Christi weitergeben wolle, müsse sie zunächst selbst „tief im Herzen vernehmen“.

Die Wirksamkeit des christlichen Zeugnisses hänge dabei nicht in erster Linie von Methoden oder Strategien ab. „Die Kraft des Apostolats beruht nämlich – jenseits von Techniken und Mitteln – auf dem Wirken des Heiligen Geistes in uns und auf der Wahrhaftigkeit unserer Antwort“, betonte Leo XIV. Unter Bezugnahme auf den heiligen Thomas von Aquin erinnerte er daran, dass Verkündigung die „Weitergabe dessen, was wir betrachtet haben“, sei.

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Zudem unterstrich der Pontifex, dass ein kontemplatives Leben nicht nur wenigen Auserwählten vorbehalten sei. Jeder Mensch könne im Alltag Zeiten der Stille finden, um Gott zu begegnen. Es gelte, trotz der täglichen Verpflichtungen Momente der Ruhe zu bewahren, um auf Gottes Stimme zu hören, ihm Sorgen und Freuden anzuvertrauen und das eigene Leben im Licht des Glaubens zu betrachten.

Botschaft der Liebe: „Die Welt hat sie sehr nötig“

Aus einer solchen geistlichen Verwurzelung erwachse ein glaubwürdiges christliches Zeugnis, betonte der Papst. Wer auf Gottes Stimme höre und sein Leben an Christus ausrichte, werde zu einem Menschen mit „festem und bewusstem Glauben“ und damit zu einem glaubwürdigen Zeugen des Evangeliums. Christen seien berufen, dessen Licht „in jedem Umfeld und in jeder Lebenssituation widerzuspiegeln“ – auch dort, wo die Botschaft nicht verstanden oder abgelehnt werde.

Leo XIV. erinnerte daran, dass die Herausforderung, den Glauben unter schwierigen Bedingungen zu leben, die Kirche seit ihren Anfängen begleite. Bereits die ersten christlichen Gemeinden seien Widerständen und Verfolgungen ausgesetzt gewesen. Der Evangelist Matthäus habe sein Evangelium an Gemeinschaften gerichtet, die unter Anfeindungen zu leiden hätten und immer wieder von Angst und Entmutigung bedroht gewesen seien. Ähnliche Erfahrungen machten auch heute zahlreiche Christen in verschiedenen Teilen der Welt.

Vor diesem Hintergrund rief der Papst dazu auf, auch in schwierigen Zeiten an der Botschaft Jesu festzuhalten. Es sei „heute wie damals eine Herausforderung“, den Lehren Christi treu zu bleiben und sein Wort zu verkünden. Konkret bedeute dies, „auf Hass mit Liebe zu antworten, auf Überheblichkeit mit Sanftmut und auf Entmutigung mit Beharrlichkeit“.

Die Kraft dazu entspringe einer innigen Beziehung zu Christus, so Leo XIV. Nur wer die Wurzeln seines Glaubens und seiner Sendung in ihm verankere, könne den Mut finden, nicht aufzugeben. Abschließend appellierte der Papst an die Gläubigen, die Botschaft „der Hoffnung, der Liebe und des Friedens“ weiterhin unter allen Umständen weiterzugeben. „Die Welt hat sie sehr nötig“, betonte er.

A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...