Papst Leo XIV.: Spaltung und Verachtung des Andersseins führen zur Zerstörung
Papst Leo XIV. hat beim Angelus am Dreifaltigkeitssonntag vor den Folgen gesellschaftlicher Spaltung gewarnt. Vor rund 20.000 Gläubigen auf dem Petersplatz betonte er die Bedeutung von Gemeinschaft, Begegnung und gegenseitiger Offenheit.

Beim Angelus am Dreifaltigkeitssonntag hat Papst Leo XIV. vor den Folgen gesellschaftlicher Polarisierung und der Ablehnung von Vielfalt gewarnt. Vor tausenden Pilgern auf dem Petersplatz betonte er, dass das Geheimnis der Dreifaltigkeit zu Gemeinschaft, Begegnung und Liebe führe. Spaltungen und die Verachtung des Andersseins hingegen brächten „Zerstörung, Traurigkeit und Gefühllosigkeit“ hervor. Zugleich erneuerte der Papst seinen Appell an die politischen Verantwortlichen weltweit, sich für einen gerechten und dauerhaften Frieden einzusetzen.
Gemeinschaft statt Spaltung
Papst Leo XIV. hat am Dreifaltigkeitssonntag die Bedeutung von Gemeinschaft und gegenseitiger Offenheit hervorgehoben. Vor den rund 20.000 Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, warnte er vor den Folgen gesellschaftlicher Polarisierung. „Jedes Geschöpf“ sei auf „Gemeinschaft, Beziehung und Begegnung“ ausgerichtet, sagte der Papst. Umgekehrt führten „Spaltungen, Polarisierungen und die Verachtung des Andersseins“ zu „Zerstörung, Traurigkeit und Gefühllosigkeit“.
Die Kirche bezeichnete Leo XIV. als „Sakrament der Gemeinschaft“, als einen Ort der Begegnung, der Liebe und des Lebens. Mit dem Ende der Osterzeit und dem Fest der Heiligen Dreifaltigkeit biete sich die Gelegenheit, den Glaubensweg neu vom Zentrum her zu betrachten: vom Leben Gottes, „das sich uns in Jesus Christus geschenkt hat“. Dieses göttliche Leben sei eine „dynamische, unerschöpfliche, fruchtbare Gemeinschaft“, betonte der Papst. Durch das Wirken des Heiligen Geistes entstehe die Kirche als Raum, „an dem sich Himmel und Erde bereits berühren“.
Nikodemus als Beispiel für Offenheit
Papst Leo XIV. hat in seiner Betrachtung am Dreifaltigkeitssonntag die Gestalt des Nikodemus hervorgehoben, der als Mitglied des Hohen Rates zu den „führenden Männern Israels“ zählte. Trotz der kritischen Stimmen im eigenen Umfeld habe er dazu aufgerufen, Jesus zunächst selbst anzuhören, bevor ein Urteil gefällt werde.
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Nikodemus habe zuvor „von Gott, durch Christus selbst, den Geist der Gemeinschaft empfangen“, der das Herz für „die neue Wahrheit und das wahrhaft Neue öffnet“, so der Papst. Im Geheimnis der Dreifaltigkeit seien die Gläubigen „zu Hause“, wie sich Nikodemus bei Jesus geborgen gefühlt habe. Dieses göttliche Leben schenke dem „oft so unruhigen Herzen Frieden“ und ermögliche Begegnung „in der Freude des Heiligen Geistes“. Wer diesen Geist jedoch ablehne, so Leo XIV. weiter, der „altert schnell und voller Klagen“, sei „allein“ und „nie in festlicher Stimmung“.
Papst erneuert Friedensappell zum Ende des Marienmonats
Im Anschluss an das Angelusgebet hat Papst Leo XIV. den Blick auf den Abschluss des Marienmonats Mai gelenkt und seinen Appell für Frieden in der Welt bekräftigt. Vor den Gläubigen erinnerte er daran, dass in der ganzen Kirche „ein gemeinsamer Ruf nach Frieden erklungen“ sei. Besonders das Rosenkranzgebet habe die vom Krieg betroffenen Völker „wie in einer ununterbrochenen Kette der Fürsprache der Jungfrau Maria anvertraut“.
Der Papst hatte bereits am Vorabend bei einem großen Gebet in den Vatikanischen Gärten, an dem sich auch internationale Marienwallfahrtsorte beteiligten, zum Einsatz für den Frieden aufgerufen. Nun wandte er sich erneut an die politischen Verantwortlichen weltweit und bat: „Möge die göttliche Weisheit das Gewissen derer erleuchten, die Regierungsgewalt haben“, damit ihre Entscheidungen auf einen „gerechten und dauerhaften Frieden“ ausgerichtet seien.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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