Papst Leo XIV. überrascht Kinder im Sommerlager und warnt vor Handy-Abhängigkeit
Mit einer Begegnung im vatikanischen Sommerlager „Estate Ragazzi“ hat Papst Leo XIV. Kinder und Eltern gleichermaßen zum Nachdenken gebracht: Zwischen persönlichen Anekdoten, klaren Worten und humorvollen Vergleichen warnte er vor einer zu starken Abhängigkeit von Smartphone und Technik.

Mit einer Visite im vatikanischen Sommerlager „Estate Ragazzi“ hat Papst Leo XIV. mehr als 250 Kinder überrascht und ihnen eine klare Botschaft zum Umgang mit digitalen Medien mit auf den Weg gegeben. Bei der Begegnung in der Audienzhalle des Vatikans ermutigte der Pontifex die jungen Teilnehmer, Technologie verantwortungsvoll zu nutzen, zugleich aber persönliche Freundschaften, das Familienleben und das Gebet nicht durch Smartphone und Tablet verdrängen zu lassen. Besonders warnte er vor abhängig machenden Mechanismen, die nach seinen Worten bewusst in viele Apps und Programme eingebaut seien.
Technologie nutzen – aber echte Freundschaft nicht vergessen
Bei seiner Begegnung mit den Kindern des Sommerlagers „Estate Ragazzi“, das für die Kinder der Mitarbeiter des Heiligen Stuhls organisiert wird, zeigte sich Papst Leo XIV. nahbar und gesprächsbereit. Zwei Teilnehmer, Federico und Michela, richteten stellvertretend für die Gruppe Fragen an den Pontifex.
Dabei stand zunächst der Umgang mit digitalen Medien im Mittelpunkt. Auf die Frage, wie man Technologie sinnvoll nutzen könne, ohne die Menschen im eigenen Umfeld aus den Augen zu verlieren, betonte der Papst die Chancen moderner Technik, warnte jedoch vor einem übermäßigen Gebrauch. „Technologie kann sehr gut sein und uns bei vielen Dingen helfen, aber wenn wir zusammen sind, ist es nicht notwendig, ständig das Handy oder das Tablet in der Hand zu haben“, sagte er.
Zugleich unterstrich Leo XIV. die Bedeutung persönlicher Begegnungen und echter Freundschaften. Es sei wichtig, sich zu treffen, gemeinsam zu spielen und voneinander zu lernen. Der Mensch dürfe sich nicht auf die Rolle einer Maschine reduzieren lassen, sondern müsse die zwischenmenschliche Dimension seines Lebens pflegen. „Wir sind Menschen, Personen, und der Kontakt zu anderen ist von grundlegender Bedeutung“, erklärte der Papst.
In diesem Zusammenhang hob er auch die Rolle von Dialog und Gebet im Familienleben hervor. Zwar könnten Bibeltexte und Gebete heute auf dem Smartphone verfügbar sein, entscheidend sei jedoch die persönliche Beziehung zu Gott. „Gott will nicht auf das Handy schauen: Er will in unsere Herzen und in unser Leben blicken“, sagte der Pontifex und ermutigte die Familien, gemeinsam zu beten und den Glauben miteinander zu leben.
Warnung vor Smartphone-Abhängigkeit
Mit eindringlichen Worten wandte sich Papst Leo XIV. auch an die Eltern und warnte vor den Gefahren einer übermäßigen Smartphone-Nutzung. Der Pontifex verwies darauf, dass viele Anwendungen gezielt darauf ausgelegt seien, Nutzer möglichst lange an den Bildschirm zu binden. Es gelte daher, auf eine „Art von Abhängigkeit“ zu achten, „die bewusst in die Programme und Apps des Handys eingebaut wird“. Die Entwickler versuchten, Menschen von der Technologie abhängig zu machen, erklärte er.
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Als Gegenmittel empfahl Leo XIV. klare Regeln im Alltag. So könne man etwa festlegen, das Handy ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr zu nutzen oder feste Zeiten für Gespräche und gemeinsame Aktivitäten in der Familie einzuplanen. Entscheidend sei, Räume für echte Begegnungen zu schaffen.
„Wir sind doch nicht alle an ein Kabel angeschlossen, oder? Wir sind Menschen“, sagte der Papst. Deshalb müsse die menschliche Dimension des Lebens ebenso gepflegt werden wie die spirituelle. Er ermutigte Familien, gemeinsam zu beten und Gott zu suchen, um „ein wenig freier von dieser technologischen Abhängigkeit“ zu leben.
Aus eigener Erfahrung: Technik nicht blind vertrauen
Im weiteren Verlauf der Begegnung fragte die junge Michela den Papst nach einem Geheimnis seiner Reisen. Leo XIV. erinnerte dabei an die Zeit, als Reiserouten noch mit Straßenkarten geplant wurden, und schilderte mehrere Erlebnisse, bei denen ihn moderne Navigationssysteme in die Irre geführt hätten. Einmal habe ihn das GPS sogar auf einen falschen Weg geleitet, sodass er sein Ziel nicht erreichen konnte.
Die Anekdote nutzte der Papst, um vor einer unkritischen Abhängigkeit von technischen Hilfsmitteln zu warnen. „Es ist nicht gut, sich zu sehr auf die Technik zu verlassen“, betonte er. Stattdessen sollten junge Menschen lernen, selbstständig zu denken und ihre Fähigkeit zum kritischen Urteilen zu entwickeln. Nur so könne man erkennen, wohin man im Leben und auf seinen Wegen wirklich gehen wolle.
Abschließend ermutigte Leo XIV. die Kinder, ihre Talente zu entfalten und die Fähigkeiten zu nutzen, die Gott ihnen geschenkt habe. Technik könne zwar eine wertvolle Hilfe sein, ersetze jedoch nicht den menschlichen Verstand. „Ich brauche kein Handy, wenn mein Gehirn funktioniert“, sagte der Papst und fügte hinzu: „Es kann zwar helfen, ja, aber es ist auch wichtig, sich gut auf eine Reise vorzubereiten.“
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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