Vatikan

Papst Leo XIV. verleiht Pallium an neue Erzbischöfe – Josef Grünwidl vertritt Wien

Mit der Verleihung des Palliums als Zeichen kirchlicher Einheit und Verantwortung hat Papst Leo XIV. die neu ernannten Metropolitan-Erzbischöfe in ihr Amt eingeführt. Aus dem deutschsprachigen Raum erhielt heuer der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl das traditionsreiche Wollband und sprach über dessen Bedeutung als Auftrag zum Hirtenamt.

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Andreas Nachbar
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Papst Leo XIV. verleiht Pallium an neue Erzbischöfe – Josef Grünwidl vertritt Wien
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News

Beim feierlichen Gottesdienst zum Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus hat Papst Leo XIV. den neu ernannten Metropolitan-Erzbischöfen das Pallium überreicht. Das aus Lämmerwolle gefertigte weiße Wollband gilt als Zeichen der Verbundenheit mit dem Papst und des Hirtenamtes. Aus dem deutschsprachigen Raum erhielt in diesem Jahr allein der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl das Pallium.

Herkunft und Bedeutung des Palliums

Das Pallium ist ein liturgisches Amtszeichen, das ausschließlich Erzbischöfen vorbehalten ist, die einer Kirchenprovinz vorstehen. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Hülle“; ursprünglich bezeichnete er ein mantelartiges Gewand der römischen Antike und galt als Insigne hoher Amtsträger.
Seit dem 6. Jahrhundert ist das Pallium fester Bestandteil päpstlicher Symbolik, mit der der Papst ausgewählte Bischöfe auszeichnete. Ab dem 9. Jahrhundert wurde es zur Voraussetzung für die Amtsausübung von Metropoliten, die es zuvor beim Heiligen Stuhl erbitten mussten. Gefertigt wird das Wollband aus der Wolle sogenannter Agnes-Lämmer, die jeweils am 21. Januar, dem Fest der heiligen Agnes, vom Papst gesegnet werden. Die Tiere werden von Benediktinerinnen von Santa Cecilia in Trastevere gehalten. Das Pallium selbst symbolisiert den guten Hirten, der das verlorene Schaf auf seinen Schultern trägt.

Sechs schwarze Kreuze sind in das Band eingestickt, drei Nadeln befestigen es am Messgewand – eine Erinnerung an die drei Nägel der Kreuzigung Jesu. Vor der feierlichen Übergabe werden die Pallien in der sogenannten Palliumnische beim Petrusgrab im Petersdom verwahrt. Auch der Papst trägt ein Pallium, das sich durch rote statt schwarze Kreuze unterscheidet und im Gegensatz zu den Metropoliten weltweit getragen werden darf, während diese es nur innerhalb ihrer Kirchenprovinz verwenden.

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„Zeichen des Hirtenamtes“

Das aus Lämmerwolle gefertigte Pallium gilt in der katholischen Kirche als sichtbares Zeichen der Leitungsgewalt von Erzbischöfen. Zugleich verweist es auf das biblische Bild des guten Hirten, der sich um die ihm anvertrauten Menschen kümmert und „die verlorenen Schafe auf seinen Schultern trägt“.

Papst Leo XIV. hob in seiner Ansprache die spirituelle Bedeutung des weißen Wollbandes hervor. Es sei „weit mehr als ein liturgisches Zeichen“ und stehe für den konkreten Dienst am Volk Gottes. „Diese mit Kreuzen verzierten weißen Wollbänder bringen die Verpflichtung eines jeden Hirten – aber auch eines jeden Christen – zum Ausdruck, die Brüder und Schwestern auf seine Schultern zu nehmen“, so der Papst. Damit sei auch der Einsatz von „Kraft, Zeit und Mühe“ verbunden, im Extremfall sogar die Bereitschaft, „das eigene Leben für sie zu opfern“.

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hob die Bedeutung des Palliums als zentrales Symbol seines Amtes hervor. „Das Pallium wird ja gemacht aus der Wolle der Lämmer der heiligen Agnes. Es ist ein Symbol“, sagte er. Das Lamm und das Wollband mit den schwarzen Kreuzen erinnerten ihn „noch einmal stärker an die Aufgabe und, ich würde sagen, an das Geschenk, Hirte sein zu dürfen, als Erzbischof“. Zugleich betonte Grünwidl die kirchliche Dimension des Zeichens. Es sei „ein Symbol der tiefen Verbundenheit mit dem Heiligen Vater und zugleich der Auftrag, Hirte zu sein für die Menschen“.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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