StartVaticanPapst Leo XIV. warnt beim Angelus vor „Gräbern des Egoismus“

Papst Leo XIV. warnt beim Angelus vor „Gräbern des Egoismus“

Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. eindringlich vor den zerstörerischen Folgen von Egoismus, Gewalt und Oberflächlichkeit gewarnt. Vor rund 10.000 Gläubigen betonte er, dass in diesen „Gräbern“ kein Leben zu finden sei, sondern nur Verwirrung und Einsamkeit. Zugleich rief er dazu auf, sich an der Botschaft Jesu zu orientieren, Hoffnung zu schöpfen und angesichts globaler Krisen entschlossen für Frieden und Menschenwürde einzutreten.

Von den Felsbrocken der Gräber des Egoismus befreien

Mit Verweis auf das Sonntagsevangelium von der Auferweckung des Lazarus betonte Papst Leo XIV., dass die Zusage Jesu „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ auch heute gelte. Wahres Leben und Heil seien im auferstandenen Christus zu finden – nicht in vergänglichen Dingen. Zugleich warnte er vor der Illusion, materieller Besitz, Ruhm oder flüchtige Vergnügungen könnten den Menschen erfüllen oder gar unsterblich machen. Jeder Mensch trage eine tiefe Sehnsucht nach Unendlichkeit in sich, erinnerte der Papst unter Bezug auf Augustinus von Hippo. Doch nichts Endliches könne diesen inneren Durst stillen – wirklicher Frieden sei erst in der Beziehung zu Gott zu finden.

Die Sonntagsliturgie mit dem Evangelium von der Auferweckung des Lazarus sei eine Einladung, „auf dieses tiefe Bedürfnis zu hören“ und sich innerlich erneuern zu lassen, erklärte Papst Leo XIV. weiter. Mit der Kraft des Heiligen Geistes könnten sich Menschen von Gewohnheiten und Denkweisen lösen, die sie „wie Felsbrocken“ in den „Gräbern des Egoismus, des Materialismus, der Gewalt und der Oberflächlichkeit“ festhielten. Dort gebe es „kein Leben“, sondern nur „Verwirrung, Unzufriedenheit und Einsamkeit“. Zugleich unterstrich der Papst die bleibende Aktualität des biblischen Rufes Jesu „Komm heraus!“ (Joh 11,43). Dieser Zuspruch ermutige dazu, aus innerer Enge und Selbstbezogenheit herauszutreten und sich durch Gottes Gnade erneuern zu lassen – hin zu einem Leben, das von Hoffnung und Liebe geprägt ist, „ohne Berechnung und ohne Maß“.

Mahnung zu Solidarität und Frieden

Mit deutlichen Worten nutzte Papst Leo XIV. das Mittagsgebet, um auf die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und in weiteren Krisenregionen aufmerksam zu machen. Angesichts des Leids „so vieler wehrloser Opfer“ dürfe die Welt nicht schweigen, betonte er. Das, was den Betroffenen widerfahre, „verwundet die ganze Menschheit“; Tod und Schmerz seien ein „Skandal für die gesamte Menschheitsfamilie“ und zugleich ein „Aufschrei vor Gott“.

Der Papst erneuerte seinen eindringlichen Aufruf zum Gebet und forderte ein Ende der Gewalt. Mit Nachdruck warb er für Wege des Friedens, die auf ehrlichem Dialog und der Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen gründen.

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