Familie

Papst Leo XIV. warnt vor „Pandemie der Einsamkeit“ und stärkt Rolle der Familie

Papst Leo XIV. hat bei einer Audienz mit EU-Abgeordneten vor einer „Pandemie der Einsamkeit“ in Europa gewarnt und die Familie als zentrales Fundament zur Bewältigung der demografischen Krise hervorgehoben.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. warnt vor „Pandemie der Einsamkeit“ und stärkt Rolle der Familie
(c) davegerber - pixabay user_id:8308904

Papst Leo XIV. hat die Familie als unverzichtbares Fundament der Gesellschaft bezeichnet und sie als Schlüssel zur Bewältigung der demografischen Krise Europas hervorgehoben. Bei einer Audienz für EU-Abgeordnete warnte der Pontifex vor den Folgen von Individualismus, Überalterung und einer „Pandemie der Einsamkeit“. Zugleich appellierte er an Politik und Gesellschaft, die Familie auf Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau stärker zu fördern und generationenübergreifende Solidarität neu zu beleben.

„Pandemie der Einsamkeit“

Papst Leo XIV. hat bei einer Audienz mit Mitgliedern der interfraktionellen Arbeitsgruppe „Demografie“ des Europäischen Parlaments vor den sozialen Folgen des demografischen Wandels in Europa gewarnt. Angesichts einer alternden Bevölkerung sprach er von einer „dringenden Herausforderung“, die über reine Statistik hinausgehe: Demografische Daten erzählten „von Vaterschaft, Mutterschaft und Kindern“, die „die Zukunft“ seien.

Besonders hob der Pontifex das Problem einer zunehmenden sozialen Isolation hervor, das er als „Pandemie der Einsamkeit“ bezeichnete. Die in Europa fehlende „Solidarität zwischen den Generationen“ sei dabei eine zentrale Schwachstelle, die einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung entgegenstehe. Zugleich äußerte Leo grundsätzliche Kritik an der gesellschaftlichen Entwicklung in Europa. Er sprach von einer „Ablehnung der christlichen Inspiration“ der EU-Gründergeneration, die zu einer „Zeit drastischer Unfruchtbarkeit“ beigetragen habe. Neben demografischen Faktoren verwies er dabei auch auf politische und kulturelle Entwicklungen, die seiner Ansicht nach die Familiengründung erschwerten und „das Fundament des Wunsches nach Familiengründung selbst untergraben“.

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In diesem Zusammenhang rief Leo XIV. dazu auf, die demografischen Herausforderungen Europas umfassend, das heißt akademisch, politisch und gesellschaftlich, zu analysieren. Diese entwickelten sich zu einem „entscheidenden Scheideweg für die anthropologische, soziale und wirtschaftliche Zukunft Europas“. Besondere Verantwortung komme dabei den Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu, die eng mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und „innovative Ideen“ entwickeln sollten. Solche Ansätze seien, so der Pontifex, „dringend notwendig“ für Europa und die Welt. Als Grundlage jeder Lösung nannte er die „grundlegende Würde aller Menschen“ sowie die zentrale Rolle der Familie, die er als „erste und unersetzliche Schule des gesellschaftlichen Lebens“ bezeichnete und die „auf der Ehe zwischen Mann und Frau gründet“.

Familie als Gegenmodell zu Staatseingriff und Individualismus

Der Papst rief die Politik dazu auf, die „gemeinsame Verantwortung“ sowie die aktive Rolle der Familien im sozialen, politischen und kulturellen Leben stärker zu fördern. Nur wenn der „zentrale Platz der Familie“ geachtet werde und das Subsidiaritätsprinzip gelte, lasse sich eine Balance zwischen „übermäßiger staatlicher Einmischung“ und Individualismus wahren. Diese Prinzipien seien „unveränderliche Leitlinien“, um grundlegende Fragen nach dem Sinn menschlichen Lebens, einer „wahrhaft menschlichen Gesellschaft“ und der Zukunft kommender Generationen zu beantworten.

Die Politik in den EU-Staaten und auf europäischer Ebene müsse daher, so Leo, „in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft entwickelt und formuliert werden“, stets mit dem Ziel, die Würde des Menschen zu fördern. Auf dieser Grundlage könne ein „wahrhaft menschlicher Weg“ aus der demografischen Krise entstehen, der auf Gemeinwohl und das Wohlergehen künftiger Generationen ausgerichtet sei.


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