Papst nimmt Rücktrittsgesuch von Speyerer Bischof Wiesemann an
Nach mehr als 18 Jahren endet die Amtszeit von Karl-Heinz Wiesemann in Speyer. Der Bischof zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Papst Leo XIV. nahm das Rücktrittsgesuch des Speyerer Bischofs Karl-Heinz Wiesemann an. Wiesemann hatte das Bistum seit 2008 geleitet. Bischöfe sind zwar mit Vollendung des 75. Lebensjahres dazu verpflichtet, ihren Rücktritt einzureichen, dieses Alter hat der 66-jährige Bischof jedoch noch nicht erreicht. Als Gründe für das Rücktrittsgesuch nennt das Bistum gesundheitliche Gründe. Mit der Annahme des Gesuchs beginnt im Bistum Speyer die Sedisvakanz.
Wiesemann verabschiedet sich vom Bistum Speyer
Karl-Heinz Wiesemann hat das Bistum Speyer seit März 2008 geleitet. Nun endet seine Amtszeit mit der Annahme seines Rücktrittsgesuchs durch Papst Leo XIV. Der 66-Jährige war am 19. Dezember 2007 von Papst Benedikt XVI. zum Nachfolger von Bischof Anton Schlembach ernannt worden. Seine Amtseinführung fand am 2. März 2008 im Speyerer Dom statt.
In den vergangenen Jahren prägte Wiesemann nicht nur das Bistum Speyer, sondern übernahm auch auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz wichtige Aufgaben. Von 2011 bis 2016 stand er der Jugend-Kommission vor, anschließend bis 2021 der Glaubenskommission. Seit 2021 war er stellvertretender Vorsitzender der Liturgie-Kommission und Mitglied der Ökumene-Kommission. Zudem leitete er von 2013 bis 2019 die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf Bundesebene.
Mit seinem Rücktritt beginnt im Bistum Speyer nun eine neue Phase. Die sogenannte Sedisvakanz ist eingetreten, und auch die Amtszeit von Generalvikar Markus Magin endet damit automatisch. Auch Priesterrat und Diözesanversammlung hören auf zu bestehen. Bis ein neuer Bischof ernannt ist, soll ein vom Domkapitel gewählter Diözesanadministrator die Amtsgeschäfte weiterführen.
Für Wiesemann selbst ist der Abschied nach mehr als 18 Jahren mit Wehmut verbunden. „Das Herz ist mir schwer“, schreibt er auf der Internetseite des Bistums. Die Menschen in der Diözese seien ihm mit ihrer „Offenheit, ihrem Vertrauen und ihrer (saar-)pfälzischen Geselligkeit“ zu einer echten Heimat geworden. Zugleich dankte er allen, die den gemeinsamen Weg mit ihm und der Diözese gegangen seien.
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Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen
Wiesemann begründet seinen Rücktritt mit seiner gesundheitlichen Situation. Die Verantwortung als Bischof habe bei ihm „körperlich wie vor allem seelisch schwerwiegende Spuren“ hinterlassen, schreibt er auf der Internetseite des Bistums.
Zugleich habe er erkannt, dass ihm die Kraft fehle, „die ganze Wegstrecke bis zur vollständigen Umsetzung der anstehenden Strukturreformen zu gehen“. Auch mit Blick auf die bevorstehende Vorbereitung des 1000-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Speyerer Doms sieht Wiesemann die Notwendigkeit eines personellen Wechsels.
Der Dom werde in dieser Zeit einen Bischof brauchen, der „mit entsprechender Kraft und Leidenschaft“ dauerhaft präsent sein könne. Seine Entscheidung versteht Wiesemann daher auch als Verantwortung gegenüber dem Bistum. Wenn man einer Aufgabe nicht mehr im nötigen Umfang gerecht werden könne, sei es richtig, „das auf Zeit verliehene Amt für einen anderen, nun besser Geeigneten, wieder freizugeben“. Er wisse, dass sein Schritt viele Menschen bewegen werde, schreibt Wiesemann, und bittet zugleich um Verständnis für seine Entscheidung.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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