Papstpredigt: Pfingsten besiegelt den Sieg der Liebe über die Angst
Papst Leo hat in seiner Pfingstpredigt im Petersdom den Heiligen Geist als „Geist des Friedens“ bezeichnet, der Angst und Gewalt überwindet und die Welt zu Versöhnung und Einheit führt.

Mit einer eindringlichen Friedensbotschaft hat Papst Leo am Pfingstsonntag im Petersdom das Hochfest als „Wendepunkt der Menschheitsgeschichte“ bezeichnet. Der auferstandene Christus komme nicht mit Vergeltung, sondern mit Vergebung, sagte der Pontifex in seiner Predigt. Der Heilige Geist schreibe den „Kodex des Friedens“ in die Herzen der Menschen und verwandle das Chaos der Welt in Gemeinschaft, Wahrheit und Versöhnung.
Geist des Friedens
Mit einer eindringlichen Botschaft über Versöhnung und Frieden hat Papst Leo am Pfingstsonntag im Petersdom das Ende der Osterzeit gefeiert. Der Auferstandene bringe „nicht Vergeltung, sondern Vergebung“, sagte der Pontifex bei der feierlichen Messe zum Hochfest Pfingsten. Gerade in einer Welt voller Angst, Gewalt und Spaltung öffne Christus „die verschlossenen Türen“ der Menschen und schenke einen neuen Weg des Friedens. Pfingsten markiere den „Wendepunkt der Menschheitsgeschichte“, betonte der Papst. Während die Jünger nach Kreuzigung und Tod Jesu aus Furcht im Abendmahlssaal eingeschlossen gewesen seien, trete der Auferstandene mitten unter sie – „nicht mit den Waffen des Triumphs, sondern mit den Wunden seiner Kreuzigung“.
Vor dem Evangelium erklang im Petersdom die traditionelle Pfingstsequenz „Veni, Sancte Spiritus“ – „Komm herab, Heiliger Geist“. In seiner Predigt beschrieb Leo den Geist Gottes als „Geist des Friedens, der Mission und der Wahrheit“. Durch Tod und Auferstehung Christi sei Frieden zwischen Gott und den Menschen gestiftet worden. Dieser Friede, so der Papst, „entspringt der Vergebung und führt uns zur Vergebung“. Mit Pfingsten werde der Neue Bund besiegelt, der den Menschen ein neues Gesetz ins Herz schreibe: den „Kodex des Friedens“ und das „doppelte Gebot der Liebe“. Der Heilige Geist erinnere die Gläubigen „mit jedem Herzschlag“ daran. Zugleich verbinde das Wirken des Geistes die Völker der Erde und überwinde „die Sprachlosigkeit der Feindschaft“. Der Geist lehre die Menschheit „das Wort des Heils“, sagte Papst Leo.
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Gegen die Logik von Gewalt und Irrtum
Mit deutlichen Worten warnte Papst Leo vor Entwicklungen, die die Welt nicht erneuerten, sondern „durch Irrtümer und Gewalt altern lassen“. In seiner Predigt zum Pfingstfest stellte er dem die Kraft des Heiligen Geistes entgegen, der „den Verstand erleuchtet“ und den Menschen neue Hoffnung schenke. Der Geist Gottes verwandle nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Geschichte selbst, sagte der Pontifex. Er öffne die Welt „für das Heil“ und führe die Menschen in die Gemeinschaft mit Gott und untereinander. Die Kirche habe den Auftrag, diese Teilhabe sichtbar zu machen und „das Chaos der Welt“ in Einheit zu verwandeln.
Zugleich hob Leo die Bedeutung von Wahrheit und Verständigung hervor. Die Sendung der Kirche beginne mit der Verkündigung der Wahrheit über Gott und den Menschen. Der Heilige Geist fördere „Verständnis, Eintracht und eine kohärente Lebensweise“ und stärke so die Einheit der Gläubigen.
Der sogenannte Paraklet bewahre die Menschen zudem vor Haltungen, die Gemeinschaft zerstörten – „vor Parteilichkeit, Heuchelei und Moden, die das Licht des Evangeliums trüben“. Gottes Wahrheit bleibe deshalb „ein befreiendes Wort für alle Völker“ und könne jede Kultur von innen heraus verwandeln. Gerade darin liege das Wesen der Kirche, betonte der Papst abschließend: Sie sei „ein einziger Leib“, der aus Gott lebe und der Welt diene. Dank des Heiligen Geistes könne sie den Menschen „den wahren Frieden bringen, die rettende Wahrheit, nämlich Christus selbst“.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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