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Parolin beendet Mexiko-Reise mit Appell zu Empathie und Frieden

Verschwundene Angehörige, Gewalt und die Suche nach neuen Wegen des Zusammenlebens: In Mexiko begegnete Kardinal Pietro Parolin Menschen, die sich trotz großer Not für Frieden einsetzen. Ihr Engagement beeindruckte den Vatikan-Diplomaten – und wurde für ihn zum Beispiel dafür, wie Frieden wachsen kann.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Parolin beendet Mexiko-Reise mit Appell zu Empathie und Frieden
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ palinchak - Depositphotos - ID - 113945748

Mit einem eindringlichen Appell zu Mitgefühl und Beharrlichkeit im Einsatz für den Frieden hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Donnerstag seinen dreitägigen Mexiko-Aufenthalt beendet. Bei Gesprächen mit Präsidentin Claudia Sheinbaum, Außenminister Roberto Velasco Álvarez und Vertretern des Nationalen Dialogs für den Frieden standen die Gewalt in Mexiko, die Suche nach Verschwundenen und gemeinsame Wege zu mehr Frieden und Entwicklung im Mittelpunkt. Besonders beim Austausch mit Angehörigen von Gewaltopfern betonte Parolin: „Frieden beginnt mit der Fähigkeit, den Schmerz anderer mitzufühlen.“

Parolin wirbt für Dialog statt Stärke

Dem Mexiko-Besuch war ein Aufenthalt in Guatemala vorausgegangen. Dort hatte Parolin anlässlich des 90. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Guatemala und dem Heiligen Stuhl für eine „Diplomatie des Dialogs" geworben, die seiner Überzeugung nach wichtiger sein sollte als eine „Diplomatie der Stärke". Am 4. August reiste Parolin von Guatemala nach Mexiko weiter. Dort feierte er unter anderem eine Messe im Marienheiligtum Unserer Lieben Frau von Guadalupe. Bei seinen Gesprächen mit Präsidentin Claudia Sheinbaum standen nach Angaben des vatikanischen Staatssekretariats Fragen von gemeinsamem Interesse im Mittelpunkt, insbesondere die Förderung von Frieden und Entwicklung.

Auch mit dem mexikanischen Außenminister Roberto Velasco Álvarez tauschte sich Parolin aus. Thema waren die guten bilateralen Beziehungen zwischen Mexiko und dem Heiligen Stuhl sowie die aktuellen Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft.

Ein besonderer Schwerpunkt des Aufenthalts lag auf dem Treffen mit Vertretern des Nationalen Dialogs für den Frieden. Daran nahmen Wissenschaftler, Regierungsvertreter, Religionsführer, Unternehmer und Polizisten ebenso teil wie Mütter, die nach ihren verschwundenen Angehörigen suchen. Vertreten waren zudem Delegierte aus mehreren besonders stark von Gewalt betroffenen Bundesstaaten. Parolins Botschaft: Frieden braucht Dialog, Empathie und einen langen Atem. Die Erfahrungen der Beteiligten könnten auch für andere von Gewalt betroffene Regionen zum Vorbild werden.

Frieden braucht Mitgefühl

Beim Treffen mit den Vertretern stellte Parolin die Empathie für die Opfer von Gewalt in den Mittelpunkt. Frieden beginne mit der Fähigkeit, „den Schmerz anderer mitzufühlen“, betonte der Kardinal. Bezugnehmend auf das Zeugnis einer Mutter aus Puebla, die nach ihrem verschwundenen Sohn sucht, bezeichnete er Frieden als „eine Kunst“ und zugleich als tägliche Aufgabe.

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Parolin ermutigte die Teilnehmer, in ihrem Einsatz nicht nachzulassen. Ihre Erfahrungen könnten, so der Kardinal, auch anderen Regionen der Welt als Beispiel dienen, die unter Gewalt und Unsicherheit leiden.

Die Teilnehmer berichteten von konkreten Initiativen zur Friedensförderung. Angehörige von Verschwundenen und staatliche Stellen aus Puebla schilderten ihre Zusammenarbeit, die sich im Rahmen des Nationalen Dialogs entwickelt hat. Ein Polizeibeamter aus Ecatepec berichtete, dass verschiedene christliche Kirchen gemeinsam Friedensprojekte und ein bürgernahes Polizeimodell voranbringen. Auch aus Oaxaca wurden Erfahrungen eingebracht. Dort habe der Dialog Priestern in besonders gefährlichen Regionen neue Hoffnung und Unterstützung gegeben.

Zum Abschluss versicherte Parolin den Teilnehmern die Unterstützung des Heiligen Stuhls. Ihr Engagement schenke vielen von Gewalt geprägten Regionen Mexikos „Hoffnung“ und verdiene Anerkennung, betonte der Kardinal.


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