Welt

Paspt Leo XIV. reist nach Frankreich: Von Paris über Lourdes bis nach Metz

Vier Tage, fünf Stationen und ein vielfältiges Programm: Papst Leo XIV. reist Ende September erstmals nach Frankreich. Von Paris führt ihn der Weg über Lourdes bis nach Metz.

A
Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
Paspt Leo XIV. reist nach Frankreich: Von Paris über Lourdes bis nach Metz
(c) Candice Castelein

Papst Leo XIV. wird Ende September zu seiner ersten Apostolischen Reise nach Frankreich aufbrechen. Vom 25. bis 28. September führt ihn sein Weg nach Paris, Saint-Denis, Lourdes und Metz. Auf dem Programm stehen Begegnungen mit Politik und Gesellschaft, Gottesdienste und Gespräche mit Jugendlichen und kirchlichen Vertretern. Zugleich will der Papst mit einem Besuch in Metz die europäischen Friedens- und Einigungsideale des überzeugten Katholiken und Europapolitikers Robert Schuman würdigen. Vorgesehen ist zudem ein privates Treffen mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs – ein Termin, dessen Einzelheiten der Vatikan zunächst offenlässt.

Lichterprozession in Lourdes

Am Freitag beginnt die Reise in Paris mit dem offiziellen Empfang des Papstes und einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten im Élysée-Palast. Anschließend spricht Leo XIV. zu Vertretern staatlicher Institutionen, der Zivilgesellschaft und des Diplomatischen Corps. Am Nachmittag steht ein Besuch bei der UNESCO mit einer Ansprache auf dem Programm. Am späten Nachmittag feiert der Papst mit Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Seminaristen die Vesper in der Kathedrale Notre-Dame. Am Abend zieht es ihn nach Saint-Denis zu einer Gebetsvigil mit Jugendlichen im Stade de France.

Der Samstag steht zunächst im Zeichen sozialer und kirchlicher Begegnungen in Paris. Leo XIV. besucht das Sozial- und Integrationszentrum Maison Bakhita und trifft anschließend Mitglieder der Provinzialsynode sowie Katechumenen und Neugetaufte am Katholischen Institut von Paris. Am Nachmittag feiert der Papst die Heilige Messe auf der Place de la Concorde. Am Abend reist er weiter nach Lourdes, wo er nach seiner Ankunft an der Grotte von Massabielle betet.

Am Sonntag bleibt Leo XIV. den ganzen Tag in Lourdes. Am Morgen begegnet er den Bischöfen der Französischen Bischofskonferenz. Anschließend feiert er im Heiligtum die Sonntagsmesse und betet den Angelus. Am Nachmittag sind Begegnungen mit Mitarbeitern und betreuten Menschen des Pilgerdienstes Accueil Notre-Dame sowie ein privater Besuch bei den Karmelitinnen vorgesehen. Den Abschluss des Tages bildet am Abend die traditionelle Lichterprozession mit Rosenkranzgebet im Marienheiligtum.

Metz und die europäischen Wurzeln

Am Montag reist Leo XIV. zum Abschluss seiner Frankreichreise nach Metz. Dort stehen zunächst ein interreligiöses Treffen sowie eine Veranstaltung über die Wurzeln Europas und die Bedeutung von Frieden und Einheit auf dem Programm. Bei beiden Begegnungen wird der Papst Ansprachen halten. Der Besuch in Metz knüpft dabei besonders an die europäische Geschichte der Stadt und an das Wirken Robert Schumans an. Am Nachmittag feiert Leo XIV. eine Heilige Messe in der Kathedrale Saint-Étienne. Anschließend wird er offiziell verabschiedet und tritt die Rückreise nach Rom an.

Während seiner Frankreichreise ist außerdem ein privates Treffen mit Missbrauchsbetroffenen vorgesehen. Nach Angaben des vatikanischen Pressesaals werden die Betroffenen selbst an der Vorbereitung der Begegnung beteiligt sein. Weitere Einzelheiten zu Ort, Zeitpunkt und Teilnehmerzahl wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Das Treffen reiht sich in die Bemühungen der katholischen Kirche ein, die Missbrauchsfälle aufzuarbeiten und Verantwortung gegenüber den Betroffenen zu übernehmen.

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Frankreich freut sich auf den Papst

In der Französischen Bischofskonferenz ist die Vorfreude auf den Besuch von Leo XIV. groß. Kardinal Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille und Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz, betont, dass das Reiseprogramm in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Vatikan, den beteiligten Diözesen und dem Heiligtum von Lourdes detailliert vorbereitet worden sei. Nun sei es eine große Freude, das Programm mit ganz Frankreich zu teilen.

Auch Bischof Benoît Bertrand von Pontoise lädt die Bevölkerung ausdrücklich dazu ein, den Papst willkommen zu heißen. Die Vorbereitungen sollen so gestaltet werden, dass möglichst viele Menschen an den Begegnungen teilnehmen können – unabhängig davon, ob sie katholisch oder gläubig sind.

Das Logo der Papstreise ist an ein kreisförmiges Kirchenfenster angelehnt und erinnert damit an die Rosetten gotischer Kathedralen. Es soll für Gemeinschaft und Einheit in der Kirche stehen. Im Zentrum finden sich ein Spitzbogen und ein Kreuz als Zeichen der apostolischen und liturgischen Dimension der Reise. Eine Taube mit einem Olivenzweig verweist auf den Heiligen Geist und den Frieden. Auch die Farbgestaltung verbindet Frankreich und den Vatikan: Blau, Weiß und Rot greifen die französischen Nationalfarben auf, während Gelb und Orange für das Licht stehen und Grün die Hoffnung symbolisiert.

Das Motto der Reise lautet „Damit die Welt das Leben habe“ (vgl. Joh 6,51). Es verweist auf Christus als den Erlöser und auf das Leben, das er der Welt schenken will.


A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand – melden Sie sich für unseren Newsletter an