StartGlaubenRainer Maria Kardinal Woelki ruft zu Nähe in der Fastenzeit auf

Rainer Maria Kardinal Woelki ruft zu Nähe in der Fastenzeit auf

Unter dem Leitwort „Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören“ (Psalm 91,15a) stellt Rainer Maria Kardinal Woelki seinen diesjährigen Fastenhirtenbrief in den Dienst eines einfachen, aber eindringlichen Impulses: täglich acht Minuten bewusst Zeit zu schenken – Gott und den Mitmenschen. Der Erzbischof von Köln wirbt dafür, die Fastenzeit als Schule der Aufmerksamkeit zu leben, Einsamkeit wahrzunehmen und Kirchengemeinden als „Orte der Freundschaft“ erfahrbar zu machen, an denen gilt: Hier ist jemand da, wenn ich ihn brauche.

Getragen von Orten der Freundschaft

Ausgehend von einer persönlichen Begegnung macht Kardinal Woelki deutlich, welche Kraft schon wenige Minuten echten Zuhörens entfalten können – gerade in schwierigen Lebenssituationen. Dieses Bild der „acht Minuten“ überträgt er auf die Fastenzeit und versteht es als konkreten Auftrag: füreinander präsent zu sein, Einsamkeit sensibel wahrzunehmen und Menschen in belastenden Phasen nicht allein zu lassen. Mit besonderem Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene verweist er auf wachsende Überforderung, Zukunftssorgen und Isolation. Umso dringlicher, so der Erzbischof, brauche es verlässliche Orte der Freundschaft und des Angenommenseins.

Die Kirchengemeinden versteht Kardinal Woelki als „Orte der Freundschaft“, an denen Menschen willkommen sind und echte Gemeinschaft erfahren können. Es wäre ein starkes Signal, so der Erzbischof, wenn Besucher in den kommenden Wochen konkret spürten: Hier ist jemand für mich da. Hier werde ich wahrgenommen und angenommen, wie ich bin. Mit Blick auf die Fastenzeit ruft Woelki ausdrücklich dazu auf, auch jene einzuladen, die der Kirche fernstehen oder seit Langem keinen Kontakt mehr hatten. Schon kleine Gesten der Aufmerksamkeit, wie etwa ein Anruf, ein gemeinsamer Weg oder auch ein stilles Gebet, könnten dabei viel bewirken.

Zugleich richtet der Kölner Erzbischof seinen Blick auf die Freundschaft mit Gott. In diesem Zusammenhang hob Kardinal Woelki die christliche Kernbotschaft hervor: In Jesus Christus ist Gott selbst Mensch geworden.

„Wer glaubt, ist nie allein“

Wer Gott bewusst Zeit schenke und ihm Nöte und Ängste anvertraue, eröffne Raum für Veränderung und neue Hoffnung. Diese erneuerte Nähe könne im Gebet, in der Heiligen Schrift, in der Eucharistie oder in der stillen Anbetung wachsen. Mit Verweis auf das Evangelium vom ersten Fastensonntag erinnert Woelki daran, dass Jesus selbst Zeiten der Wüste, der Versuchung und der Einsamkeit kannte – getragen jedoch von der Nähe seines Vaters. „Er ist nicht fern. Er ist uns nahe. Er ist unser Bruder und Herr. Jesus verurteilt uns nicht, sondern richtet uns auf“, betonte Kardinal Woelki. Gerade in Momenten von Einsamkeit und Sorge, wenn wir ihn am meisten brauchen, bleibe Christus an der Seite.

Vor diesem Hintergrund zitierte er Papst Benedikt XIV.: „Wer glaubt, ist nie allein.“ Dieses Wort sei die große Wahrheit, so Woelki weiter. „Gott verlässt uns nicht. Niemals. Unsere Aufgabe als Christen ist es, diese Nähe und Liebe Gottes weiterzugeben – damit niemand allein bleibt. Gerade jetzt!“

Angesichts gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche ermutigt der Kölner Erzbischof dazu, bewusst Zeichen des Vertrauens, der Hoffnung und eines mutigen Glaubens zu setzen. Konkrete Formen könnten neue Gebetsinitiativen, Zeiten der Anbetung, soziale Projekte oder auch ein persönliches Glaubenszeugnis im Alltag sein.

Zum Abschluss seines Hirtenbriefes lädt der Kölner Erzbischof die Gläubigen ein, in der Fastenzeit täglich Zeit zu verschenken – an Gott oder an einen Menschen, der Nähe braucht. Ziel sei es, die erfahrene Liebe Gottes weiterzugeben, „damit niemand allein bleibt“.

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