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Schottland: Katholische Lehrerin nach Äußerung ihrer Pro-Life-Überzeugung entlassen

Die ehrliche Antwort auf eine Schülerfrage kostete sie ihren Beruf: Eine katholische Lehrerin in Schottland wurde entlassen, nachdem sie ihre Pro-Life-Haltung aus religiöser Überzeugung erläutert hatte. Nun klagt sie wegen Diskriminierung.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Schottland: Katholische Lehrerin nach Äußerung ihrer Pro-Life-Überzeugung entlassen
(c) DeltaWorks - pixabay user_id:37465

Die in den USA geborene katholische Lehrerin Sarah Morse ist in Schottland entlassen worden, nachdem sie Schülern auf Nachfrage erklärt hatte, dass sie aus religiöser Überzeugung Abtreibung ablehnt. Die 66-Jährige sieht darin eine Verletzung ihrer Religionsfreiheit und klagt gegen den Angus Council wegen mutmaßlicher Diskriminierung. Unterstützt wird sie von der Society for the Protection of Unborn Children (SPUC), die den Fall als grundsätzliche Auseinandersetzung über die Freiheit von Lehrkräften bezeichnet, ihre gesetzlich geschützten Überzeugungen in angemessenem Rahmen zu äußern.

Pro-Life-Haltung führt zur Entlassung

In ihrem Geschichtsunterricht hatten 14- bis 15-jährige Schüler Sarah Morse nach ihren persönlichen Ansichten zu verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Themen gefragt, darunter Abtreibung und Transgender-Fragen. Auf die Frage nach ihrer Haltung zur Abtreibung erklärte die aus dem US-Bundesstaat Georgia stammende Lehrerin, sie lehne diese aufgrund ihres katholischen Glaubens ab. Zugleich betonte sie gegenüber der Klasse, es sei „in Ordnung, anderer Meinung zu sein“.

Erklärend sagte Morse zu den Schülern: „Ich bin eine gläubige römisch-katholische Christin, und ich bin dagegen.“

Noch am selben Tag sei sie ins Büro der Schulleitung gerufen worden. Dort habe sie erfahren, dass ihr Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet werde. Gegenüber der Sunday Times schilderte die 66-Jährige, sie sei darüber „fassungslos“ gewesen.

„Ich wurde sofort entlassen“, sagte Morse. Zudem sei ihr keine Gelegenheit gegeben worden, ihre Sicht der Ereignisse darzulegen. Weder habe man sie gefragt, wie ihre gesetzlich geschützten religiösen Überzeugungen im Unterrichtskontext geäußert worden seien, noch habe die Schulleiterin persönlich das Gespräch mit ihr gesucht.

Die Lehrerin sieht in ihrer Entlassung einen Angriff auf die Religionsfreiheit. „Wegen meiner religiösen Identität ausgeschlossen zu werden und dadurch meinen Lebensunterhalt zu verlieren, ist ein erschreckender Präzedenzfall für den Lehrberuf in Schottland“, erklärte sie gegenüber The Times. Sie gehe davon aus, in Schottland nie wieder zu unterrichten. „Es war ein absoluter Albtraum“, sagte Morse.

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SPUC unterstützt Klage gegen Schule

Nach ihrer Entlassung will sich Sarah Morse juristisch gegen das Vorgehen der Schule und der örtlichen Schulbehörde zur Wehr setzen. Unterstützung erhält die katholische Lehrerin von der SPUC, die den Fall als Verstoß gegen die Religionsfreiheit und geltendes Arbeitsrecht bewertet.

SPUC-Geschäftsführer Michael Robinson bezeichnete die Entlassung gegenüber The Courier als „ernste Angelegenheit“. Eine Lehrkraft dürfe nicht deshalb ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie die Frage eines Schülers „respektvoll und entsprechend ihrem Gewissen wahrheitsgemäß beantwortet“ habe. Die geltenden Vorgaben zur politischen Neutralität im Unterricht untersagten nicht, dass Lehrer ihre im Recht verankerten Glaubenshaltung äußern – sofern sie nicht versuchten, Schüler von diesen Ansichten zu überzeugen.

Zugleich erhob Robinson schwere Vorwürfe gegen die Schule. Nach seiner Darstellung sei Morse angedeutet worden, ihre Pro-Life-Haltung könne in ihrer Personalakte vermerkt werden, was sich negativ auf ihre künftigen Berufschancen auswirken könnte. Zudem habe die Schule kein ordnungsgemäßes Verfahren eingehalten. „Es gab keinen Versuch, Sarah anzuhören oder den Sachverhalt aufzuklären“, sagte Robinson. Auch die Schulleiterin habe das persönliche Gespräch mit der Lehrerin verweigert.

Der SPUC-Geschäftsführer sieht in dem Fall ein Beispiel für den Umgang mit religiösen oder traditionellen Überzeugungen im öffentlichen Raum. „Sarah hat nichts falsch gemacht. Sie beantwortete lediglich Fragen einer Gruppe junger Menschen zu ihren gesetzlich geschützten Überzeugungen“, erklärte er.

Nach Angaben der Organisation bereitet ihr Rechtsteam inzwischen eine Klage gegen die Schule und den Angus Council wegen mutmaßlicher Diskriminierung vor. Morse sehe dem Gerichtsverfahren mit Zuversicht entgegen, so Robinson.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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