Synodalität: Entscheidungshoheit bleibt beim Bischof
Mehr Beteiligung für Laien, aber keine Verschiebung der kirchlichen Zuständigkeiten: Bei einer Tagung in Rom diskutierten Fachleute und Kirchenvertreter über synodale Leitungsmodelle, Ausbildungsmöglichkeiten und konkrete Erfahrungen gemeinsamer Verantwortung in der Kirche.

Bei einer internationalen Tagung zur Synodalität in Rom haben Kirchenvertreter und Experten für eine stärkere Beteiligung von Laien an Leitungs- und Entscheidungsprozessen in der katholischen Kirche geworben. Zugleich betonte die australische Kirchenexpertin Susan Pascoe, dass die letztliche Entscheidungsgewalt in den Diözesen weiterhin beim Bischof liege. Im Mittelpunkt des Symposiums standen Modelle gemeinsamer Verantwortung und die praktische Umsetzung synodaler Strukturen.
Bischof behält letzte Entscheidungsgewalt
Laien sollen nach Auffassung der australischen Kirchenexpertin Susan Pascoe stärker an Entscheidungsprozessen in der katholischen Kirche beteiligt werden. Zum Abschluss des Symposiums „Inklusive Kirchenleitung in der Synodalkirche“ in Rom verwies sie auf unterschiedliche Formen gemeinsamer Beratung und Mitverantwortung. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Laien gemeinsam mit ihren Brüdern und Schwestern im Ordens- und Weihedienst zur Entscheidungsfindung im kirchlichen Leben beitragen können“, sagte Pascoe.
Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die kirchenrechtlichen Zuständigkeiten unangetastet bleiben. In jeder Diözese liege die Entscheidungsgewalt letztlich beim Bischof; alle entsprechenden Gremien und Institutionen handelten „in Gemeinschaft mit ihm“.
Das Symposium war von Synodengeneralsekretär Kardinal Mario Grech eröffnet worden. Er betonte, dass „die Gemeinschaft – und nicht die Macht – der wahre Maßstab der Hierarchie“ sei. Grech rief die Teilnehmer zudem dazu auf, offen für die Führung des Heiligen Geistes zu bleiben und die Vision einer Kirche zu verwirklichen, die von Nächstenliebe, Mitverantwortung und Gastfreundschaft geprägt ist.
Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, wie Laien stärker an Leitungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt werden können. Internationale Fachleute aus Theologie, Kirchenrecht und pastoraler Praxis diskutierten dabei Modelle, in denen Laien Verantwortung in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen, Altenpflege und Sozialwesen übernehmen.
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Ausbildung von Laien
Mit Blick auf die Umsetzung der Synodalität hob Susan Pascoe die Bedeutung von Bildung und Qualifizierung hervor. Die „aktive und umfassende“ Beteiligung aller Getauften sei eines der Kernthemen der Weltsynode gewesen, betonte sie. Nun richte sich der Fokus verstärkt auf die Ausbildung jener Gläubigen, die sich stärker am kirchlichen Leben und am synodalen Weg beteiligen möchten.
Wie solche Bildungsangebote aussehen können, zeigte auch die Teilnahme der Linzer Pastoraltheologin Klara A. Csiszar. Die Synodale der Weltsynode in Rom hat an der Katholischen Privatuniversität Linz die „School of Synodality“ mit aufgebaut. Dort können Priester und andere Seelsorgende die Grundlagen und die Praxis einer synodalen Kirche vertiefen – von Gemeinschaft und Teilhabe bis hin zu Mission und geistlicher Unterscheidung.
Vorgestellt wurde in Rom zudem ein internationales Forschungsprojekt, das mehr als 100 kirchliche Leitungsstrukturen in englischsprachigen Ländern untersucht hat. Nach Angaben der Forscher verdeutlichen die Beispiele, wie synodale Formen gemeinsamer Verantwortung und Leitung bereits heute konkret umgesetzt werden können.
Zum Abschluss kündigte Pascoe für das Jahr 2028 eine internationale Konferenz an. Dort sollen nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenkommen, sondern auch Bischöfe, Laien und weitere Verantwortliche aus kirchlichen Entscheidungsprozessen. Ziel sei es, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und die Entwicklung synodaler Strukturen weltweit weiter voranzubringen.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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