Vatikan

Synodalkonferenz: Rom lässt deutsche Bischöfe weiter warten

Die Geduld in Deutschland wird auf die Probe gestellt: Während die geplante Synodalkonferenz im November erstmals zusammentreten sollte, liegt ihre Satzung weiterhin zur Prüfung in Rom.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Synodalkonferenz: Rom lässt deutsche Bischöfe weiter warten
© Deutsche Bischofskonferenz/Kopp

Die geplante Synodalkonferenz, mit der die umstrittenen Strukturen des deutschen Synodalen Wegs verstetigt werden sollen, kommt weiterhin nicht voran. Der Vatikan prüft die Satzung des neuen Gremiums bereits seit Ende März. Bischof Heiner Wilmer räumt nun ein, dass Rom „noch etwas Zeit“ benötigt. Damit wird auch der für November geplante Starttermin zunehmend fraglich. Im Zentrum der vatikanischen Prüfung steht weiterhin die Frage, wie weit Bischöfe und Laien gemeinsam über kirchliche Fragen beraten und entscheiden sollen.

Rom lässt weiter auf sich warten

„Die Satzung ist in Rom in Bearbeitung“, erklärte Bischof Heiner Wilmer in einem Interview mit dem Portal „Kirche+Leben“. Von den zuständigen Stellen habe er erfahren, dass die Prüfung „noch etwas Zeit“ benötige. Dennoch zeigte sich Wilmer zuversichtlich: „Ich bin zuversichtlich, dass wir da weiterkommen.“

Damit bekräftigte er seine bereits im Mai geäußerte Einschätzung, dass ein Treffen der Synodalkonferenz im November eher unwahrscheinlich sei. „Ich gehe persönlich nicht davon aus, dass wir schon im November zusammenkommen“, sagte er damals. Als Grund verwies er auf die „Dynamiken“ innerhalb des Vatikans, da die Satzung „von einem Dikasterium ins nächste“ weitergereicht werde.

Für den 6. und 7. November war die erste Sitzung der neuen Synodalkonferenz in Stuttgart vorgesehen. Ein weiteres Treffen sollte am 16. und 17. April 2027 in Würzburg stattfinden. Die Satzung wird jedoch bereits seit Ende März in Rom geprüft. Damit sind inzwischen fast sechs Monate vergangen – und bis zum ursprünglich geplanten Auftakt bleiben nur noch etwas mehr als zwei Monate.

Streitpunkt Entscheidungsbefugnis

Im Zentrum der vatikanischen Prüfung steht weiterhin eine grundlegende Frage: Wie weit sollen Diözesanbischöfe und Nicht-Bischöfe in dem neuen Gremium gemeinsam beraten und Entscheidungen treffen können? Die Satzung sieht vor, dass die Synodalkonferenz berät und „Beschlüsse im Sinne ‚synodaler Entscheidungsprozesse‘“ zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung fasst. Gerade diese Form gemeinsamer Entscheidungsfindung war in Rom in den vergangenen Jahren ein wesentlicher Kritikpunkt am deutschen Synodalen Weg.

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Allerdings hat der Vatikan weder unter Papst Franziskus noch bislang unter Papst Leo XIV. den Synodalen Weg als Ganzes förmlich untersagt. Zugleich gab es wiederholt deutliche vatikanische Hinweise auf die Grenzen synodaler Gremien und auf die Bindung kirchlicher Entscheidungsstrukturen an das geltende Kirchenrecht. Die ausstehende Zustimmung zur Satzung zeigt daher, dass die Frage nach der konkreten Ausgestaltung der Synodalkonferenz weiterhin keineswegs geklärt ist.

Wer könnte noch dazukommen?

Nicht alle deutschen Diözesanbischöfe tragen den eingeschlagenen Kurs des Synodalen Wegs mit. Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln sowie die Bischöfe Stefan Oster SDB aus Passau und Rudolf Voderholzer aus Regensburg haben sich bereits vor längerer Zeit aus dem Prozess zurückgezogen. Zuvor hatten vatikanische Stellen mehrfach deutliche Warnungen gegenüber dem deutschen Reformprozess ausgesprochen. Auch der inzwischen zurückgetretene Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB hatte den Synodalen Weg verlassen.

Diese Distanzierung hatte auch Folgen für die Vorbereitung der geplanten Synodalkonferenz. Der Synodale Ausschuss wurde nicht von der Deutschen Bischofskonferenz getragen, sondern von einem eigens von den übrigen 23 Diözesen gegründeten Verein.

Sollte Rom der Satzung der Synodalkonferenz zustimmen, könnte sich die Zusammensetzung des Gremiums allerdings verändern. Es ist denkbar, dass sich auch die bislang ferngebliebenen Bischöfe anschließen. Oster hatte bereits im März seine Bereitschaft signalisiert. „Ich habe immer gesagt, dass ich mit der Weltkirche gehen werde“, erklärte er. Entscheidend sei für ihn, „wenn wir es im Einvernehmen mit der Weltkirche machen“. Dann, so Oster, „mache ich mit“.


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