Kultur

Tagebuch des Papstes: Vatikan veröffentlicht persönliche Notizen von Papst Franziskus

Über 30 Jahre persönlicher Aufzeichnungen von Jorge Mario Bergoglio werden nun erstmals veröffentlicht – kommentiert von einem seiner engsten Vertrauten.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Tagebuch des Papstes: Vatikan veröffentlicht persönliche Notizen von Papst Franziskus
Papst Franziskus unternimmt eine Asienreise - eine Reise der Unterstützung.

Was ging in Jorge Mario Bergoglio vor – lange bevor er Papst Franziskus wurde und auch während seiner zwölf Jahre an der Spitze der katholischen Kirche? Nun soll ein bislang nicht öffentlich zugänglicher Teil seines persönlichen Schreibens ans Licht kommen: Der Vatikan kündigt die Veröffentlichung von Notizen an, die Franziskus über mehr als drei Jahrzehnte hinweg verfasste. Das Tagebuch reicht von 1992 bis August 2024 und damit weit in eine Zeit zurück, als er noch nicht an der Spitze der katholischen Kirche stand. Kommentiert wird der persönliche Text von Kardinal Víctor Manuel Fernández, einem engen Vertrauten Franziskus’.

Franziskus’ persönliche Notizen kommen ans Licht

Mehr als ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus sollen nun bislang unveröffentlichte persönliche Aufzeichnungen des Argentiniers erscheinen. Der Vatikanverlag kündigte das von Kardinal Víctor Manuel Fernández herausgegebene und kommentierte Buch an. Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre und ein Vertrauter Franziskus’, macht darin die Aufzeichnungen von Jorge Mario Bergoglio einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Franziskus leitete die katholische Kirche vom 13. März 2013 bis zu seinem Tod am 21. April 2025. Wenige Monate zuvor war bereits seine Autobiografie „Hoffe“ erschienen – als erste Autobiografie eines Papstes der Neuzeit, die noch zu dessen Lebzeiten veröffentlicht wurde.

Mit den nun angekündigten Notizen folgt ein weiterer persönlicher Einblick in das Leben des früheren Kirchenoberhaupts. Nach Angaben des Verlags handelt es sich um einen „Text von außergewöhnlichem Wert und Bedeutung“, der dazu beitragen soll, „noch mehr über die Person des Jesuitenpapstes zu erfahren“. Kommentiert werden die Aufzeichnungen von Fernández, der zu den engen Vertrauten Franziskus’ zählte.

Eine vergleichbare postume Veröffentlichung gab es zuletzt bei Papst Johannes XXIII. (1958–1963), dessen „Tagebuch einer Seele“ nach seinem Tod veröffentlicht und auch ins Deutsche übersetzt wurde. Benedikt XVI. hatte dagegen bereits vor seiner Wahl zum Papst als Kardinal seine Erinnerungen unter dem Titel „Aus meinem Leben“ veröffentlicht.

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Veröffentlichung in fünf Sprachen

Das Buch soll zunächst auf Italienisch, Spanisch, Englisch, Portugiesisch und Französisch erscheinen. Seine internationale Premiere erhält es bei der Frankfurter Buchmesse vom 7. bis 11. Oktober 2026. Ab dem 24. November soll der Band in insgesamt 94 Ländern erhältlich sein.

„Es ist uns eine große Ehre, diesen Text von Kardinal Fernández zu veröffentlichen“, erklärt Andrea Tornielli, Chefredakteur des Dikasteriums für Kommunikation. Die Veröffentlichung ermögliche es, „noch mehr über das Innenleben des argentinischen Papstes zu erfahren“.

Die Aufzeichnungen selbst umfassen einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten. Bergoglio schrieb sie zwischen dem 20. Dezember 1992 und dem 18. August 2024 nieder – zunächst als Erzbischof von Buenos Aires, später als Kardinal und schließlich als Papst.

Für Lorenzo Fazzini, Leiter des Vatikanverlags LEV, liegt der besondere Wert gerade in dieser persönlichen Perspektive. Das Buch mache „die persönlichen Seiten von Papst Franziskus“ zugänglich und eröffne damit einen Blick auf den Menschen hinter dem kirchlichen Amt.

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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