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Texas macht Bibel zur Pflichtlektüre an öffentlichen Schulen

In wenigen Jahren soll die Bibel Teil des Unterrichts an öffentlichen Schulen in Texas werden – von biblischen Geschichten in der Grundschule bis zur Bergpredigt in höheren Klassen. Die Entscheidung sorgt in den USA für heftige Debatten über Religion im Schulwesen und die Trennung von Staat und Kirche.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Texas macht Bibel zur Pflichtlektüre an öffentlichen Schulen
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ StockSnap - pixabay user_id:894430

Der US-Bundesstaat Texas führt ab 2030 die Bibel als verpflichtende Lektüre an öffentlichen Schulen ein. Eine vom republikanisch dominierten Bildungsausschuss beschlossene Leseliste sieht vor, dass Schüler je nach Schulstufe ausgewählte Passagen aus dem Alten und Neuen Testament lesen. Während Befürworter die Bedeutung der jüdisch-christlichen Tradition für die Geschichte der USA betonen, warnen Kritiker vor einem Verstoß gegen die Trennung von Staat und Kirche.

Kontroverse Diskussion: Bibellektüre wird Pflicht im Unterricht in Texas

Bildungsexperten verfolgen die Entwicklung in Texas mit großem Interesse. Die neue Pflichtleseliste gilt als die erste ihrer Art in den USA und soll ab 2030 für mehr als fünf Millionen Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen gelten. Vorgesehen ist die Lektüre ausgewählter Passagen aus dem Neuen Testament sowie Auszüge aus dem Buch Hiob.

Der republikanisch dominierte Bildungsausschuss verabschiedete die Liste nach wochenlangen kontroversen Debatten mit 9 zu 5 Stimmen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Texas vorgeschrieben, die Zehn Gebote in jedem Klassenzimmer öffentlicher Schulen auszuhängen.

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Befürworter sehen darin ein Bekenntnis zu den historischen Wurzeln der Vereinigten Staaten. Jüdisch-christliche Traditionen seien „von grundlegender Bedeutung“ für die Gründung der Nation und sollten sich daher auch im Unterricht widerspiegeln, argumentieren sie. Texas gilt als Vorreiter konservativer Bestrebungen, religiöse Inhalte stärker im Schulalltag zu verankern. So dürfen öffentliche Schulen bereits Seelsorger zur Beratung von Schülern einsetzen und einen optionalen, biblisch geprägten Lehrplan anbieten.

Kritik an Bibel-Pflicht

Die verpflichtende Leseliste umfasst biblische Inhalte für alle Schulstufen. Grundschüler sollen unter anderem Bilderbuchgeschichten wie „David und Goliath“ sowie „Daniel in der Löwengrube“ kennenlernen. Ab der vierten Klasse stehen Passagen über Jesus im Neuen Testament auf dem Programm, in der Mittelstufe die Bergpredigt. Für Oberstufenschüler sind ausgewählte Bibelstellen als Begleitlektüre zu Werken von Charles Dickens und Jane Austen sowie zu ihrem Roman „Stolz und Vorurteil“ vorgesehen.

Scharfe Kritik kommt von Verfechtern der Trennung von Staat und Kirche. „Die Regierung von Texas sollte sich niemals damit befassen, allen Menschen eine bestimmte Religion aufzuzwingen“, sagte Rachel Laser von der Organisation Americans United for Separation of Church and State gegenüber der New York Times. Ihre Organisation hatte bereits gegen das Gesetz geklagt, das das Aushängen der Zehn Gebote in texanischen Klassenzimmern vorschreibt.


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