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Treueeid in München: Bischof Würtz bekennt sich zu Verantwortung für Bayern und Deutschland

Bei einer Zeremonie in München hat der designierte Eichstätter Bischof Christian Würtz den traditionellen Treueeid abgelegt – mit klaren Worten zu Kirche, Staat und Verantwortung.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Treueeid in München: Bischof Würtz bekennt sich zu Verantwortung für Bayern und Deutschland
Foto: pde/Anika Taiber-Groh

Der designierte Eichstätter Bischof Christian Würtz hat in München den kirchenrechtlich vorgesehenen Treueeid auf den Freistaat Bayern und die Bundesrepublik Deutschland abgelegt. Ministerpräsident Markus Söder nahm den Eid persönlich entgegen. In seiner anschließenden Ansprache betonte Würtz, er verstehe den Treueeid nicht als Zeichen staatlicher Unterordnung der Kirche, sondern als Ausdruck von Freiheit und gemeinsamer Verantwortung. Zugleich verwies er auf die Rolle der Kirche bei der Verteidigung von Demokratie, Freiheit und Menschenwürde.

Treueeid als Zeichen der Freiheit

Der Treueeid katholischer Bischöfe geht auf Artikel 16 des Reichskonkordats von 1933 zurück. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gilt die entsprechende Regelung auch heute in Deutschland. Vor der Übernahme seines Bistums legt der jeweilige Bischof den Eid gegenüber dem zuständigen staatlichen Repräsentanten ab. Darin verpflichtet er sich unter anderem zur Treue gegenüber dem deutschen Staatswesen, zur Achtung der Verfassung und dazu, nach seinen Möglichkeiten Schaden vom Staat abzuwenden.

Bei der Zeremonie in München waren auch Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, sowie der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl anwesend. Würtz, bislang Weihbischof im Erzbistum Freiburg, wird am 4. Oktober in Eichstätt in sein neues Amt eingeführt. In seinen Worten nach der Eidesleistung machte der designierte Bischof deutlich, dass er darin weit mehr als einen formalen Akt sieht. Er habe den Eid „nicht als Zeichen einer Unterordnung der Kirche unter den Staat, sondern im doppelten Sinne als Preis der Freiheit“ geleistet.

Mit seinem neuen Amt verbinde sich für ihn auch eine Verantwortung gegenüber dem Land und seinen Menschen. Die Kirche wolle ihren Beitrag dazu leisten, „Demokratie, Freiheit und Menschenwürde gegen alle Angriffe zu verteidigen, in Bayern, in Deutschland und weltweit“, sagte Würtz.

Den Treueeid versteht er zugleich als Ausdruck eines partnerschaftlichen Verhältnisses zwischen Staat und Kirche. „Die Treue zum Evangelium und zur Kirche steht nicht im Widerspruch zur Verantwortung für unser Land und für die Menschen, die hier leben“, betonte der neue Eichstätter Bischof.

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Ministerpräsident Söder freut sich auf Zusammenarbeit

Seinen bevorstehenden Wechsel von Freiburg nach Eichstätt nahm Bischof Würtz mit einer Prise Humor. Augenzwinkernd sprach der Würtz vom „Badener in Bayern“ und bekannte: „Ich freue mich darauf, trotz des noch vorhandenen Trennungsschmerzes, nun in Bayern zu leben, zu arbeiten, zu wirken.“

Mit Blick auf seine Ernennung zeigte sich Würtz zufrieden mit seiner neuen Aufgabe. „Ich habe es gut erwischt – bzw. korrekter: Der Papst hat es gut mit mir gemeint“, sagte er. Nach seiner Amtseinführung am 4. Oktober hofft er, dass auch die Menschen in Eichstätt und darüber hinaus zu einem ähnlichen Urteil kommen: „Wir haben es gut erwischt.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hieß Bischof Würtz in Bayern willkommen und unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche. Das Verhältnis zwischen Kirche und Freistaat sei „seit jeher eng und von großer gesellschaftlicher Bedeutung“. Die Kirche habe die Aufgabe, den Glauben „verständlich und nah am Menschen“ zu vermitteln. Zugleich sehe er eine gemeinsame Verantwortung für die Demokratie und die Wahrung der Menschenwürde.

Söder verwies zudem auf die Unterstützung des Freistaats für christliche Hochschulen und Krankenhäuser sowie auf öffentliche Kreuze, Religionsunterricht und christliche Feiertage. Dass Staat und Kirche dabei nicht immer dieselbe Position vertreten, wertete der Ministerpräsident ausdrücklich nicht als Problem: „Das darf auch so sein.“ Für die Zukunft kündigte er Würtz eine „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ an.


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