Vandalismus in Medjugorje: Marienstatue geschändet und Außenaltar in Brand gesetzt
Während sich Medjugorje auf das bevorstehende Internationale Jugendfestival Mladifest mit Zehntausenden Teilnehmern aus aller Welt vorbereitet, sorgt ein Vorfall im bekannten Wallfahrtsort für Aufsehen. Die Ereignisse überschatten die Hochsaison der Pilgerreisen.

Mutmaßlich mehrere Täter haben den bekannten Marienwallfahrtsort Medjugorje in Bosnien und Herzegowina schwer beschädigt. In der Nacht auf Dienstag wurden die Marienstatue auf dem Erscheinungsberg Podbrdo mit schwarzer Farbe verunstaltet, das Blaue Kreuz beschmiert und ein Außenaltar hinter der Pfarrkirche St. Jakobus in Brand gesetzt. Die Polizei nahm inzwischen einen Tatverdächtigen fest; die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an.
Angriffe auf Heiligtümer in Medjugorje
Die Täter hinterließen an mehreren zentralen Gebetsstätten in Medjugorje provokante Botschaften und richteten erheblichen Schaden an. Auf dem Sockel der Marienstatue am Podbrdo, dem als Erscheinungsberg verehrten Ort, brachten sie die englische Aufschrift „Devil in a skirt“ („Teufel im Rock“) an. Zudem wurde ein nahegelegenes Transparent mit Botschaften wie „Međugorje je obmana“ („Medjugorje ist Betrug“), „Gospa = đavao“ („Muttergottes = Teufel“) und „Samo Isus“ („Nur Jesus“) beschriftet.
Auch weitere religiöse Stätten blieben nicht verschont. Das Blaue Kreuz, einer der meistbesuchten Gebetsorte des Wallfahrtsortes, wurde mit dem Wort „ZLO“ („Böse“) beschmiert. Am Kreuzberg Križevac, einer weiteren wichtigen Pilgerstätte, fanden sich mehrfach die Schriftzüge „devil“ („Teufel“). Auf einem in polnischer Sprache verfassten Transparent wurden zudem die Seher von Medjugorje namentlich genannt und als unglaubwürdig dargestellt.
Für besonderes Entsetzen sorgte ein Brandanschlag auf den erst kürzlich renovierten Außenaltar hinter der Pfarrkirche St. Jakobus. Eine Überwachungskamera zeichnete auf, wie ein Mann mit Kappe und Rucksack den Altar mit einer brennbaren Flüssigkeit übergoss, bevor Flammen aufloderten.
Die Polizei der West-Herzegowina-Gespanschaft teilte am Dienstagnachmittag mit, dass ein Tatverdächtiger festgenommen worden sei. Der Mann sei durch Aufnahmen von Überwachungskameras identifiziert worden. „Die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Falls dauern an“, teilten die Behörden mit.
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Der Verdächtige wurde zur weiteren kriminalpolizeilichen Bearbeitung auf die Polizeistation in Čitluk gebracht; die zuständige Staatsanwaltschaft wurde informiert. Über die Herkunft des Mannes und ein mögliches Motiv liegen bislang keine Angaben vor.
Zehntausende Pilger zu Mladifest erwartet
Die Vorfälle ereigneten sich während der Hochsaison der Pilgerreisen nach Medjugorje. Erst am 25. Juni war dort der 45. Jahrestag der ersten Berichte über Marienerscheinungen begangen worden. Auch das Fest des Pfarrpatrons St. Jakobus am 25. Juli zog zahlreiche Gläubige an. Am 1. August beginnt das 37. Internationale Jugendfestival (Mladifest), zu dem rund 50.000 Jugendliche aus aller Welt erwartet werden.
Das Pfarramt Medjugorje reagierte mit einem Aufruf zu Besonnenheit und Gebet. Pfarrer Fra Zvonimir Pavičić erklärte, man habe die Nachricht von der „Schändung der Gebetsstätten unserer Pfarrei“ mit „großer Trauer“ aufgenommen.
Die Schäden seien umgehend beseitigt worden, teilte das Pfarramt mit: „Wir haben sofort mit der Reinigung und Behebung der Schäden begonnen, damit alle Bereiche wieder würdig für das Gebet vorbereitet sind.“ Zugleich rief der Pfarrer die Gläubigen dazu auf, auf den Vorfall mit „Gebet, Fasten und Vergebung“ zu antworten.
Man bete auch für die Täter, „dass der Herr sie mit seiner Gnade berührt und auf den Weg des Guten führt“, hieß es in der Erklärung. Zudem bete man um Frieden „in den Herzen aller Menschen“.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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