Vatikan fordert besseren Zugang zu Wasser für Entwicklungsländer
Wasser als Menschenrecht statt als Handelsgut: Der Vatikan fordert bei den Vereinten Nationen mehr internationale Solidarität, um Milliarden Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Besonders Entwicklungsländer sollen stärker unterstützt werden.

Der Vatikan hat anlässlich der bevorstehenden UNO-Wasserkonferenz im Dezember diesen Jahres die internationale Gemeinschaft zu mehr Einsatz für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen aufgerufen. Bei einer UNO-Debatte in New York betonte der Heilige Stuhl, Wasser sei ein Gemeingut und kein Wirtschaftsgut. Besonders Entwicklungsländer benötigten mehr finanzielle Unterstützung, Technologietransfer und Bildungsmaßnahmen, um das Menschenrecht auf Wasser für alle zu verwirklichen.
Wasser als Gemeingut: Mehr Hilfe für den Zugang zu sauberem Trinkwasser
Der Heilige Stuhl hat bei einer UNO-Debatte in New York mehr Engagement für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen gefordert. Anlass war eine Sitzung zu den Nachhaltigkeitszielen mit dem Schwerpunkt Wasser und Sanitärversorgung.
Die Ständige Beobachtermission des Heiligen Stuhls verwies darauf, dass Milliarden Menschen weiterhin keinen Zugang zu sicherem und verlässlichem Wasser hätten, obwohl dieses für die „uneingeschränkte Wahrnehmung des Rechts auf Leben“ unverzichtbar sei. Dieser Zustand bedeute eine „tiefgreifende Ungerechtigkeit“ und eine „Verletzung der Menschenwürde“.
Zugleich kritisierte der Vatikan ein „Versagen“ bei der Umsetzung des entsprechenden Nachhaltigkeitsziels und beklagte einen „Mangel an Engagement“ der internationalen Gemeinschaft. Wasser müsse als „Gemeingut“ verstanden und allen Menschen zugänglich gemacht werden – „im Sinne von Gerechtigkeit, Solidarität und der universellen Bestimmung der Güter“.
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Besonders Entwicklungsländer bräuchten nach Ansicht des Heiligen Stuhls mehr Unterstützung. Gefordert werden ein verstärktes internationales Engagement sowie zusätzliche finanzielle Mittel, Technologietransfer und Kapazitätsaufbau, um die Wasserversorgung nachhaltig zu verbessern.
Verantwortungsbewusster Umgang statt Eigeninteressen
Nach Ansicht des Heiligen Stuhls reicht es nicht aus, die Wasserkrise allein mit technischen Maßnahmen anzugehen. Erforderlich sei vielmehr ein „tiefgreifender kultureller und ethischer Wandel“, der Wasser als gemeinsames Gut der Menschheit begreife und sich nicht von kurzfristigen Eigeninteressen leiten lasse.
Eine Schlüsselrolle komme dabei der Bildung zu. Programme zur Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser seien „von grundlegender Bedeutung“, erklärte die Vatikan-Delegation. Menschen sollten ermutigt werden, den Wert des Wassers anzuerkennen, Verschwendung zu vermeiden und nachhaltige Konsumgewohnheiten zu entwickeln.
Außerdem forderte der Heilige Stuhl ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Politische Maßnahmen müssten das Wohl „der Armen und Bedürftigen“ in den Mittelpunkt stellen und gewährleisten, „dass jeder Zugang zu diesem Gemeingut hat“.
Eine große Gelegenheit, die weltweiten Anstrengungen für eine gerechtere Wasserversorgung zu verstärken, sieht der Vatikan in der UNO-Wasserkonferenz 2026. Das Treffen findet vom 8. bis 10. Dezember 2026 in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt und widmet sich der Beschleunigung des Nachhaltigkeitsziels SDG 6 der Vereinten Nationen: dem Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen für alle.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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