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Vom „Hafen der Schande“ zum „Hafen der Hoffnung“: Papstbesuch setzt Zeichen auf den Kanarischen Inseln

Ein Papstbesuch verwandelt einen Ort der Krise in ein Symbol der Hoffnung: Auf den Kanaren rückt der Hafen von Arguineguín erneut in den Fokus. Zwischen Migration, gesellschaftlicher Spannung und Solidarität setzte der Besuch von Papst Leo XIV. ein deutliches Zeichen für Menschlichkeit und Anerkennung der Betroffenen.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Vom „Hafen der Schande“ zum „Hafen der Hoffnung“: Papstbesuch setzt Zeichen auf den Kanarischen Inseln
(c) Wikimedia Commons - Cécile Patry-Morel CC BY-SA 4.0

Bei seinem Besuch auf den Kanarischen Inseln hat Papst Leo XIV. den Hafen von Arguineguín, der während der Migrationskrise 2020 als „Hafen der Schande“ bekannt wurde, als Ort der Umdeutung und Hoffnung in den Mittelpunkt gestellt. Der örtliche Bischof José Mazuelos würdigte die Visite als starkes Signal für eine Region, die sich von politischen Institutionen oft übersehen fühlt, und sprach von einer „Ehre“ für die Bevölkerung. Der Papst traf dort auf Migranten, Helfer und Sicherheitskräfte und setzte damit ein bewusstes Zeichen für Würde, Solidarität und die Begleitung von Fluchtbewegungen.

Kanaren: zwischen politischer Spannung und gesellschaftlicher Solidarität

Nach Einschätzung des kanarischen Bischofs José Mazuelos habe der Besuch von Papst Leo XIV. in Las Palmas eine Gesellschaft in den Blick gerückt, die von politischer Polarisierung und intensiven ideologischen Debatten geprägt ist. Zugleich wies er darauf hin, dass sich viele Einwohner der Kanarischen Inseln in Krisensituationen – etwa im Zusammenhang mit Migrationsbewegungen oder gesundheitlichen Vorfällen wie dem Auftreten des Hantavirus bei ankommenden Schiffen – von der Politik nur unzureichend unterstützt fühlen.

Weiter hob Mazuelos hervor, dass diese Belastungen nicht zu einer Ablehnung gegenüber Schutzsuchenden geführt hätten. Rassistische Reaktionen oder Zurückweisungen von Migranten seien in der Bevölkerung nicht festzustellen. Vielmehr gehöre die Aufnahme von Menschen zum kulturellen Selbstverständnis der Kanarischen Inseln, was die Offenheit der lokalen Gesellschaft unterstreiche.

Mit deutlichen Worten beschrieb der Bischof zudem das Gefühl vieler Menschen, am Rand wahrgenommen zu werden. Die Region erlebe sich häufig als übersehen und wenig beachtet, so Mazuelos, der zugleich die Bedeutung des Papstbesuchs betonte: Dieser sei für die Bevölkerung eine besondere Ehre und ein Zeichen der Wertschätzung. Auch die Kirche vor Ort empfinde dadurch eine stärkere Verbundenheit mit dem Heiligen Stuhl und fühle sich in ihrer Arbeit bestätigt.

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Vom „Hafen der Schande“ zum Ort der Hoffnung

Der Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria, der einst als „Molo della vergogna“ – „Kai der Schande“ – Berühmtheit erlangte, stand im Mittelpunkt des Besuchs von Papst Leo XIV. auf den Kanarischen Inseln. Bischof José Mazuelos nutzte die Begegnung, um die tiefgreifenden sozialen Veränderungen der Region und die Rolle der Kirche in einer sich wandelnden Gesellschaft zu beschreiben.

Die Kirche stehe vor klaren Aufgaben, so Mazuelos: Sie müsse „die Migrationsprozesse begleiten und strukturieren“ und zugleich auf die Herausforderungen einer fortschreitenden Säkularisierung reagieren. Der rasante Ausbau des Tourismus habe die Inseln von einer ländlich geprägten Struktur zu einer Wohlstandsgesellschaft verändert, in der traditionelle Bindungen teilweise schwächer geworden seien. Gleichzeitig habe sich eines gehalten, betonte der Bischof: die Marienverehrung als fester Bestandteil des Glaubenslebens.

Das Leitwort des Papstbesuchs – „Alzad la mirada“ („Erhebt eure Augen“) – verstehe die Kirche als Auftrag, offener und zugewandter aufzutreten. Besonders eindrücklich sei der Besuch im Hafen gewesen, der während der Migrationskrise zeitweise Tausende Menschen unter prekären Bedingungen aufnahm. Heute erinnere der Ort an die damalige Not, aber auch an die Hilfe durch Organisationen wie die Caritas sowie an Migranten aus Ländern wie Venezuela oder Kuba, die inzwischen Teil der lokalen Gesellschaft geworden seien.

Im Zentrum der Begegnung stand auch das Gespräch mit Helfern und Betroffenen, etwa mit Fischern der Seenotrettung sowie Einsatzkräften der Nationalpolizei, der Guardia Civil und des Roten Kreuzes. Der Papst griff dabei die von seinem Vorgänger Franziskus formulierten Grundprinzipien auf: „fördern, beschützen, aufnehmen, integrieren“. Diese Leitlinien seien, so Mazuelos, auch für die Kanaren handlungsleitend.

„Der Hafen der Schande ist zum Hafen der Hoffnung geworden“, fasste der Bischof die Entwicklung zusammen. Zugleich erhielten Migranten die Möglichkeit, ihre Geschichten zu erzählen – ein sichtbares Zeichen dafür, dass sie nicht nur ankommen, sondern als Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden sollen.

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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