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Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung: Frieden für Mensch und Schöpfung

Zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September ruft Weihbischof Rolf Lohmann zu einem konsequenten Einsatz für Frieden, Klima- und Umweltschutz auf.

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Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung: Frieden für Mensch und Schöpfung
(c) Tuor - pixabay user_id:15754904

Krieg hinterlasse nicht nur menschliches Leid, sondern verwüste auch Lebensräume und belaste Böden, Wasser und Atmosphäre. Zugleich warnt Lohmann vor den ökologischen Folgen des wachsenden Einsatzes Künstlicher Intelligenz und fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie.

Wo Krieg herrscht, leidet auch die Umwelt

Der Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung verbindet zwei zentrale Anliegen: den Einsatz für den Frieden und die Verantwortung für die natürliche Umwelt. In der katholischen Kirche wurde der 1. September 2015 von Papst Franziskus erstmals als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung begangen. Mit dem Weltgebetstag beginnt zugleich die Schöpfungszeit, die bis zum 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, dauert.

„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern“ (Jes 2,4): Mit diesem Hoffnungswort aus dem Buch Jesaja stellt Papst Leo XIV. den diesjährigen Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September unter das Zeichen des Friedens. Weihbischof Lohmann, in der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt- und Klimafragen zuständig, lenkt dabei den Blick auf eine häufig übersehene Folge von Kriegen: ihre verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt.

Krieg bedeutet nicht nur Tod, Flucht und Zerstörung für die betroffenen Menschen. Städte, Dörfer und Infrastruktur werden verwüstet, Wälder durch Artilleriebeschuss und Brände zerstört, Böden mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet und Grundwasser kontaminiert. Minen verwandeln vertraute Lebensräume in tödliche Gefahren – für Menschen ebenso wie für Tiere. Gleichzeitig verursacht die Kriegsführung erhebliche Mengen an Treibhausgasen. Allein der enorme Treibstoffverbrauch von Kampfjets und Panzern belastet das Klima. Die Folgen reichen weit über das Ende der Kampfhandlungen hinaus: Der Wiederaufbau und die Regeneration zerstörter Ökosysteme können Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern.

Auch KI braucht Grenzen

Ein weiterer Aspekt des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen ist der rasante Ausbau Künstlicher Intelligenz. Papst Leo XIV. hat dabei nicht nur die gesellschaftlichen und ethischen Folgen der Technologie im Blick, sondern auch ihre ökologischen Auswirkungen. In seiner Enzyklika Magnifica humanitas spricht er sich für eine „Entwaffnung“ der Künstlichen Intelligenz aus. Gemeint ist damit kein Verzicht auf die Technologie, sondern ihre Begrenzung zum Schutz des Menschen: „Entwaffnen bedeutet nicht, auf die Technologie zu verzichten, sondern zu verhindern, dass sie den Menschen beherrscht“ (MH 110).

Damit verbindet der Papst auch eine ökologische Verantwortung. Moderne KI-Systeme benötigen erhebliche Mengen an Energie und Wasser und verursachen einen hohen Ressourcenbedarf. Je leistungsfähiger die Modelle werden, desto größer ist der Bedarf an Rechenleistung und Speicherkapazität – und damit auch an Servern, Datenzentren und weiterer energieintensiver Infrastruktur.

Leo XIV. mahnt deshalb zu einem bewussteren Umgang mit den Folgen des technologischen Fortschritts. Es sei „unerlässlich, nachhaltigere technologische Lösungen zu entwickeln“, um die Umweltbelastungen zu begrenzen und das „gemeinsame Haus“ zu schützen (MH 101). Die Debatte über Künstliche Intelligenz müsse daher auch eine Debatte über ihren Energie- und Ressourcenverbrauch sein.

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Kein Aufschub beim Klimaschutz

Die Folgen des Klimawandels sind längst sichtbar: niedrige Pegelstände, ausgetrocknete Äcker und brennende Wälder haben in den vergangenen Monaten eindrücklich vor Augen geführt, wie knapp natürliche Ressourcen werden können. Für Weihbischof Rolf Lohmann ist das ein klarer Auftrag zum Handeln. Die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Klimawandels machten es notwendig, „Konsequenzen für unser Handeln zu ziehen“ – auch beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Besonders der hohe Wasserbedarf wird zunehmend zum Problem. Schon heute führt die Konkurrenz um die knappe Ressource in verschiedenen Regionen der Welt zu Konflikten. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass der Klimawandel Extremwetterereignisse künftig häufiger und intensiver werden lässt. Umwelt- und Klimaschutz sowie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels dürften deshalb „keinen Aufschub“ dulden, betont Lohmann. Beide Themen müssten „oben auf die politische Tagesordnung“.

Dabei versteht der Weihbischof Frieden umfassender als allein das Ende menschlicher Konflikte. Frieden schließe auch das Verhältnis des Menschen zur Umwelt ein: Er bedeute, „im Einklang mit Gottes gesamter Schöpfung zu leben“. Papst Leo XIV. bringt diesen Gedanken in seiner Botschaft zum Weltgebetstag auf den Punkt: „Wir sind dazu aufgerufen, unsere Herzen erneuern zu lassen, damit wir den Frieden suchen und für die Schöpfung sorgen können.“

In der Vision des Propheten Jesaja von den Schwertern, die zu Pflugscharen werden, verbindet sich damit eine Hoffnung, die über das Ende von Kriegen hinausweist. Sie steht für einen umfassenden Frieden – mit den Menschen und mit der gesamten Schöpfung. Für Lohmann ist diese Hoffnung nicht nur Teil der christlichen Botschaft, sondern zugleich ein Auftrag: Sie müsse „Triebkraft unseres Handelns“ sein.




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Redakteur / Autor bei GodMag.

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