Weltgebetstag für die Kirche in China: Bischof Meier kritisiert Chinas Religionspolitik
Zum Weltgebetstag für die Kirche in China warnt der Augsburger Bischof Bertram Meier vor zunehmenden Einschränkungen der Religionsfreiheit durch den chinesischen Staat.
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Zum Weltgebetstag für die Kirche in China hat der Augsburger Bischof Bertram Meier die zunehmenden Einschränkungen der Religionsfreiheit durch den chinesischen Staat kritisiert. Der Vorsitzende der Weltkirche-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz würdigte zugleich die Standhaftigkeit der Christen in China und rief die Katholiken in Deutschland zu Gebet und Solidarität mit den Gläubigen auf.
Kirche unter wachsendem Druck
Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat die zunehmenden Einschränkungen der Religionsfreiheit in China kritisiert. Staatliche Vorschriften und Regulierungen begrenzten den Handlungsspielraum von Christen und anderen Religionsgemeinschaften immer stärker, erklärte der Vorsitzende der Weltkirche-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Praktizierende Christen liefen dabei Gefahr, „auch ungewollt gegen den dichtmaschigen Katalog von Vorschriften zu verstoßen“. Zugleich würdigte Meier die Beharrlichkeit der Gläubigen in China. Dass Christen dort „dennoch immer wieder Wege finden, ihren Glauben zu leben“, zeuge von „großer Beharrlichkeit und innerer Stärke“.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung (KPV), die von der kommunistischen Regierung anerkannt wird, lange Zeit jedoch nicht vom Vatikan akzeptiert war. Jahrzehntelang bewegte sich ein Teil der katholischen Kirche deshalb im Untergrund. Ein weiterhin geheimes Abkommen zwischen Peking und dem Vatikan, das auf Papst Franziskus zurückgeht, sollte die Spannungen entschärfen. Zu den schärfsten Kritikern der Vereinbarung zählt der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun.
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Sorge um Isolation der Kirche
Mit Sorge blickt Meier auch auf die zunehmende Kontrolle digitaler Räume. Die „bürokratischen Detailregelungen“ entwickelten sich zu einem „immer engeren Korsett für das religiöse Leben“, sagte der Bischof. Selbst im Internet und in sozialen Netzwerken werde die Weitergabe von Glaubensinhalten „massiv eingeschränkt“ – gerade dort, wo sich viele junge Menschen aufhielten. Auch die zunehmende Ausreisebeschränkungen für Geistliche beklagte der Augsburger Bischof mit Blick auf die katholischen Kirche in China. Dadurch würden Begegnungen und der Dialog mit Ortskirchen in Europa, die für viele Christen in China von großer Bedeutung seien, „erheblich erschwert“, erklärte der Vorsitzende der Weltkirche-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.
Gerade der internationale Austausch stärke jedoch die kirchliche Gemeinschaft, betonte Meier. Er eröffne „neue Perspektiven“ und gebe den Gläubigen Rückhalt. Würden diese Möglichkeiten weiter eingeschränkt, treffe dies „die Kirche als weltumspannende Gemeinschaft“.
Weiter rief der Augsburger Bischof die Katholiken in Deutschland zu Solidarität und Gebet für die Christen in China auf. Man solle ihnen zeigen, „dass sie trotz aller Einschränkungen nicht allein“ seien, sondern Teil der weltweiten Kirche blieben. Besonders verwies Meier auf die Muttergottes von Sheshan, deren Heiligtum von chinesischen Katholiken hoch verehrt wird. Sie möge den Gläubigen beistehen und ihnen Wege zeigen, „ihren Glauben zu leben und das Evangelium zu verkünden“.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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