Vatikan

Zwischen Stille und Aufbruch: Papst Leo XIV. eröffnet neue Ausstellung in Vatikan-Bibliothek

In der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek geht es um weit mehr als historische Schätze. Papst Leo XIV. nutzte die Eröffnung einer neuen Wasserausstellung, um über Orte nachzudenken, an denen Menschen zur Ruhe kommen, aber zugleich zum Fragen, Suchen und zum Dialog angeregt werden.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Zwischen Stille und Aufbruch: Papst Leo XIV. eröffnet neue Ausstellung in Vatikan-Bibliothek
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Die Apostolische Bibliothek des Vatikan ist weit mehr als ein stiller Ort für alte Bücher. An seinem 71. Geburtstag besuchte Papst Leo XIV. die weltberühmte Sammlung und eröffnete dabei eine neue Ausstellung: Sie erzählt von einer der elementarsten Kräfte des Lebens – dem Wasser. Eine Bibliothek ist, so der Papst, jedoch mehr als nur eine Sammlung von Büchern. Sie ist trotz der Stille ein Ort des Austauschs und der Verbindung.

Ein Ort, der Fragen weckt

Bei seinem ersten Besuch in der vatikanischen Bibliothek am Montag, sprach Papst Leo XIV. über die besondere Kraft von Büchern – und über die Aufgabe der Bibliothek in einer zunehmend digitalen Welt. Leo kennt die Welt der Bücher gewissermaßen aus seiner Familie: Seine Mutter war Bibliothekarin. Umso persönlicher wirkte sein Blick auf die Institution. Eine Bibliothek erscheine zunächst als „ruhiger, beschaulicher Ort“, sagte der Papst. Doch Bücher könnten weit mehr: Sie beruhigten zwar, „wecken“ zugleich aber „Unruhe, nähren die Sehnsucht und den Mut zur Suche“.

Genau darin sieht Leo XIV. eine zentrale Aufgabe der Bibliothek. Sie solle der „Tiefe einer solchen Sehnsucht“ Raum geben und damit nicht nur der Kirche, sondern der gesamten Menschheit dienen.

Auch im digitalen Zeitalter behält für den Papst der physische Ort seine Bedeutung. Er begrüßte die Möglichkeiten der Digitalisierung und den weltweiten Zugang zu den Beständen. Zugleich müsse die Bibliothek ein „Ort der Diskretion und Ruhe“ bleiben. Denn sie sei eben „nicht nur eine Sammlung von Büchern“, die sich vom heimischen Computer aus abrufen lasse.

Entscheidend seien vielmehr die Menschen dahinter: Begegnungen, Austausch und die Entstehung neuer Gedanken. Für Leo XIV. liegt gerade in dieser Verbindung von Bewahrung und Offenheit die Zukunft der Institution.

Offen für die Welt

Für Papst Leo XIV. ist die Apostolische Bibliothek auch ein Zeugnis für die kulturelle Offenheit der Kirche. Ihre humanistischen Wurzeln zeigten sich darin, dass dort nicht allein theologische Werke zu finden seien, sondern Schriften aus zahlreichen Wissenschaftsbereichen, Religionen und Regionen der Welt.

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Die Bibliothek verbinde damit Vergangenheit und Gegenwart, sagte Leo XIV. Sie stehe für eine „alte und neue kulturelle Offenheit der Kirche“.

Passend dazu startet an diesem Montag eine neue Ausstellung zum Thema Wasser. „Wasser: Katastrophe und Wunder“ bildet den Auftakt eines auf fünf Jahre angelegten Ausstellungszyklus. Ein besonderer Blickfang ist die Installation „Diluvium“ des französischen Künstlers JR an der Fassade der Bibliothek. Sie greift ein Motiv aus einem Werk des französischen Illustrators Gustave Doré zur Sintflut auf.

Der Papst verband die Ausstellung mit einem Appell an die Bibliothek, weiterhin neue Wege zu suchen: „Treu der Vergangenheit und treu der Zukunft“ solle sie mit ihren eigenen Mitteln „neue Wege der Versöhnung“ finden. Die Ausstellung ist bis zum 14. Mai jeweils freitags und samstags zugänglich.

Die Eröffnung fiel zugleich auf Leos 71. Geburtstag. Zu den Gratulanten gehörten zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Aus Italien übermittelten unter anderem Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Staatspräsident Sergio Mattarella und Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri ihre Glückwünsche.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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