300.000 junge Menschen engagieren sich als Ministranten in Deutschland
Messdiener bleiben eine tragende Kraft des kirchlichen Lebens. Eine neue Erhebung der deutschen Bistümer belegt nicht nur die hohe Zahl junger Engagierter, sondern auch die wachsende Bedeutung des Ministrantendienstes für die Glaubensbiografien junger Katholiken.
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Trotz sinkender katholischer Jugendjahrgänge bleibt der Ministrantendienst eine tragende Säule der kirchlichen Jugendarbeit in Deutschland: Mehrere Hunderttausende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich bundesweit am Altar. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der deutschen Bistümer hervor, die beim Forum Ministrantenpastoral in Wiesbaden vorgestellt wurde. Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Messdiener für Liturgie, Gemeinschaft und Glaubensbildung junger Menschen.
Ministranten prägen Jugendpastoral
Rund 300.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich bundesweit als Ministranten. Das haben die deutschen Bistümer erhoben und beim Forum Ministrantenpastoral in Wiesbaden vorgestellt. Der Anteil der Mädchen und jungen Frauen liegt dabei bei etwa 54 Prozent.
„Die Ministranten gehören zu den stärksten und sichtbarsten Formen kirchlicher Jugendarbeit in Deutschland“, betonte Weihbischof Johannes Wübbe, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Wer ministriere, lerne nicht nur die Abläufe eines Gottesdienstes kennen, sondern gestalte das kirchliche Leben aktiv mit und sammle eigene Glaubenserfahrungen. Das sei „Jugendpastoral im besten Sinn“.
Das Forum Ministrantenpastoral fand vom 16. bis 18. Juni 2026 statt und wurde von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj) veranstaltet. Rund 60 Fachleute aus den deutschen Bistümern sowie Vertreter aus Wissenschaft, Ausbildung und pastoraler Praxis berieten dabei über die Zukunft der Ministrantenarbeit.
Die aktuelle Auswertung zeigt, dass der Altardienst trotz sinkender katholischer Jugendjahrgänge einer der wichtigsten Orte kirchlicher Jugendarbeit bleibt. Die höchste absolute Zahl an Ministranten verzeichnet das Bistum Rottenburg-Stuttgart mit 21.290 Engagierten. Im Erzbistum Paderborn liegt der Anteil der Messdiener bei 55 Prozent. Im Diaspora-Bistum Dresden-Meißen engagieren sich rund 3.400 junge Menschen – ein Zeichen für die besondere Bedeutung des Ministrantendienstes für das kirchliche Leben vor Ort.
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Glaubenserfahrungen von großer Bedeutung
Die aktuelle 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) zeigt, dass der Ministrantendienst für die Glaubensbiografien junger Katholiken zunehmend an Bedeutung gewinnt. Von den 14- bis 21-Jährigen in Westdeutschland, die die Erstkommunion empfangen haben oder gefirmt wurden, geben 47 Prozent an, selbst als Ministrantin oder Ministrant aktiv gewesen zu sein. In älteren Generationen liegt dieser Anteil deutlich niedriger.
Für Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Präsident des internationalen Ministrantenbundes Coetus Internationalis Ministrantium (CIM), ist das ein starkes Zeichen für die Bedeutung dieses Engagements. „Ministranten zeigen, dass junge Menschen nicht nur Gäste in der Kirche sind“, betont er. Sie gestalteten die Liturgie aktiv mit, übernähmen Verantwortung und machten die Kirche vor Ort lebendig.
Zugleich verweist Krämer auf die verbindende Kraft des Dienstes am Altar: „Der Dienst am Altar verbindet junge Menschen über Grenzen, Sprachen und Kulturen hinweg.“ Gerade internationale Begegnungen zeigten, wie Gemeinschaft und Glaube über nationale Unterschiede hinaus erfahrbar würden.
Die Ergebnisse der aktuellen Ministrantenzählung sollen nun weiter ausgewertet werden. Geplant ist zudem, die Vernetzung der Bistümer auszubauen, die Beteiligung von Ministranten an kirchlichen Entwicklungsprozessen zu stärken sowie ehrenamtliche Gruppenleiter gezielt zu unterstützen.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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