In seiner ersten Osternacht als Oberhaupt der katholischen Kirche rief Papst Leo XIV. in seiner Predigt im Petersdom die Gläubigen weltweit zu einem erneuerten Engagement für Frieden, Eintracht und die Verkündigung des Evangeliums auf. Vor Tausenden von Menschen in der Basilika und auf dem Petersplatz betonte er die Kraft der Auferstehung als Quelle von Mut und Hoffnung.
Tausende Teilnehmer an der feierlichen Osternacht im Petersdom
Bei seiner ersten Osternacht als Papst eröffnete Papst Leo die feierliche Liturgie im Petersdom mit dem traditionellen Entzünden der Osterkerze. Das Licht verbreitete sich nach und nach in der ganzen Basilika und schuf eine eindrucksvolle Atmosphäre. Etwa 6.000 Gläubige verfolgten die Feier im Inneren, während rund 4.000 weitere Menschen die Osternacht auf dem Petersplatz über große Bildschirme miterlebten. Im weiteren Verlauf erklangen der traditionelle Osterlobgesang Exsultet sowie sieben Lesungen aus dem Alten Testament in verschiedenen Sprachen, die die Heilsgeschichte nachzeichneten.
In seiner Predigt griff der Papst aktuelle gesellschaftliche Spannungen auf und zog eine Parallele zur biblischen Auferstehungserzählung. Auch heute gebe es „Gräber“, die geöffnet werden müssten, sagte er – etwa in Form von Misstrauen, Angst, Egoismus und Groll. Diese inneren Belastungen könnten sich auch nach außen auswirken und zu Konflikten wie Krieg, Ungerechtigkeit oder Abschottung zwischen Völkern führen. Zugleich rief Leo dazu auf, sich von diesen Hindernissen nicht entmutigen zu lassen.
Weiter erinnerte Papst Leo daran, dass viele Menschen im Laufe der Geschichte mit Gottes Hilfe „schwere Steine“ überwunden hätten. Oft sei das mit großen Anstrengungen verbunden gewesen, nicht selten auch mit persönlichem Risiko bis hin zum Einsatz des eigenen Lebens. Dennoch hätten sie „Früchte des Guten hervorgebracht, die uns noch heute zugutekommen“, so der Papst. Dabei handle es sich nicht um außergewöhnliche oder unerreichbare Gestalten, sondern um „Menschen wie wir“, betonte Leo. Getragen von der Gnade des Auferstandenen hätten sie den Mut gefunden, in Liebe und Wahrheit zu handeln und zu sprechen – „mit den Worten, die Gott ihnen gibt“ und „aus der Kraft, die Gott verleiht“. Ihr Handeln sei darauf ausgerichtet gewesen, „damit in allem Gott verherrlicht werde“. Die Gläubigen rief der Papst dazu auf, sich an diesem Beispiel zu orientieren.
Aufbruch, um die österliche Botschaft in die Welt zu tragen
In diesem Kontext richtete Papst Leo den Blick auf das Leiden und die Auferstehung Jesu Christi. Mit eindringlichen Worten stellte er die Frage nach dem Maß göttlicher Liebe: „Gibt es eine größere Liebe? Eine vollkommenere Selbstlosigkeit?“ Der Auferstandene sei der „Schöpfer des Universums“, der den Menschen nicht nur ins Dasein gerufen, sondern „auch am Kreuz das Leben geschenkt hat“, um seine grenzenlose Liebe sichtbar zu machen.
Zugleich deutete der Papst die in der Osternacht vorgetragenen Lesungen als einen durchgehenden Weg von Gnade und Befreiung. In der Heilsgeschichte zeige sich, dass Gott auf die zerstörerische Kraft der Sünde „mit der Kraft der Liebe antwortet, die verbindet und wieder Leben schenkt“. Auch die Auferstehung Christi sei Ausdruck dieser Überlegenheit der Liebe: Sie sei „stärker als alle Macht des Bösen“, fähig, Hass zu überwinden und Gewalt zu brechen. Zwar könne der Mensch den Körper töten, so Leo, doch „das Leben des Gottes der Liebe ist ewiges Leben“, das über den Tod hinausreiche und von keinem Grab aufgehalten werden könne.
Zum Abschluss seiner Predigt zitierte Papst Leo den Kirchenvater Augustinus von Hippo und unterstrich damit die Verbindung zur Spiritualität des Augustinerordens, dem er angehört. Die österliche Botschaft sei ein Auftrag an die Gläubigen, „mit den Worten des Glaubens und Werken der Liebe“ Zeugnis zu geben und „mit unserem Leben das Halleluja zu singen“, das sie mit dem Mund verkünden. In Anlehnung an die biblische Erzählung von den Frauen am leeren Grab rief der Papst dazu auf, die Botschaft der Auferstehung aktiv weiterzutragen. Wie jene, die „eilten, um den Brüdern die Botschaft zu verkünden“, sollten auch die Gläubigen von der Basilika aus aufbrechen, um die frohe Botschaft in die Welt zu tragen. Mit der Kraft des Auferstandenen, so Leo, könne so eine „neue Welt des Friedens und der Einheit“ entstehen.

Allen ein gesegnetes Osterfest und das bald Frieden auf der ganzen Welt herrscht.