StartWeltUS-Bischöfe: Bestürzt über Trumps Äußerungen zu Papst Leo XIV.

US-Bischöfe: Bestürzt über Trumps Äußerungen zu Papst Leo XIV.

Der amerikanische Erzbischof Paul S. Coakley, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, zeigte sich in einer offiziellen Stellungnahme bestürzt über die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Papst Leo XIV. Auch Vertreter der italienischen Bischöfe sowie ein Vatikan-Vertreter wiesen die Kritik entschieden zurück und betonten die geistliche und moralische Rolle des Papstes jenseits politischer Auseinandersetzungen. Der US-Präsident bezeichnete Papst Leo XIV. auf der Plattform Truth Social unter anderem als „schrecklich“ in der Außenpolitik und warf ihm vor, der katholischen Kirche zu schaden. Die Kirche spricht von unangemessenen und herabwürdigenden Aussagen und fordert Respekt gegenüber dem Pontifex sowie seinem Amt.

Pontifex ist „Stellvertreter Christi“ und kein Außenpolitiker

Erzbischof Paul S. Coakley zeigte sich deutlich irritiert über die Wortwahl des US-Präsidenten und kritisierte dessen Ton gegenüber dem Kirchenoberhaupt scharf. „Ich bin enttäuscht darüber, dass der Präsident sich dazu entschieden hat, derart herabwürdigende Worte gegenüber dem Heiligen Vater zu wählen“, erklärte der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz. Papst Leo XIV. sei „weder sein Rivale, noch ist der Papst ein Politiker“, so Coakley weiter. Vielmehr sei er „der Stellvertreter Christi, der auf der Grundlage der Wahrheit des Evangeliums und für das Heil der Seelen spricht“.

Die Stellungnahme gilt als direkte Reaktion auf einen Beitrag auf der Plattform Truth Social, in dem US-Präsident Donald Trump den Papst zuvor ungewöhnlich scharf kritisiert hatte. Trump forderte, Papst Leo solle sich „zusammenreißen“ und nicht der „radikalen Linken“ nach dem Mund reden. Dieses Verhalten schade dem aus den USA stammenden Kirchenoberhaupt, vor allem aber „der katholischen Kirche“, so der Präsident weiter.

Besonders deutlich wurde Trump mit Blick auf die Wahl des Papstes im vergangenen Mai. Ohne ihn, so seine Darstellung, wäre Robert Prevost nicht zum Pontifex gewählt worden: „Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan“, schrieb er. Die Entscheidung der Kirche habe seiner Ansicht nach auch mit politischem Kalkül zu tun gehabt, da man sich durch einen US-Amerikaner an der Spitze bessere Beziehungen zur US-Regierung erhofft habe. Der Papst solle daher „dankbar“ sein, so Trump abschließend.

Kirche stellt sich geschlossen hinter Papst Leo XIV.

Auch das Präsidium der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) hat auf die Äußerungen aus den USA reagiert und seine „volle Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater Leo XIV.“ bekräftigt. In einer Mitteilung äußerten die italienischen Bischöfe zugleich ihr Bedauern über die Aussagen des US-Präsidenten und schlossen sich ausdrücklich der Position der US-Bischöfe an. „Der Papst ist kein politisches Gegenüber, sondern der Nachfolger Petri, der dazu berufen ist, dem Evangelium, der Wahrheit und dem Frieden zu dienen.“ In einer von internationalen Spannungen geprägten Zeit sei seine Stimme vielmehr „ein fordernder Appell an die Würde der Person, an den Dialog und die Verantwortung“, heißt es weiter. Die Kirche in Italien betonte zudem ihre „Nähe, Zuneigung und ihr Gebet“ für den Pontifex und appellierte an alle politischen Akteure, dem Papst und seinem Amt mit dem gebotenen Respekt zu begegnen.

Ein Vatikan-Vertreter hat die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. als Ausdruck politischer Hilflosigkeit gewertet. Der Jesuit Antonio Spadaro, Untersekretär in der Kulturbehörde des Vatikans, sprach in einem Beitrag in den sozialen Medien von einer „Deklaration der Ohnmacht“. Wenn politische Macht eine moralische Stimme angreife, geschehe dies häufig, weil sie diese nicht kontrollieren könne, schrieb er. Spadaro betonte weiter, Trump argumentiere nicht im eigentlichen Sinn mit dem Papst, sondern versuche vielmehr, ihn zu einer Sprache zu bewegen, die politisch steuerbar sei. Der Papst hingegen spreche „eine andere Sprache“, die sich nicht auf Kategorien wie „Gewalt, Sicherheit und nationales Interesse“ reduzieren lasse, so der Jesuit.

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