Papst Leo XIV. besuchte bei seiner ersten Station in Algerien ein Altenheim in Annaba. Dabei würdigte der Pontifex den interreligiösen Geist des von den Kleinen Schwestern der Armen geführten Altenheims, das sich nahe der Augustinus-Basilika befindet. In seiner Ansprache betonte er die verbindende Kraft von Nächstenliebe und Dienst am Menschen – unabhängig von religiösen Unterschieden – und lobte das Zusammenleben der überwiegend muslimischen Bewohner als Zeichen der Hoffnung in einer von Konflikten geprägten Welt.
Papst besucht Altenheim: Wo Glaube und Menschlichkeit zusammenleben
Bei seinem Besuch in Annaba hat Papst Leo XIV. das Altenheim aufgesucht und die Arbeit der Einrichtung gewürdigt. In dem Haus, das rund 40 ältere, oft alleinstehende Menschen betreut – viele von ihnen Muslime –, betonte der Papst die besondere Atmosphäre des Zusammenlebens: „Ich freue mich, weil hier Gott wohnt; denn wo es Liebe und Dienst gibt, da ist Gott.“ Zuvor hatten Bewohner sowie die Heimleitung den Gast empfangen und den interreligiösen Alltag geschildert. Ein Bewohner hob hervor, dass im Haus Religionsfreiheit gelebt werde: Unterschiede zwischen Islam und Christentum trennten nicht, sondern ermöglichten ein respektvolles Miteinander. Papst Leo XIV. griff diesen Gedanken auf und zeigte sich dankbar für das Zeugnis gelebter Geschwisterlichkeit. Mit Blick auf das Zusammenleben sagte er: Wenn Gott „ein Haus wie dieses“ sehe, in dem Menschen in Frieden miteinander lebten, könne man hoffen.
In seiner Ansprache fand Papst Leo XIV. auch eindringliche Worte für die Lage der Welt. Gottes Herz sei angesichts von Kriegen, Gewalt, Ungerechtigkeit und Lüge „gebrochen“, sagte er. Zugleich stellte er klar, dass Gott sich nicht auf die Seite der „boshaften, anmaßenden und hochmütigen Menschen“ stelle. „Das Herz Gottes schlägt für die Kleinen und Demütigen, und mit ihnen baut er Tag für Tag sein Reich der Liebe und des Friedens auf – so wie ihr es hier versucht, im täglichen Dienst, in der Freundschaft, im Zusammenleben“, so der Papst.
Zeichen gelebter Menschlichkeit im Alltag
Zu Beginn des Besuchs richtete die Leiterin der Schwesterngemeinschaft, Philomena Peter, ein Grußwort an den Gast. Sie beschrieb darin das Leben der Bewohner als geprägt von großer Lebenserfahrung, Weisheit und Dankbarkeit, zugleich aber auch von Einsamkeit, Leid und zahlreichen Herausforderungen. Umso bedeutender sei es, so die Ordensfrau, dass sie in der Einrichtung „Gottes große Liebe“ erfahren dürften – ein Geschenk und eine tiefe Freude für alle Beteiligten. Papst Leo XIV. besuchte damit bereits zum zweiten Mal im Rahmen einer Apostolischen Reise ein von den Kleinen Schwestern der Armen geführtes Altenheim. Zuvor machte er bereits bei seiner Reise in die Türkei in Istanbul in einem solchen Altenheim Station.
Unter den Bewohnern des Altenheims befindet sich auch der emeritierte Erzbischof von Algier, Paul Desfarges. Vor seiner Zeit als Erzbischof leitete er zuvor die Diözesen Constantine und Hippo und hatte dort auch Robert Prevost anlässlich der Einweihung der restaurierten Augustinus-Basilika empfangen. In einer Ansprache erinnerte Desfarges an die vielen kleinen Zeichen gelebter Menschlichkeit im Alltag des Hauses – ein Lächeln oder ein Händedruck, die er als Ausdruck einer „göttlichen Liebe“ verstand, die Menschen miteinander verbinde. Der Besuch des Papstes bestätige, so der emeritierte Erzbischof, die besondere Sendung der Einrichtung, Zeugnis für Gottes bedingungslose Zuwendung zu allen Menschen zu geben, insbesondere zu den Ärmsten. Papst Leo XIV. dankte dem emeritierten Bischof ausdrücklich für dessen Worte und sein langjähriges Engagement.
