Nach der verheerenden Attacke auf eine katholische Mission in der nordmosambikanischen Provinz Cabo Delgado hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Inácio Saure, die Gewalt scharf verurteilt. Er sprach von einem „barbarischen“ Angriff und rief zugleich eindringlich zu Respekt zwischen Christen und Muslimen auf. Hintergrund ist ein seit Jahren eskalierender Konflikt in Mosambik, bei dem islamistische Gruppen zunehmend gezielt religiöse Einrichtungen angreifen und die Zivilbevölkerung terrorisieren.
Kirche bei Angriff auf Christen zerstört
Die Provinz Cabo Delgado zählt trotz großer Vorkommen an Erdgas und Bodenschätzen zu den ärmsten Regionen Mosambiks. Seit dem Ausbruch des Konflikts im Jahr 2017 hat sich die Lage vor allem seit 2023 deutlich verschärft. Als zentraler Akteur gilt die islamistische Gruppierung Ahlu Sunna Wa Jama, die Verbindungen zum Islamischer Staat haben soll.
Die Gewalt hat massive Folgen für die Bevölkerung: Nach Angaben des UNHCR wurden allein im Jahr 2025 mehr als 110.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Zudem sind seit Oktober 2017 mindestens 117 Kirchen und Kapellen in der Diözese Pemba zerstört worden. Zuletzt geriet der Ort Meza Ende April ins Visier von Terroristen. Besonders erschüttert zeigte sich der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Inácio Saure, über den Angriff auf die traditionsreiche Mission St. Louis-Marie de Montfort in Minheueni. Die 1946 von niederländischen Missionaren gegründete Einrichtung, ein bedeutendes Zeugnis der frühen Evangelisierung der Region, wurde weitgehend zerstört.
Der Angriff ereignete sich nach Angaben von Inácio Saure am späten Donnerstagnachmittag. Bewaffnete Angreifer hätten die Pfarrkirche São Luís Maria de Montfort sowie zentrale Einrichtungen der Mission in Brand gesetzt, darunter das Sekretariat und die Residenz der Missionare. Auch ein Kindergarten sei verwüstet worden. Am Ende sei „die gesamte Mission in Trümmern“ zurückgelassen worden, schilderte der Erzbischof sichtlich erschüttert. Besonders besorgniserregend sei jedoch nicht nur die „barbarische Zerstörung“. Über die materiellen Schäden hinaus hätten die Täter gezielt „Hassbotschaften gegen die Christen“ verbreitet, berichtete Saure. Dies verschärfe die Spannungen zusätzlich und lasse eine weitere Eskalation der Gewalt befürchten.
„Wer Ohren hat, der höre“
Der jüngste Angriff auf die Mission der Montfortaner (SMM) reiht sich nach Einschätzung kirchlicher Vertreter in eine Serie von Gewalttaten ein, die bewaffneten Gruppen mit mutmaßlichen Verbindungen zum Islamischer Staat zugeschrieben werden. Vor diesem Hintergrund ruft die katholische Kirche in Mosambik zu einem klaren Bruch mit der Gewaltspirale auf. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz appellierte eindringlich, „Zerstörung und Tod“ zu beenden und jeder Form von Anstachelung zu Christenfeindlichkeit entgegenzutreten. Zugleich warnte er vor einer Gegenreaktion: „Möge Islamfeindlichkeit niemals aufkommen“, so der Geistliche, der betonte, Muslime seien „nicht unsere Feinde, sondern unsere geliebten Geschwister“.
Auch der Erzbischof von Nampula hob hervor, dass die christlichen Gemeinschaften im Land traditionell für ihr friedliches Zusammenleben bekannt seien. Die aktuelle Gewalt stehe „in völligem Widerspruch“ zur gelebten Kultur des Miteinanders verschiedener Religionen in Mosambik, erklärte Inácio Saure. Den jüngsten Angriff auf christliche Einrichtungen in Mosambik verurteilte er entschieden und sprach dabei als „Mosambikaner, Christ und Vorsitzender der Bischofskonferenz“ klar gegen jede Form von Gewalt. Er sprach von einem „verwerflichen Vorfall“ und unterstrich seine „entschiedenste Ablehnung der Gewalt gegen Christen“.
Zugleich richtete der Erzbischof einen eindringlichen Appell an das gesellschaftliche Miteinander in dem von Konflikten geprägten Land. Er rief zu „gegenseitigem Respekt und Liebe“ zwischen den Gläubigen der abrahamitischen Religionen auf und betonte, dass der „Gott Abrahams, Mohammeds und Jesu Christi“ kein Gott des Hasses, sondern „ein Gott der Liebe“ sei. Auch über die aktuelle Krise hinaus zeigte sich der Geistliche überzeugt, dass ein friedliches Zusammenleben nicht nur möglich, sondern notwendig sei. Er erklärte, er sei weiterhin sicher, „dass alle Menschen, ob gläubig oder nicht, in Harmonie und Frieden zusammenleben können und müssen“. Mit dem biblisch angelehnten Appell „Wer Ohren hat, der höre“ schloss Inácio Saure seine Botschaft ab.
