Christi Himmelfahrt: Rückkehr Jesu zu seinem Vater in den Himmel
Christi Himmelfahrt erinnert an die Rückkehr Jesu zu seinem Vater in den Himmel – 40 Tage nach Ostern feiern Christen weltweit das Hochfest.

40 Tage nach Ostern begeht die katholische Kirche mit Christi Himmelfahrt eines der zentralen Hochfeste des Kirchenjahres. Gefeiert wird die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater in den Himmel – ein Ereignis, das tief in der biblischen Tradition verwurzelt ist und bis heute religiöse wie gesellschaftliche Bedeutung besitzt. Während Gläubige der „Ascensio Domini“ gedenken, wird der Feiertag vielerorts zugleich als Vatertag begangen.
Aufnahme in die Herrlichkeit Gottes
Der Zahl 40 kommt in der Bibel eine besondere symbolische Bedeutung zu. So dauerte die Sintflut 40 Tage und das Volk Israel wanderte 40 Jahre lang durch die Wüste. Auch Mose verbrachte 40 Tage auf dem Berg Sinai und Jesus zog sich für 40 Tage in die Wüste zurück. Im christlichen Festkreis findet sich diese Zahl ebenfalls wieder: Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit, die – die Sonntage ausgenommen – bis Ostern reicht. Ebenso liegen zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt genau 40 Tage.
Nach der Apostelgeschichte erschien Jesus seinen Jüngern nach seiner Auferstehung noch 40 Tage lang, bevor er vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen wurde. Eine Wolke entzog ihn schließlich ihren Blicken. Theologisch wird die Himmelfahrt dabei nicht als räumliches „Hinaufsteigen“ verstanden, sondern als Zeichen dafür, dass Jesus Anteil am göttlichen Leben hat und endgültig in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen wurde.
Auch das Lukas-Evangelium schildert die Himmelfahrt Jesu eindrucksvoll. Dort heißt es: „Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben; sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.“ (Lk 24,50–52)
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Der Evangelist Lukas beschreibt Auferstehung und Erhöhung Jesu dabei als untrennbar miteinander verbunden. Die Darstellung der Himmelfahrt greift auf symbolhafte Bilder der jüdischen Tradition zurück, insbesondere auf das Motiv der „Entrückung“, wie es bereits aus alttestamentlichen Erzählungen bekannt ist. Die „Himmelfahrt“ ist daher nicht wörtlich zu verstehen, sondern als Ausdruck für die Aufnahme Jesu in die göttliche Herrlichkeit.
Christi Himmelfahrt: Eigenständiges Hochfest seit dem 4. Jahrhundert
In der frühen Kirche wurde Christi Himmelfahrt noch nicht als eigenständiger Feiertag begangen. Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu galten zunächst als zusammengehörige Ereignisse und wurden gemeinsam gefeiert. Erst ab dem 4. Jahrhundert entwickelte sich Christi Himmelfahrt zu einem eigenen Festtag im Kirchenjahr – gefeiert 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten.
Seither fällt das Hochfest auf den Donnerstag nach dem sechsten Sonntag der Osterzeit. Maßgeblich geprägt wurde diese Regelung durch das Konzil von Nicäa im Jahr 325, das die 40 Tage zwischen Auferstehung und Himmelfahrt verbindlich festlegte und Christi Himmelfahrt als eigenständiges Hochfest etablierte.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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