Glauben

Der Portiunkula-Ablass: Ein Vermächtnis des heiligen Franz von Assisi

Franz von Assisi wollte keinen Reichtum und keine Privilegien – sondern eine Möglichkeit, die Nähe Gottes erfahrbar zu machen. Der Portiunkula-Ablass ist Ausdruck dieses besonderen Anliegens.

A
Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Der Portiunkula-Ablass: Ein Vermächtnis des heiligen Franz von Assisi
(c) Wikimedia Commons - Acquario51 - CC BY-SA 4.0

Am 2. August feiert die Kirche den „Ablass von Assisi“, den sogenannten Portiunkula-Ablass. Er geht auf den heiligen Franz von Assisi zurück, der sich vor mehr als 800 Jahren dafür einsetzte, dass Gläubige ohne materielle Gegenleistung einen vollkommenen Ablass erlangen können. Was mit der Bitte des Ordensgründers an Papst Honorius III. begann, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Ablässe der Kirche. Papst Leo XIV. würdigte den Portiunkula-Ablass als „großes Geschenk“ und erinnerte zugleich an das Vermächtnis des „Poverello“ von Assisi, dessen Spiritualität bis heute Menschen auf der ganzen Welt inspiriert.

Portiunkula-Ablass – ein Gnadengeschenk des heiligen Franziskus

Der Portiunkula-Ablass geht auf den heiligen Franz von Assisi zurück. Der Ordensgründer bat Papst Honorius III. im Jahr 1216, allen Gläubigen einen vollkommenen Ablass zu gewähren, die die kleine Portiunkula-Kapelle bei Assisi besuchen. Bemerkenswert war dabei seine Bitte, dass dieser Ablass „ohne Opfergaben“ gewährt werden sollte – ein außergewöhnliches Anliegen in einer Zeit, in der Ablässe vielfach an bestimmte Bedingungen geknüpft waren.

Nach der Überlieferung hatte Franziskus während des Gebets eine Vision von Jesus und der Gottesmutter Maria, umgeben von Engeln, erhalten . Beim Angelus erinnerte Papst Leo XIV. an dieses Ereignis: „Der heilige Franziskus erlangte diesen Ablass im Jahr 1216 von Papst Honorius III., nachdem er während seines Gebets in der Porziuncola von einer Vision Jesu und Marias, umgeben von Engeln, inspiriert worden war.“

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Papst Honorius III. entsprach schließlich der Bitte des Heiligen. Die Portiunkula entwickelte sich in der Folge zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Privileg schrittweise ausgeweitet: Zunächst konnten auch Kirchen der franziskanischen Ordensfamilie den Ablass gewähren, ehe Papst Pius X. ihn 1910 auf weitere Kirchen ausdehnte. Nach der Reform durch Papst Paul VI. können Katholiken den Portiunkula-Ablass heute einmal jährlich zwischen dem Mittag des 1. August und dem Abend des 2. August unter den üblichen Voraussetzungen als vollkommenen Ablass erlangen.

Papst Leo XIV. erinnert an Franziskus' Vermächtnis

Papst Leo XIV. würdigte beim Mittagsgebet am Sonntag das Wirken des heiligen Franz von Assisi und erinnerte an den von ihm erlangten Portiunkula-Ablass. Dankbar verwies er auf diese besondere Möglichkeit der Gnade: „Wir danken dem Herrn für dieses große Geschenk und wollen es uns zu Herzen nehmen“, sagte der Papst. Besonders im Blick auf den 800. Jahrestag des „Transitus“ des „Poverello“ von Assisi erhalte das Gedenken eine besondere Bedeutung. Franziskus starb am 3. Oktober 1226 in der Portiunkula-Kapelle.

Am 6. August 2026 wird Leo XIV. Assisi besuchen. Für einige Stunden nimmt er in Santa Maria degli Angeli bei Assisi am „Go! Franciscan Youth Meeting 2026“ teil.


A

Über Andreas Nachbar

Redakteur / Autor bei GodMag.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...