Glauben

Fronleichnam ist mehr als Folklore: Bischof Meier ruft zu glaubwürdiger Christus-Nachfolge auf

Beim Fronleichnamsfest in Augsburg hat Bischof Bertram Meier die Gläubigen zu einer glaubwürdigen Nachfolge Christi aufgerufen. Entscheidend sei nicht nur die Weihe, sondern ein authentisches christliches Leben im Alltag. Fronleichnam sei mehr als Brauchtum – eine öffentliche Glaubensdemonstration mit Blick auf das „Brot vom Himmel“ und das ewige Heil.

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Andreas Nachbar
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Fronleichnam ist mehr als Folklore: Bischof Meier ruft zu glaubwürdiger Christus-Nachfolge auf
© Pressestelle Bistum Augsburg | Leander Stork

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat die Gläubigen an Fronleichnam zu einer glaubwürdigen Nachfolge Christi aufgerufen. Bei der Feier betonte er, dass alle Getauften Christus auf ihre je eigene Weise repräsentierten, während Priester und Bischöfe dies auch sakramental „in persona Christi capitis“ täten. Entscheidend sei jedoch nicht allein die Weihe, sondern ein glaubwürdiges christliches Leben. Fronleichnam sei deshalb nicht bloß Tradition oder Brauchtum, sondern eine öffentliche „Glaubensdemonstration“, die den Blick auf Christus als das „Brot vom Himmel“ und auf das ewige Heil richte.

Bischof Meier: „Repräsentanz Christi braucht Transparenz und Konsequenz“

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat an Fronleichnam die Gläubigen zu einer glaubwürdigen Nachfolge Christi aufgerufen. „Wir alle sind Repräsentanten Christi“, sagte er und betonte, dass diese Berufung je nach Stand und Aufgabe unterschiedlich gelebt werde – „Frauen und Männer, Ordenschristinnen und Christen“, ebenso wie Priester und Bischöfe, die „in persona Christi capitis“ am Altar handelten.

Gleichzeitig stellte er klar, dass die sakramentale Weihe „keinen Automatismus“ der Glaubwürdigkeit bedeute. Entscheidend sei vielmehr das gelebte Zeugnis: Man brauche nicht nur ein „Dokument“, sondern auch einen „Ausweis der Glaubwürdigkeit“. Mit Verweis auf die biblische Tradition erinnerte er daran, dass die Gläubigen „ein Brief Christi“ seien, „geschrieben nicht mit Tinte, sondern durch das Wirken des lebendigen Gottes“.

Besonders hob Bischof Meier die Verantwortung jedes Einzelnen hervor: „Gerade heute wird klar: Die Repräsentanz Christi braucht Transparenz und Konsequenz.“ Dies sei die „Nagelprobe“ christlicher Nachfolge. Gläubige sollten so leben, dass sie „Christi Visitenkarten“ seien und andere spürten, „dass er eine gute Adresse hat“.

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Christsein bedeute dabei, „ein anderer Christus für die Menschen“ zu sein – beseelt vom Geist Gottes und bewusst in der Würde von Taufe und Firmung. Untrennbar damit verbunden sei jedoch die konkrete Haltung im Alltag: „im Geiste Jesu Christi den anderen Liebe zu erweisen, Liebe bis zur Vollendung.“

Eucharistie als Ruf zum ewigen Leben

Zudem lenkte der Augsburger Bischof den Blick der Gläubigen über das Irdische hinaus auf das „ewige Ziel“. Christlicher Glaube bedeute auch, „Denken, Reden und Tun auf das ewige Ziel auszurichten“, sagte er und fragte zugleich, ob man im Alltag tatsächlich „immer auch das im Blick“ habe, was als das „ewige Heil“ bezeichnet werde. In der Eucharistie werde dieses Ziel sichtbar: „Heute feiern wir das Brot vom Himmel – in der kleinen Hostie!“

Meier verwies darauf, dass Jesus zwar die konkreten Bedürfnisse der Menschen kenne, es aber nicht beim äußeren Sattwerden belasse. Vielmehr nutze er den irdischen Hunger als Hinweis auf eine tiefere Sehnsucht: den Hunger nach dem ewigen Leben. So habe der „göttliche Pädagoge“ die Menge gespeist, „um sie auf das lebendige Brot hinzuweisen“, das Christus selbst sei und „für das Leben der Welt“ hingegeben werde.

Die Eucharistie sei deshalb nicht nur Zeichen, sondern auch eine Entscheidungssituation, so der Bischof. Zugleich zeigte er sich erfreut über die öffentliche Feier des Festes: „Schön, dass wir öffentlich Fronleichnam feiern können.“ Es sei „mehr als Folklore“, aber auch „keine Militärparade“, sondern eine bewusste „Glaubensdemonstration“, die ein „starkes Zeugnis“ der Gemeinde sichtbar mache.


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