Gott vergessen, Wahrheit verlieren? Nuntius van Megen mit deutlicher Mahnung
Rund 2.000 Gläubige kamen zum Adoratio-Kongress nach Altötting. Erzbischof van Megen fand dabei deutliche Worte zu Glaube, Freiheit und Künstlicher Intelligenz.

Mehr als 2.000 Teilnehmer, intensive Gottesdienste und zahlreiche Beichtgelegenheiten: Der siebte Adoratio-Kongress in Altötting ist am Sonntag mit einem eindringlichen Appell zu Ende gegangen. Bei der Eucharistiefeier warnte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Hubertus van Megen, vor einer Gesellschaft, die Gott aus dem Blick verliert – und vor Künstlicher Intelligenz, die es zunehmend erschwere, Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden. Bischof Stefan Oster zog unterdessen eine positive Bilanz des Glaubensfestes, das Menschen aus dem gesamten deutschen Sprachraum zusammenführte.
„Raus aus der Komfortzone“
Der dritte und letzte Kongresstag begann mit einer Laudes mit den Kleinen Brüdern vom Lamm. Anschließend sprach Bischof Stefan Oster SDB in der Basilika über das Thema „Die Liebe leben“.
Den feierlichen Höhepunkt bildete die Eucharistiefeier am Sonntag, der der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, vorstand. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Altöttinger Kapellsingknaben und die Mädchenkantorei unter der Leitung von Herbert Hager.
In seiner Predigt stellte van Megen die Freiheit in den Mittelpunkt. Gottes Freiheit sei keine Einschränkung, sondern ein Geschenk, das den Menschen zur wahren Freiheit führe. Zugleich kritisierte er eine Gesellschaft, die lebe, als ob es Gott nicht gebe. Auch Christen nahm er in die Pflicht: Sie dürften sich nicht in einer „spirituellen Komfortzone“ einrichten, sondern seien aufgerufen, ihren Glauben lebendig zu gestalten.
Kritisch äußerte sich der Erzbischof auch zur zunehmenden Bedeutung Künstlicher Intelligenz. So nützlich diese sein könne, berge sie doch die Gefahr, dass Menschen immer weniger zwischen Wahrheit und Täuschung sowie zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem unterschieden.
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Van Megen formulierte schließlich eine zentrale Botschaft des christlichen Glaubens: „Jesus ist gekommen, uns aus der Höhle unserer Illusionen herauszuführen, damit wir das Licht des Lebens sehen.“
Sakrament der Versöhnung fand großen Zuspruch
Neben der Eucharistie stand beim Adoratio-Kongress auch das Sakrament der Beichte im Mittelpunkt. Wie Bischof Stefan Oster SDB zum Abschluss betonte, hätten zahlreiche Priester „ununterbrochen Beichte gehört“. Auch der emeritierte Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke OSB, habe sich als „treuer Beichtvater“ in den Dienst der Gläubigen gestellt.
Das Sakrament der Versöhnung war damit ein wichtiger Bestandteil des Kongresses, der neben Gottesdiensten auch Vorträge, Workshops und persönliche Begegnungen bot. Für Oster liegt gerade in dieser Verbindung die besondere Stärke der Veranstaltung: „Jung und Alt kommen zusammen, erleben einen lebendigen Glauben und nehmen neue Kraft mit.“

Neben Bischof Oster und dem emeritierten Bischof Hanke nahmen auch der Würzburger Bischof Franz Jung sowie der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, am Kongress teil. Zu den Referenten zählten unter anderem der Autor Tobias Haberl und die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz.
Insgesamt kamen rund 2.000 Menschen nach Altötting. Über den Livestream wurden darüber hinaus nach Veranstalterangaben offenbar Hunderttausende erreicht. Osters Fazit fiel entsprechend positiv aus: Es sei ein „wunderbares Glaubensfest“ gewesen, von dem viele Menschen dankbar und gestärkt nach Hause zurückgekehrt seien.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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