Papst an Teilnehmer des Rejoice-Treffens: Aus Unruhe Hoffnung schöpfen
Zwischen Sehnsucht und Unruhe sieht Papst Leo XIV. eine besondere Chance für den Glauben: In seiner Botschaft an das „Rejoice“-Treffen in Portugal ermutigt er dazu, innere Fragen nicht zu verdrängen, sondern als Weg zu Christus und zu einer erfüllten Berufung zu verstehen.

Die innere Unruhe des Menschen kann zum Ausgangspunkt einer tieferen Gottesbeziehung werden. Diese Botschaft stellt Papst Leo XIV. in den Mittelpunkt seiner Videobotschaft zum Nationalen Jugendtreffen „Rejoice“ im portugiesischen Lamego. Darin würdigt er den Durst nach Wahrheit und Gerechtigkeit sowie die Suche nach Sinn als Stärken der jungen Generation und ruft dazu auf, daraus Hoffnung und Engagement für Kirche und Gesellschaft zu schöpfen.
Unruhe nicht als Hindernis verstehen
In einer Videobotschaft an die Teilnehmer des zweiten „Rejoice“-Treffens, des Nationalen Jugendtages im portugiesischen Lamego, ruft der Papst dazu auf, diese Unruhe nicht als Hindernis, sondern als Antrieb auf dem Glaubensweg zu verstehen.
Er lädt dazu ein, zentrale Werte neu zu entdecken: die Suche nach Wahrheit, den Einsatz für Gerechtigkeit, die Nächstenliebe und die Sehnsucht nach einer Schönheit, „die so alt und doch so neu“ sei und in Gott ihre Vollendung finde.
Mit Blick auf das Motto des Treffens „Freut euch im Herrn“ (Phil 4,4) ermutigt Leo XIV. dazu, die Freude des Glaubens sichtbar zu machen – in Familien, Schulen, Pfarreien und Gemeinschaften. Besonders dankbar zeigt er sich dafür, dass die Teilnehmer die geistliche Erfahrung des Weltjugendtags 2023 in Lissabon weitertragen möchten.
Die Tage in Lissabon seien geprägt gewesen von „Eintracht unter allen“ und der Begegnung mit Christus, erinnert der Papst. „Er ist bei uns, und er ist der Grund unserer Freude! Er ist der Grund unserer Einheit“, betont Leo XIV. und verweist auf die Worte des Apostels Paulus: „So sind wir, die vielen, ein Leib in Christus“ (Röm 12,5).
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Sehnsucht nach Wahrheit
Die Begegnung mit jungen Menschen aus verschiedenen Ländern erlebt Papst Leo XIV. als Zeichen der Hoffnung. Erfahrungen wie beim Weltjugendtag in Lissabon, beim Jubiläum der Jugend in Rom sowie bei Treffen in Madrid und Barcelona hätten gezeigt, dass gemeinsamer Glaube Menschen verbindet und Hoffnung stärkt, betont der Papst in seiner Botschaft an die Teilnehmer des „Rejoice“-Treffens.
„Es ist immer etwas Besonderes, mit jungen Menschen zusammen zu sein, denn die Begeisterung eures Glaubens ist ansteckend“, sagt Leo XIV. Er würdigt besonders die Sehnsucht nach Wahrheit und Sinn: „Es ist schön zu sehen, dass ihr einen tiefen Durst nach der Wahrheit habt und dass ihr sie mit aufrichtigem Herzen sucht.“ Ebenso hebt er den Wunsch nach Gerechtigkeit, Nächstenliebe und einer Schönheit hervor, die über vergängliche Werte hinausweist und in Gott ihre Quelle findet.
Unruhe als Weg zur Heiligkeit
„Habt keine Angst vor der Unruhe, die ihr in euch tragt! Nutzt ihren Antrieb, um Christus noch näher zu kommen und die Werte des Evangeliums zu bezeugen“, ermutigt Leo XIV.
Gerade aus dieser Unruhe könnten die entscheidenden Fragen des Lebens entstehen: nach der eigenen Berufung und nach dem Platz in Kirche und Welt. Ob Ehe, priesterliches Leben oder Ordensberufung – diese Fragen seien Teil einer Suche, die von Gott begleitet werde. Die Antwort des Papstes lautet: „Gott ruft uns immer dazu auf, heilig zu sein, und die Heiligen sind zutiefst menschlich.“ Wer sich an Christus orientiere, könne dazu beitragen, die Welt zum Besseren zu verändern.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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