Glauben

Papst Leo XIV.: Gottes Vertrauen überwindet menschliche Schwäche

Beim Mittagsgebet in Castel Gandolfo stellte Papst Leo XIV. die Hoffnung in den Mittelpunkt: Gott gebe keinen Menschen auf, sondern erkenne in jedem das Gute. Zugleich rief er dazu auf, die Sommerzeit auch für Stille, Gebet und die Begegnung mit dem Wort Gottes zu nutzen.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV.: Gottes Vertrauen überwindet menschliche Schwäche
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Papst Leo XIV. hat beim Angelusgebet in Castel Gandolfo zu neuem Vertrauen in die verwandelnde Kraft des Wortes Gottes aufgerufen. Ausgehend vom Gleichnis vom Sämann betonte er, dass Gott trotz menschlicher Schwäche und Gleichgültigkeit niemals aufhöre, sein Wort in die Herzen der Menschen zu säen. Zugleich ermutigte der Pontifex die Gläubigen, besonders in der Ferienzeit bewusst Raum für Stille, Gebet und die Betrachtung der Heiligen Schrift zu schaffen.

Gott gibt niemanden auf

Schon am frühen Morgen strömten zahlreiche Pilger aus Rom nach Castel Gandolfo, um das erste Angelusgebet von Papst Leo XIV. in der päpstlichen Sommerresidenz mitzufeiern. Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand das Gleichnis vom Sämann (Mt 13,1–23), das der Papst als Bild für Gottes unerschütterliches Vertrauen in den Menschen deutete.

Gott säe sein Wort in jedes Herz, auch wenn es nicht immer auf fruchtbaren Boden falle. Der Same treffe bisweilen auf „Härte, Gleichgültigkeit oder Ablenkung“, sagte Leo XIV. – vergleichbar mit dem festgetretenen Weg, dem steinigen Boden oder den Dornen im Gleichnis. Dennoch höre Gott nie auf zu säen: „Die Kraft seiner Liebe ist stärker als jede menschliche Schwäche.“

Im Zentrum dieser Hoffnung stehe Christus selbst. „Jesus selbst, das fleischgewordene Wort, ist der Same, den der Vater weiterhin in die Welt aussät“, sagte der Papst. Sein Tod und seine Auferstehung machten deutlich, dass Gott selbst dort Frucht wachsen lassen könne, wo menschlich betrachtet kaum Hoffnung bestehe.

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Zur Vertiefung verwies Leo XIV. auf den Kirchenvater Johannes Chrysostomos. Dieser habe hervorgehoben, dass Gottes Wort auch dort ausgesät werde, wo der Boden zunächst ungeeignet erscheine. Denn in Gottes Händen könne selbst harter Fels „zu fruchtbarem Erdreich gemacht“ und könnten „Dornen beseitigt werden“.

Das Gute im Menschen

Gottes Großzügigkeit sei nicht Ausdruck von Naivität, sondern Ausdruck seines Vertrauens in den Menschen, betonte Papst Leo XIV. Gott erkenne in jedem Menschen ein „gutes Potential, dessen wir uns manchmal selbst gar nicht bewusst sind“.

Wer das Wort Gottes mit Demut und Offenheit aufnehme, lasse die Früchte des Heiligen Geistes wachsen, sagte der Papst. Er erinnerte dabei an die Worte des Apostels Paulus, der „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit“ als Kennzeichen eines vom Geist erfüllten Lebens nennt. Gerade diese Haltungen brauche die Welt heute besonders dringend.

Zum Abschluss seiner Ansprache richtete Leo XIV. den Blick auf die Sommer- und Ferienzeit. Er ermutigte die Gläubigen, neben Erholung und Freizeit auch „dem Hören, dem Lesen und der Betrachtung des Wortes Gottes Raum zu geben“ sowie Zeiten der Stille und des Gebets zu pflegen. So könne man „mit erfrischtem Körper und Geist“ in den Alltag zurückkehren und die Frohe Botschaft glaubwürdig bezeugen.


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