StartVaticanPapst Leo XIV.: Kirchenhierarchie ist göttlicher Auftrag, kein menschliches Konstrukt

Papst Leo XIV.: Kirchenhierarchie ist göttlicher Auftrag, kein menschliches Konstrukt

Bei der Generalaudienz betonte Papst Leo XIV. am Mittwoch auf dem Petersplatz die göttliche Natur der hierarchischen Struktur der katholischen Kirche. Ausgehend vom Text „Lumen Gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils erklärte er, dass Bischöfe, Priester und Diakone ihren Dienst nicht als Machtposition, sondern als Fortsetzung des von Christus an die Apostel übertragenen Auftrags ausüben. Dieser Auftrag bestehe durch die apostolische Sukzession bis zur Wiederkunft Jesu, so der Pontifex.

Apostolische Sukzession: Gottgegebener Auftrag statt menschliches Konstrukt

Bei seiner Ansprache sprach Papst Leo XIV. über die Frage, warum die katholische Kirche so strukturiert ist, wie sie heute existiert. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war der Text „Lumen Gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–65). Der Papst betonte, dass die Kirche ihr Fundament in den Aposteln habe, die Christus „als lebendige Säulen seines mystischen Leibes bestimmt“ habe. Die hierarchische Struktur der Kirche diene dem „Dienst der Einheit, der Mission und der Heiligung aller Glieder“. Diese Ordnung sei dauerhaft auf die Apostel gegründet, „da sie maßgebliche Zeugen der Auferstehung Jesu sind und vom Herrn selbst in die Welt gesandt wurden“, zitierte Leo XIV. biblische Belege.

Um die Heilslehre Jesu treu weiterzugeben, hätten die Apostel ihren Dienst an Männer übertragen, die die Kirche auch nach ihrem Tod „weiterhin heiligen, leiten und unterweisen“ sollten. Dieser Vorgang, den Theologen „apostolische Sukzession“ nennen, sei bis heute in Kraft und werde fortgesetzt „bis zur Wiederkunft Jesu“, so der Papst.

Weiter unterstrich Leo, dass diese apostolische Sukzession, die auf Evangelium und Tradition beruhe, „in Kapitel III von Lumen Gentium vertieft“ werde. Die hierarchische Struktur der Kirche sei dabei „kein menschliches Konstrukt, das der inneren Organisation der Kirche als gesellschaftlichem Körper dient, sondern eine göttliche Einrichtung“, die den Auftrag Christi an die Apostel „bis zum Ende der Zeiten fortführt“. Hierzu betonte der Papst, dass das Konzil nicht die institutionellen Elemente der Kirche in den Vordergrund stellen wollte. Vielmehr habe es sich auf das „dienende oder hierarchische Priestertum“ konzentriert, das sich „wesentlich und nicht nur dem Grad nach“ vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheide. Auf dieses gemeinsame Priestertum aller Getauften hatte Leo XIV. erst bei seiner Generalaudienz vor einer Woche verwiesen.

Kirchenhierarchie ist Dienst, nicht Macht

Papst Leo XIV. betonte, dass das hierarchische und das allgemeine Priestertum „miteinander verbunden sind, da beide, jedes auf seine Weise, am einzigen Priestertum Christi teilhaben“, wie er aus Lumen Gentium zitierte. Das Konzil konzentriere sich auf den Dienst, „der an Männer weitergegeben wird, die mit sacra potestas für den Dienst in der Kirche ausgestattet sind“. Dabei gehe es besonders um das Bischofsamt, das Priesteramt und den Diakonat als Stufen des einen Sakraments der Weihe.

Mit dem Begriff „hierarchisch“ zeige das Konzil den „heiligen Ursprung des apostolischen Dienstes im Wirken Jesu“ auf. Leo XIV. erklärte: „Zunächst die Bischöfe und durch sie die Priester und Diakone haben Aufgaben (munera) erhalten, die sie in den Dienst ‚aller, die zum Volk Gottes gehören‘ führen … Lumen Gentium erinnert mehrfach und eindringlich an den kollegialen und gemeinschaftlichen Charakter dieser apostolischen Sendung.“ In dieser Perspektive sei das Amt in der Kirche kein Machtinstrument, sondern ein Dienst, der für Priester, Bischöfe und die gesamte Hierarchie gelte.

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