Papst Leo XIV.: Mariä Himmelfahrt verweist auf die Vollendung des Menschen
Mariä Himmelfahrt eröffnet nach den Worten von Papst Leo XIV. einen Blick auf das, was Christen über den Tod hinaus erwartet: die Vollendung des Menschen bei Gott. Zugleich richtet der Papst den Blick auf Menschen, die unter Krieg, Verfolgung und Katastrophen leiden.

Papst Leo XIV. hat zum Hochfest Mariä Himmelfahrt die Gottesmutter als Zeichen der Hoffnung und des Trostes für die Kirche gewürdigt. In seiner Ansprache beim Angelus deutete er traditionelle Darstellungen der Aufnahme Mariens in den Himmel als Hinweis auf die christliche Hoffnung auf die Auferstehung und die endgültige Vollendung des Menschen. Zugleich rief der Papst zum Gebet für Menschen und Gemeinschaften auf, die unter Krieg, Verfolgung, Diskriminierung und Naturkatastrophen leiden.
Vom leeren Grab zur himmlischen Herrlichkeit
Papst Leo XIV. hat zum Hochfest Mariä Himmelfahrt die theologische Bedeutung des Festes anhand historischer Darstellungen der christlichen Kunst erläutert. Dabei verwies er auf zwei unterschiedliche Bildmotive, die jeweils einen besonderen Aspekt des Glaubensgeheimnisses hervorheben.
Das ältere Motiv zeigt die sogenannte „Entschlafung“ Mariens. Die Gottesmutter liegt auf einem Katafalk, umgeben von den Aposteln, während der auferstandene Christus ihre Seele in seinen Armen hält. Zu sehen ist diese Darstellung etwa im Apsismosaik der römischen Basilika Santa Maria Maggiore. Für Leo steht dabei vor allem Christus im Mittelpunkt. „Es ist der gestorbene und auferstandene Christus, der uns zu jenem Ziel führt“, betonte er – zum ewigen Leben, für das der Mensch bestimmt sei.
Eine jüngere, besonders im Westen verbreitete Darstellung zeigt Maria dagegen bereits in der himmlischen Herrlichkeit: umgeben von Licht, Engeln und Heiligen. Das Motiv greift die biblische Vision der „mit der Sonne bekleideten Frau“ aus der Offenbarung des Johannes auf. Diese Darstellung verdeutliche, dass Maria „mit Leib und Seele, also mit ihrer ganzen Person, in den Himmel aufgenommen wurde“, erklärte der Papst. Sie habe auf Erden dem fleischgewordenen Wort „Leib und Blut geschenkt“ und sei ihm bis zur vollkommenen Einheit in der Liebe gefolgt.
In manchen Kunstwerken werden beide Motive miteinander verbunden: Oben erscheint die verherrlichte Maria, darunter ihr leeres und mit Blumen geschmücktes Grab. Für Leo XIV. wird so sichtbar, worauf das Fest Mariä Himmelfahrt aus christlicher Sicht verweist: auf die Hoffnung des Menschen auf die endgültige Gemeinschaft mit Gott.
Hoffnung über den Tod hinaus
Für Papst Leo XIV. verweist die Aufnahme Mariens in den Himmel zugleich auf die Zukunft aller Gläubigen. In der Vollendung der Gottesmutter werde sichtbar, was Christen am Ende der Zeiten erwarten dürfen: die Verwandlung des sterblichen Leibes und die Teilhabe am ewigen Leben.
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Die Darstellungen Mariens könnten deshalb dazu anregen, „über unsere letzte Bestimmung nachzudenken“, sagte der Papst. Die Fülle des Lebens, die in Maria bereits sichtbar werde, sei auch den Gläubigen verheißen.
Leo XIV. verwies dabei auf den Apostel Paulus, wonach Christus „unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes“. Das Vergängliche werde dabei endgültig überwunden: Christus bekleide „das Verwesliche mit Unverweslichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit“.
Am Ende stehe nach den Worten des Papstes die Hoffnung auf ein Leben in der Ewigkeit. Die Gläubigen würden mit ihrem „durch die Liebe des Erlösers verwandelten Leib“ für immer leben und „an jenem Fest ohne Ende“ teilhaben.
Gebet für Menschen in Not
Beim Angelusgebet bat Papst Leo XIV. um die Fürsprache Mariens für Gemeinschaften, die besonders auf Trost und Hoffnung angewiesen seien. Seine Gedanken richtete der Papst zunächst auf das Heilige Land, das er als „in besonderer Weise auch das Land Mariens“ bezeichnete. Auch die Menschen in der Ukraine und in Russland nahm er in sein Gebet auf. Beide Völker seien durch ihre „kindliche Verehrung der Gottesmutter“ miteinander verbunden.
Darüber hinaus erinnerte Leo XIV. an Christen, die unter Diskriminierung oder Verfolgung leiden. Auch für die Menschen in Kolumbien, die weiterhin mit den Folgen eines Erdbebens zu kämpfen hätten, wolle er beten. Abschließend versicherte der Papst allen Menschen in schwierigen Lebenssituationen seine Verbundenheit und rief gemeinsam mit ihnen: „Heilige Maria, bitte für uns!“
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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