StartVaticanPapst ruft am Palmsonntag zu Gewaltverzicht und Frieden auf

Papst ruft am Palmsonntag zu Gewaltverzicht und Frieden auf

Vor rund 40.000 Gläubigen hat Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz die Palmsonntagsmesse gefeiert und zu einem klaren Zeichen für Frieden und Versöhnung aufgerufen. In seiner Predigt betonte er, dass wahrer Friede nur durch die Absage an Gewalt entstehen könne, und stellte Jesus als „König des Friedens“ in den Mittelpunkt – als Gegenbild zu einer von Krieg geprägten Welt.

Palmsonntag: Jesus als König des Friedens

Der Palmsonntag bildet den feierlichen Auftakt der Karwoche und erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, als ihm die Menschen mit Palmzweigen zujubelten. Der Tag vereint festliche Freude mit einer stillen Hinwendung zu den bevorstehenden Ereignissen von Ostern. Während der Feier erklang der Ruf „Hosanna dem Sohne Davids! Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn, der König von Israel“, als die Gläubigen mit Palmzweigen zum Obelisken auf dem Petersplatz zogen. Nach der Segnung der Zweige mit Weihwasser und der Verkündigung des Evangeliums folgte die traditionelle Palmprozession zum Altar vor dem Petersdom. Dort wurde die Passionsgeschichte aus dem Matthäus-Evangelium in verteilten Rollen vorgetragen. Beim Moment von Jesu Tod verharrten die Anwesenden in einer kurzen Gebetsstille.

In seiner Predigt stellte Papst Leo Jesus als „König des Friedens“ in den Mittelpunkt und blickte auf die Gegenwart. In einer Welt, die von Krieg und Gewalt geprägt sei, zeige der Weg Jesu ans Kreuz, dass echter Friede nur durch den Verzicht auf Gewalt möglich werde. Wörtlich rief der Papst dazu auf: „Blicken wir auf Jesus, der sich als König des Friedens zeigt, während um ihn herum der Krieg vorbereitet wird.“ Zugleich zeichnete er das Bild eines Gegenentwurfs zu menschlicher Gewalt: Jesus ruhe „in seiner Sanftmut“, während andere sich „in Gewalt ereifern“. Christus gebe sein Leben „liebevoll für die Menschheit hin“, so der Papst weiter, während andere „zu Schwertern und Stöcken greifen“. Er sei „das Licht der Welt“, selbst wenn sich „die Finsternis über der Erde ausbreitet“, und komme, um Leben zu bringen – auch angesichts seines geplanten Todesurteils.

Der Ruf nach Versöhnung

Papst Leo hob hervor, dass Jesus das „sanfte Antlitz Gottes“ offenbart habe – eines Gottes, der Gewalt konsequent ablehne. Der demütige Einzug auf einem Esel erfülle nicht nur eine alte Prophezeiung, sondern stehe zugleich sinnbildlich für einen Frieden, der sich bewusst von Macht und Gewalt abgrenze. Auch im Leiden habe Jesus geschwiegen und alles auf sich genommen, „um den Menschen Frieden zu schenken“. Weiter deutete der Papst das Leiden Christi als Spiegel menschlichen Leids insgesamt. Im letzten Schrei Jesu, so sagte er, „hören wir das Weinen derer, die niedergeschlagen sind“, ebenso wie die Stimmen der Hoffnungslosen, Kranken und Einsamen. Besonders eindringlich sei darin „das schmerzerfüllte Stöhnen all derer, die gewalttätig unterdrückt werden, und aller Opfer des Krieges“ zu vernehmen.

Zum Abschluss seiner Predigt wandte sich Papst Leo mit einer eindringlichen Bitte an die Jungfrau Maria. In einem Gebet bat er um Hoffnung und Zuversicht angesichts von Leid und Gewalt in der Welt. „Heilige Maria, Frau des dritten Tages“, so der Papst, möge den Menschen die Gewissheit schenken, „dass der Tod trotz allem keine Macht mehr über uns haben wird“. Zugleich verband er dies mit der Hoffnung auf ein Ende von Unrecht und Krieg: Die „Tage des ungerechten Treibens der Völker“ seien gezählt, der „Feuerschein der Kriege“ möge verlöschen und die Leiden der Armen ein Ende finden.

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