Zur Liebe berufen: Adoratio zieht tausende Besucher an
In Altötting beginnt der Adoratio-Kongress: Drei Tage voller Vorträge, Workshops und stiller Anbetung laden dazu ein, Gott neu zu begegnen.

Was bewegt mich gerade? Welche Gedanken trage ich mit mir, welche Hoffnungen, welche Sorgen? Und wann habe ich mir zuletzt bewusst Zeit genommen, um diesen Fragen nachzugehen? Mit solchen Fragen beginnt für viele Menschen vielleicht der persönliche Weg zum Adoratio-Kongress, der heute, am 9. Oktober, in der Basilika St. Anna in Altötting eröffnet wird. Bis zum 11. Oktober werden rund 1.500 angemeldete Teilnehmer erwartet, dazu zahlreiche weitere Gäste, die spontan dazukommen können.
Eine Einladung, der Liebe zu begegnen
Unter dem Leitwort „Zur Liebe berufen“ lädt das Glaubensfest dazu ein, für einen Moment innezuhalten und den Blick neu auf Gott auszurichten. Es geht nicht darum, mit fertigen Antworten anzukommen. Vielmehr darf alles mitgebracht werden, was das eigene Leben gerade ausmacht: Freude und Dankbarkeit, Sehnsucht und Hoffnung, aber auch Sorgen, Zweifel und persönliche Nöte. Die Einladung lautet: Komm mit allem, was ist. Im Glauben liegt die Zusage, dass Gott den Menschen nicht erst dann empfängt, wenn alles geordnet ist, sondern genau so, wie er gerade ist.
Das Programm bietet dafür vielfältige Zugänge. Vorträge eröffnen neue Perspektiven auf den Glauben und die Bedeutung der Liebe im christlichen Leben. Workshops laden dazu ein, Themen zu vertiefen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Impulse für den eigenen Alltag mitzunehmen. Im Zentrum steht dabei die eucharistische Anbetung: die stille Begegnung mit Christus, das Verweilen vor Gott. Inmitten eines oft lauten und fordernden Alltags kann ein solcher Moment zum Raum werden, in dem Gedanken zur Ruhe kommen, neue Hoffnung wächst und das Wesentliche wieder in den Blick rückt.
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Wie aus Gottes Liebe neue Hoffnung wächst
Dass Motto „Zur Liebe berufen“, ist dabei weit mehr als eine Überschrift oder ein vorgegebenes Thema. „Die Welt ist aus Liebe geschaffen und aus Liebe erlöst worden. Was also könnte wichtiger sein als die Liebe, fragt Bischof Stefan Oster SDB, der Gastgeber des Kongresses. Die Liebe ist im christlichen Verständnis Ursprung und Ziel des Glaubens – und zugleich ein Auftrag, der über die persönliche Gottesbeziehung hinausweist. Wer sich von Gott angesprochen und angenommen weiß, kann selbst lernen, anderen mit mehr Offenheit, Geduld und Barmherzigkeit zu begegnen.
Das Glaubensfest versteht sich deshalb auch als Einladung zur Erneuerung. Aus der Begegnung mit Christus soll eine lebendige, missionarische Kirche wachsen: eine Gemeinschaft, die Hoffnung und Freude ausstrahlt und die Botschaft des Evangeliums in die Welt trägt.
Was bewegt mich? Wonach sehne ich mich? Was möchte ich Gott anvertrauen? Die Einladung, sich selbst zu reflektieren, richtet sich an alle. Niemand muss etwas Besonderes mitbringen. Denn wer sich auf die Begegnung mit Gott einlässt, begegnet einer Liebe, die nicht erst verdient werden muss. Und aus dieser Liebe heraus kann Neues wachsen. Ein Gebet oder ein stiller Moment vor dem Allerheiligsten kann Räume öffnen, den Blick weiten und neue Wege sichtbar machen. Drei Tage lang bietet Altötting nun Gelegenheit, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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