Anlässlich des 10. Jahrestags des nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia hat Papst Leo XIV. angekündigt, im Oktober 2026 eine weltweite Versammlung der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen einzuberufen. Ziel ist es, Wege zu erörtern, wie das Evangelium heute wirksam an Familien weitergegeben werden kann – in Anlehnung an die Lehren der Familiensynode von 2014/2015 und unter Berücksichtigung der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen für Familien.
Familien als zentrales Fundament der kirchlichen Pastoral
Papst Leo XIV. betont in seiner Botschaft vom 19. März, dem Jahrestag der Unterzeichnung von Amoris laetitia, dass die bevorstehende Bischofsversammlung dazu dienen soll, im „gegenseitigen Aufeinanderhören“ die notwendigen Schritte zu prüfen, um Familien heute wirksam das Evangelium zu vermitteln. Dabei solle die Arbeit „im Lichte von Amoris laetitia“ erfolgen und zugleich berücksichtigen, was bereits in den einzelnen Ortskirchen geschieht. Das Schreiben knüpft an das lehramtliche Ergebnis der Familiensynode von 2014 und 2015 an, die durch eine weltweite Befragung der Gläubigen vorbereitet wurde und deren Ergebnisse Papst Franziskus 2016 in Amoris laetitia zusammenfasste. Leo XIV. verbindet damit die Anliegen seiner Vorgänger: die synodale Evangelisierungsvision von Papst Benedikt XVI. und den Fokus auf die Familie, wie ihn Papst Franziskus gesetzt hat, und setzt damit die Tradition fort, die Familie als zentrale Trägerin des Glaubens in den Mittelpunkt kirchlicher Pastoral zu stellen.
Weiter betont der Pontifex, es gelte dem Herrn für die mit der Familiensynode erhaltene „Anregung für das Studium und die pastorale Umkehr der Kirche“ zu danken und bittet zugleich um Kraft und Mut, den Weg der Evangelisierung konsequent fortzusetzen. Amoris laetitia biete eine „wertvolle Lehre“, die heute weiter vertieft werden müsse: die biblische Hoffnung auf die liebevolle und barmherzige Gegenwart Gottes, die es ermögliche, „Geschichten der Liebe“ zu leben – selbst in Zeiten von „Familienkrisen“. Das Kirchenoberhaupt würdigt die Familie als „Fundament der Gesellschaft“ und betont zugleich die Notwendigkeit, Familien besonders zu unterstützen, „insbesondere diejenigen, die unter Armut und Gewalt leiden“. Dank richtet Papst Leo auch an all jene, die in der Familienpastoral tätig sind: Hirten, pastorale Mitarbeiter, kirchliche Vereinigungen und Bewegungen, die sich für das geistliche und praktische Wohl der Familien engagieren.
Förderung der Glaubensweitergabe an Familien
Papst Leo XIV. hebt hervor, dass die heutige Zeit von „raschen Veränderungen“ geprägt sei und es daher „mehr noch als vor zehn Jahren“ nötig sei, Familien besondere pastorale Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Familien trügen eine zentrale Verantwortung in der Mission der Kirche, „das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen“, so der Papst, der damit aus Familiaris consortio seines Vorgängers Johannes Paul II. zitiert. An manchen Orten könne die Kirche „nur durch die Laien und insbesondere durch die Familien“ ihre Rolle als „Salz der Erde“ erfüllen, erinnert Leo zudem an die Konstitution Lumen gentium. Dieses Verständnis vertieft er derzeit in seinem aktuellen Katechesezyklus bei den Generalaudienzen.
Vor diesem Hintergrund betont er, dass das Engagement der Kirche für Ehe und Familie erneuert und intensiviert werden müsse, damit Paare ihre eheliche Liebe in Christus leben können und junge Menschen die Bedeutung der ehelichen Berufung in der Kirche erkennen. Zu einer gemeinsamen Beratung und zum Austausch lädt er die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zu einer Versammlung zur Glaubensweitergabe ein.
