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Papst Leo XIV. weiht vier Weihbischöfe – Appell zu Einheit und Nähe zu den Menschen

Mit einer feierlichen Messe in der Lateranbasilika hat Papst Leo XIV. erstmals vier Priester zu Weihbischöfen der Diözese Rom geweiht. Vor rund 2500 Gläubigen rief er die neuen Amtsträger dazu auf, als „Männer des Friedens und der Einheit“ zu wirken, den Menschen nahe zu sein sowie Hoffnung und Gemeinschaft in der Kirche zu stärken.

Feierliche Weihe im Lateran

„Es ist ein Fest des Volkes“ – mit diesen Worten eröffnete Papst Leo XIV. seine Predigt bei der rund zweistündigen Messe in San Giovanni in Laterano. Im Rahmen der Feier weihte er vier Priester des römischen Klerus zu Weihbischöfen: Stefano Sparapani, Alessandro Zenobbi, Andrea Carlevale und Marco Valenti. Während Valenti aus Cantalupo in Sabina stammt, sind die übrigen drei Neuernannten in Rom geboren.

Die Liturgie begann traditionell mit dem „Veni creator Spiritus“, gefolgt von der Vorstellung der Kandidaten und der eigentlichen Weihehandlung. In seiner Predigt wandte sich der Papst an die neuen Weihbischöfe als „liebe Brüder“ und betonte ihre künftige Rolle an seiner Seite. Gemeinsam mit dem Kardinalvikar sollten sie dazu beitragen, für das römische Volk ein Vorbild des Guten Hirten zu sein und die Nächstenliebe in der Weltkirche zu stärken.

Zugleich skizzierte Leo XIV. sein Verständnis des bischöflichen Dienstes: Die neuen Weihbischöfe seien dazu berufen, als „Propheten“ zu wirken – indem sie Frieden und Einheit fördern, unterschiedliche Lebensrealitäten zusammenführen und den Menschen mit Offenheit, Zuhören und Vergebungsbereitschaft begegnen. In seiner Predigt griff Papst Leo XIV. erneut sein zentrales Anliegen eines „unbewaffneten und entwaffnenden Friedens“ auf, das er bereits seit seiner ersten Ansprache nach der Wahl am 8. Mai 2025 betont. Er erinnerte daran, dass Jesus selbst „als unbewaffneter und entwaffnender Prophet“ unter den Menschen gelebt habe.

Zugleich stellte der Papst seine Worte in die Kontinuität seines Vorgängers Papst Franziskus und dessen programmatischem Schreiben Evangelii gaudium. Es gelte, so Leo XIV., „die materiellen und existenziellen Peripherien im Herzen zu tragen“ und bewusst auf Menschen am Rand der Gesellschaft zuzugehen. Niemand dürfe ausgeschlossen werden, betonte er; vielmehr seien alle eingeladen, „ein aktiver Teil“ der Kirche und der menschlichen Geschwisterlichkeit zu sein.

Papst Leo an Weihbischöfe: Nahe an den Menschen wirken

Papst Leo XIV. erinnerte die neuen Weihbischöfe daran, dass ihr bisheriger priesterlicher Dienst bereits von der Begleitung der Gemeinden geprägt gewesen sei – nun beginne jedoch eine „weitere Berufung“ mit demselben Kern: „Niemand, wirklich niemand darf sich als von Gott verworfen betrachten.“ Ihre Aufgabe sei es, diese zentrale Botschaft des Evangeliums glaubwürdig zu verkünden. Zugleich rief der Papst dazu auf, die „Hoffnung auf das Reich Gottes“ in den Mittelpunkt ihres Wirkens zu stellen. Diese Hoffnung stelle bestehende Machtlogiken auf den Kopf und trage dazu bei, „dass die Ausgestoßenen ihre Würde wiederfinden“ und sich als Teil der göttlichen Verheißung verstehen können.

Besonderes Gewicht legte Leo XIV. auf die Nähe zu den Menschen. Die neuen Weihbischöfe sollten nicht abwarten, bis sie angesprochen werden, sondern aktiv präsent sein: „Lasst euch nicht suchen, sondern lasst euch finden“, mahnte er. Dabei gehe es auch darum, innerhalb der Kirche Gemeinschaft zu stärken. Niemand im kirchlichen Dienst dürfe sich allein gelassen fühlen – weder Priester noch Ordensleute oder engagierte Laien. Vielmehr sollten die Bischöfe dazu beitragen, „die Hoffnung wiederzubeleben“ und alle in ihrem jeweiligen Auftrag zu ermutigen, getragen von der „Schönheit des Evangeliums“.

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