StartChristenverfolgungIDF-Soldat wegen Kruzifix-Schändung im Libanon zu Militärhaft verurteilt

IDF-Soldat wegen Kruzifix-Schändung im Libanon zu Militärhaft verurteilt

Ein israelischer Soldat ist nach der Kruzifix-Schändung im südlibanesischen Dorf Debel für 30 Tage in Militärhaft genommen worden. Laut Angaben der israelischen Streitkräfte (IDF) bestätigte eine interne Untersuchung die Echtheit eines Videos, das zeigt, wie der Soldat mit einem Spalthammer auf die religiöse Statue einschlägt. Das Verhalten sei „vollkommen unvereinbar mit den Werten“ der Armee und stelle ein „moralisches Versagen“ dar, erklärte der Generalstabschef. Der Vorfall löste scharfe internationale Reaktionen aus. Auch Israels Regierung und Militärführung distanzierten sich deutlich von dem Geschehen und betonten, dass sich die Operationen im Libanon ausschließlich gegen die Hisbollah und andere bewaffnete Gruppen richteten. Nach Angaben der IDF wurde die beschädigte Figur inzwischen durch eine neue Statue ersetzt.

Kirche fordert Konsequenzen nach Kruzifix-Schändung im Libanon

Am Sonntag verbreitete sich in den sozialen Netzwerken ein Foto, das große Empörung auslöste. Es zeigt einen Soldaten, der mit einem Spalthammer auf eine am Boden liegende Christusfigur am Kreuz einschlägt. Die Versammlung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes hat die Kruzifix-Schändung im südlibanesischen Debel durch den israelischen Soldaten scharf verurteilt. In einer Stellungnahme, die laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) von Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, unterzeichnet wurde, sprach die Kirche von einer „schweren Beleidigung des christlichen Glaubens“.

Die Bischöfe sehen in dem Vorfall zudem kein isoliertes Ereignis. Die Tat reihe sich „in weitere gemeldete Vorfälle der Schändung christlicher Symbole durch Soldaten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte im Südlibanon“ ein, hieß es in der Erklärung. Für Christen sei das Kreuz ein zentrales Zeichen „der Würde und der Hoffnung“. Gleichzeitig forderte die Kirchenleitung konsequente Konsequenzen. Es brauche Disziplinarmaßnahmen gegen den beschuldigten Soldaten sowie eine klare Zusicherung, „dass ein solches Verhalten weder toleriert wird noch sich wiederholt“.

IDF bestätigt Vorfall: 30 Tage Militärhaft für Täter

Das israelische Militär hat nach einer internen Untersuchung am späten Sonntagabend die Echtheit eines kursierenden Fotos bestätigt. Darin sei das Verhalten eines Soldaten dokumentiert, das die Armee als „vollkommen unvereinbar mit den von den Truppen erwarteten Werten“ bezeichnete. Nach Darstellung der israelischen Streitkräfte (IDF) stehe der Vorfall zudem klar im Widerspruch zu geltenden Befehlen und Grundsätzen.

In der Folge wurden sowohl der Soldat selbst als auch derjenige, der die Tat dokumentiert hatte, jeweils zu 30 Tagen Militärhaft verurteilt. Beide wurden außerdem aus dem Kampfeinsatz abgezogen. Der Generalstabschef sprach in diesem Zusammenhang von einem „moralischen Versagen“, das die Standards der Streitkräfte deutlich unterschreite. Darüber hinaus sollen sechs weitere Soldaten, die Kenntnis von dem Vorfall hatten, zu Klärungsgesprächen einbestellt werden; weitere disziplinarische Maßnahmen gelten als möglich.

Auch auf politischer Ebene gab es Reaktionen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigte sich laut CNN „fassungslos und betrübt“ und verurteilte das Verhalten „auf das Schärfste“. Die IDF betonte zugleich, ihre Einsätze im Libanon richteten sich ausschließlich gegen die Hisbollah und andere bewaffnete Gruppen und nicht gegen die Zivilbevölkerung. Der Vorfall stehe hierzu im klaren Widerspruch und „widerspricht vollkommen unseren Werten“, hieß es. Außenminister Gideon Saar entschuldigte sich zudem „bei allen Christen, deren Gefühle dadurch verletzt wurden“.

Nach Angaben der Armee wurde die beschädigte Christusfigur am Dienstag in Abstimmung mit der Gemeinde in Debel ersetzt. Eine neue, offenbar aus Metall gefertigte Statue wurde auf einem neuen Kreuz aufgestellt. Zudem teilte die IDF mit, dass bestehende Vorschriften zum Umgang mit religiösen Stätten und Symbolen erneut bekräftigt und den Truppen vor Einsatzbeginn wiederholt vermittelt würden.

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