StartVaticanPapst Leo XIV. würdigt Franziskus zum Todestag als „hingebungsvollen Hirten“

Papst Leo XIV. würdigt Franziskus zum Todestag als „hingebungsvollen Hirten“

Zum ersten Todestag von Papst Franziskus hat Papst Leo XIV. dessen Wirken als tief prägend für Kirche und Welt gewürdigt. In einer Botschaft betonte er, sein Vorgänger sei „bis zum Ende ein Jünger des Herrn geblieben“ und habe als Missionar der Barmherzigkeit unzählige Menschen erreicht. Aufgrund einer Auslandsreise konnte Leo XIV. nicht persönlich an den Gedenkfeierlichkeiten in Rom teilnehmen, ließ jedoch seine Botschaft bei der Gedenkfeier am Dienstagabend verlesen und hob das bleibende Erbe Franziskus’ in einer Zeit kirchlichen und gesellschaftlichen Wandels hervor.

Papst Leo XIV.: Tod ist eine Tür zur Barmherzigkeit

Papst Leo XIV. hat zum ersten Todestag von Papst Franziskus an das Andenken seines Vorgängers erinnert. „Am ersten Jahrestag des Todes unseres lieben Papst Franziskus bleibt seine Erinnerung in der Kirche und in der ganzen Welt lebendig“, schrieb er in einer Botschaft an Kardinal Giovanni Battista Re, Dekan des Kardinalskollegiums. Dieser verlas die Worte am Dienstagabend vor Gläubigen in der Basilika Santa Maria Maggiore, wo Franziskus auf eigenen Wunsch beigesetzt ist. Zuvor hatten die Versammelten mit einem Rosenkranzgebet und einer Messe des verstorbenen Pontifex gedacht.

Leo XIV. erklärte, er könne wegen seiner apostolischen Reise durch Afrika nicht persönlich an den Feierlichkeiten teilnehmen, versicherte den Gläubigen jedoch seine „geistige Nähe“. Bereits während seines Flugs von Angola nach Äquatorialguinea habe er seine Wertschätzung für Franziskus zum Ausdruck gebracht. In seiner Botschaft griff der Papst auch die christliche Hoffnungsperspektive auf: „Der Tod ist keine Mauer, sondern eine Tür“, schrieb er, die sich „weit öffnet zur Barmherzigkeit“, die Franziskus unermüdlich verkündet habe. Mit Blick auf dessen Sterbetag erinnerte Leo XIV. daran, dass Franziskus am 21. April des Vorjahres seine „irdische Pilgerreise“ in der „Umarmung des auferstandenen Christus“ vollendet habe – getragen von jener „Freude des Evangeliums“, die sein Pontifikat wesentlich geprägt habe.

Mutiges Zeugnis in einer Zeit der Umbrüche

Weiter würdigte Leo das Pontifikat von Franziskus als prägend für eine Zeit tiefgreifender Umbrüche. Dieser habe als Nachfolger Petri „in einer Zeit gedient, die einen Epochenwechsel markierte – und weiterhin markiert“, und dabei ein „mutiges Zeugnis“ hinterlassen, das der Kirche als bleibendes Erbe diene. Sein Lehramt habe Franziskus bewusst „als das eines Jüngers und Missionars gelebt“, wie er selbst immer wieder betont habe.

Bis zuletzt sei Franziskus „ein Jünger des Herrn“ geblieben, „treu seiner Taufe und seiner Weihe zum Bischofsamt“, so Leo XIV. Zugleich habe er als Missionar gewirkt, der das Evangelium der Barmherzigkeit „allen, allen, allen“ verkündet habe. Die Wirkung dieses Einsatzes reiche weit über seinen Tod hinaus: Die „Früchte“ seines Wirkens hätten „die Herzen so vieler Menschen berührt, bis an die Enden der Erde“ – nicht zuletzt durch seine zahlreichen apostolischen Reisen, aber auch durch seine letzte „Reise“, die von Krankheit und Tod geprägt gewesen sei. Franziskus habe zudem in Kontinuität mit seinen Vorgängern das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils weitergeführt, betonte Leo XIV. und verwies damit auch auf die anhaltende Bedeutung zentraler Konzilsimpulse für die Kirche der Gegenwart.

Franziskus – Missionar mit inniger Marienfrömmigkeit

Außerdem hob Leo die missionarische Ausrichtung seines Vorgängers hervor. Franziskus habe die Kirche immer wieder dazu aufgerufen, „offen für die Mission zu sein“ und als „Hüterin der Hoffnung für die Welt“ zu wirken. Mit Nachdruck habe er die Verkündigung eines Evangeliums eingefordert, das „jedem menschlichen Leben Fülle und Glück schenken kann“. Die anhaltende Wirkung seiner Worte liege auch in ihrer Bildkraft, betonte Leo XIV.: Begriffe wie „Barmherzigkeit, Frieden, Geschwisterlichkeit“, aber auch prägnante Bilder wie der „Geruch der Schafe“ oder die Kirche als „Feldlazarett“ hätten die christliche Botschaft greifbarer gemacht und neu erschlossen.

Zugleich erinnerte der Papst an die tiefe Marienfrömmigkeit von Franziskus. Dieser habe sein Leben lang eine besondere Verehrung für die Gottesmutter gepflegt und sei immer wieder zur Basilika Santa Maria Maggiore sowie zu Marienheiligtümern in aller Welt gepilgert – ein Ort, den er schließlich auch als seine letzte Ruhestätte gewählt habe.

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