StartVaticanPapst Leo XIV.: Laien tragen Würde und Sendung der Kirche

Papst Leo XIV.: Laien tragen Würde und Sendung der Kirche

Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. die Würde der Laien in der Kirche hervorgehoben und an die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnert. Alle Getauften seien in Würde gleich und zur aktiven Mitwirkung am kirchlichen Leben und in der Welt berufen, betonte der Pontifex unter Verweis auf die Konzilskonstitution Lumen gentium.

Kirche als „Gemeinschaft im Aufbruch“

Papst Leo XIV. unterstrich bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom die zentrale Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Rolle der Gläubigen. Die Kirchenkonstitution Lumen gentium erinnere daran, dass das Volk Gottes in seiner Würde und Freiheit als Gemeinschaft der Kinder Gottes verstanden werden müsse. Besonders mit Blick auf die Laien habe das Konzil deren Bedeutung neu hervorgehoben.

Dabei knüpfte der Pontifex an Worte seines Vorgängers an: Papst Franziskus habe immer wieder betont, dass die große Mehrheit der Kirche aus Laien bestehe, während die geweihten Amtsträger in ihrem Dienst stünden. Dieses Verständnis gehe auf dessen programmatisches Schreiben Evangelii Gaudium aus dem Jahr 2013 zurück, das Leo XIV. erneut als bleibend aktuell hervorhob. Vor diesem Hintergrund bekräftigte der Papst auch den von Franziskus geprägten Gedanken einer missionarischen Kirche. Die Gläubigen seien aufgerufen, ihren Glauben aktiv zu leben und die Kirche als dynamische, nach außen gerichtete Gemeinschaft mitzugestalten.

Laien als lebendiger Teil des Leibes Christi

Über Jahrhunderte seien Laien in der Kirche häufig lediglich als diejenigen verstanden worden, „die nicht zum Klerus oder zu den Geweihten gehören“, erklärte Papst Leo XIV. Dieser Sichtweise trat das Zweite Vatikanische Konzil entgegen und hob stattdessen ihre eigene Würde hervor. Dabei betonte das Konzil, dass „unabhängig von Differenzen im Dienst oder Lebensstand“ die Gleichheit aller Getauften gelte.

Zugleich verwies der Papst darauf, dass Laien „auf ihre Weise“ Anteil am priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi hätten. Die Kirche sei daher „niemals eine formlose Masse“, sondern als Leib Christi zu verstehen. In Anlehnung an Augustinus von Hippo sprach Leo XIV. vom „Christus totus“, einer lebendigen Gemeinschaft, die sich aus dem Zusammenspiel von allgemeinem Priestertum der Gläubigen und dem Amtspriestertum organisch aufbaue. „Kraft der Taufe“ hätten die Laien Anteil am Priestertum Christi, betonte Papst Leo XIV. und erinnerte daran, dass das Konzil alle Gläubigen dazu aufgerufen habe, „in seinem Weinberg zu arbeiten“. Dieser Auftrag beschränke sich nicht auf innerkirchliche Aufgaben: Das „weite Feld des Laienapostolats“ umfasse vielmehr die gesamte Welt.

Die Kirche sei überall dort präsent, wo Christen ihren Glauben leben und bezeugen – „am Arbeitsplatz, in der Zivilgesellschaft und in allen menschlichen Beziehungen“. Gerade durch ihr konkretes Handeln könnten Gläubige die „Schönheit des christlichen Lebens“ sichtbar machen und schon jetzt Gerechtigkeit und Frieden vorwegnehmen. Vor diesem Hintergrund rief der Papst die Laien eindringlich dazu auf, „Jünger und Missionare, Apostel des Evangeliums, Zeugen des Reiches Gottes und Träger der Freude Christi“ zu sein.

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