StartVaticanPapst Leo XIV.: Theologie ist eine Berufung für alle

Papst Leo XIV.: Theologie ist eine Berufung für alle

Bei einer Audienz für Theologen aus Süditalien hat Papst Leo XIV. die zentrale Bedeutung der Theologie für die Sendung der Kirche hervorgehoben. Theologische Ausbildung sei keine Sache weniger Spezialisten, sondern eine Berufung für alle Gläubigen. Theologie diene der Verkündigung des Evangeliums und gleiche einer „mutigen Fahrt auf hoher See“ – einer Reise in die Tiefe des Glaubens und zugleich hinaus ins Unbekannte, um neue Sprachen für die Verkündigung des Evangeliums zu finden.

Theologie als gemeinsame Glaubensreise

Papst Leo XIV. betonte, Theologie erschöpfe sich nicht im bloßen Erwerb von Wissen. Wer über Gott nachdenke, müsse sich vielmehr auf eine „mutige Fahrt auf hoher See“ einlassen – ein Bild, das bereits sein Vorgänger Papst Franziskus geprägt hatte. „Die theologische Ausbildung ist daher nicht die Bestimmung für einige wenige Spezialisten“, betonte der Pontifex. Vielmehr sei sie eine „Berufung für alle, damit jeder das Geheimnis des Glaubens vertiefen und die nötigen Werkzeuge erhalten kann.“

Weiter beschrieb er die Ausbildung als eine Reise „in doppelte Richtung“. Zum einen gehe man den Weg in die Tiefe, „um die Abgründe des Geheimnisses Gottes und die verschiedenen Dimensionen des christlichen Glaubens zu ergründen“. Zum anderen mache man sich auf zu einem „Aufbruch ins Weite, um über das Bekannte hinauszugehen“. Man erkunde „neue Horizonte“ und finde so „neue Formen und neue Sprachen“, um das Evangelium zu verkünden.

In diesem Zusammenhang begrüßte Papst Leo XIV. die engere Zusammenarbeit in der akademischen Theologie. Die Zusammenlegung theologischer Fakultäten in verschiedenen Bistümern erfolge zwar meist aus wirtschaftlichen und strukturellen Gründen. Zugleich berge sie jedoch eine geistliche Chance, so der Papst: Sie stärke die Gemeinschaft zwischen den Diözesen, helfe, überkommene Partikularinteressen zu überwinden, und fördere einen kirchlichen Weg der Einheit und Geschwisterlichkeit. Seine klare Botschaft lautete daher: Theologie solle bewusst gemeinsam betrieben werden.

„Kritische und prophetische Stimme“ gegen Resignation

Papst Leo XIV. zeigte sich überzeugt, dass eine intensivere Zusammenarbeit den Blick über innerkirchliche Grenzen hinaus öffne. Sie erweitere nicht nur den intellektuellen Horizont, sondern wirke sich auch spirituell und pastoral aus. Gemeinsame Perspektiven entstünden, und kirchliches Engagement sei stärker im konkreten Lebensumfeld verankert. Zugleich eröffne dies die Chance, Ausdrucksformen und Sprache des Glaubens im jeweiligen Kontext zu erneuern.

Darüber hinaus sprach der Papst von einem „Labor“ für einen synodalen Stil, in dem unterschiedliche Dienste und Charismen einander ergänzten und Abschottung überwunden werde. Ein engeres Zusammenrücken der Theologinnen und Theologen sei zudem notwendig, um angesichts sozialer und kultureller Herausforderungen eine „kritische und prophetische“ Stimme zu entwickeln – eine Stimme, die Resignation und Gleichgültigkeit entgegenwirke.

Papst Leo XIV. rief dazu auf, eine neue Form akademischer Gemeinschaft zu denken: Künftige Priester, Ordensleute und Laien sollten gemeinsam ausgebildet werden. Eine solche gemeinsame Formung könne dazu beitragen, dass christliche Gemeinden zu sichtbaren Zeichen des Evangeliums und zu „Werkstätten der Hoffnung“ in ihrer jeweiligen Umgebung werden.

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