Papst Leo XIV. wird am 3. Juli in Philadelphia mit der renommierten Liberty Medal des National Constitution Center ausgezeichnet. Mit der Verleihung des Preises für Freiheitsrechte wird sein weltweiter Einsatz für Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit sowie für marginalisierte Gemeinschaften gewürdigt. Zwar lehnte der US-Papst eine Einladung zur Preisverleihung ab, doch ist eine Dankesrede per Videoschalte aus dem Vatikan geplant. Am darauffolgenden Tag, dem Tag der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten, besucht Leo die Insel Lampedusa, wo er eine Messe für Migranten aus aller Welt feiern wird.
Papstbesuch auf Lampedusa im Zeichen der Solidarität mit Migranten
Mit der Liberty Medal ehrt das National Constitution Center den Papst für sein internationales Engagement zugunsten zentraler Freiheitsrechte wie Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit. In der Begründung wird besonders sein Einsatz für benachteiligte Gruppen hervorgehoben, darunter religiöse Minderheiten und Menschen in Krisengebieten. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni erklärte, Leo XIV. habe die Nachricht mit großer Dankbarkeit aufgenommen. Die Preisverleihung findet in Philadelphia, der einstigen ersten Hauptstadt der Vereinigten Staaten, statt. Am darauffolgenden 4. Juli, an dem die USA ihr Unabhängigkeitsjubiläum mit landesweiten Feierlichkeiten begehen, reist der Papst nach Lampedusa. Sowohl seine Dankesansprache als auch der Besuch auf der Mittelmeerinsel sollen von den Vatikanmedien live übertragen werden.
Auf der symbolträchtigen Mittelmeerinsel Lampedusa, die als eines der wichtigsten Tore für Migration nach Europa gilt, will der Papst eine Messe für Geflüchtete aus aller Welt feiern. Immer wieder sterben dort Menschen bei dem Versuch, die europäische Küste zu erreichen. Die Bekanntgabe der US-Auszeichnung fällt zugleich in eine Phase politischer Spannungen: Fragen der Einwanderung und Religionsfreiheit polarisieren derzeit die amerikanische Gesellschaft stark. Papst Leo XIV. hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Kritik an einzelnen Maßnahmen der US-Politik geäußert und katholische Bischöfe unterstützt, die sich gegen groß angelegte Abschiebungen von Migranten einsetzen.
Liberty Medal: Auszeichnung für Einsatz für Grundrechte
Die Liberty Medal wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise für Freiheit und Menschenrechte einsetzen. Gestiftet wurde die Auszeichnung 1988 anlässlich des 200. Jahrestags der US-Verfassung. Zu den bisherigen Preisträgern zählen international bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kultur, darunter der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela, die pakistanische Aktivistin Malala Yousafzai, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij sowie die langjährige US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg. Auch der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, der frühere britische Premierminister Tony Blair und der US-Regisseur Steven Spielberg wurden bereits mit der Medaille geehrt.
